Gas­tro­no­men ha­ben auch im Win­ter vol­les Haus

Von Glüh­wein­kahn­fahrt bis Zau­ber­show – Per­so­nal soll ge­hal­ten wer­den

Märkische Allgemeine - - FRONT PAGE - Von Christian Bark

Von der Glüh­wein­kahn­fahrt im Spree­wald bis zum Abend­es­sen mit Zau­ber­show in der Pri­gnitz: Auch im Win­ter ha­ben vie­le Gast­wir­te gut zu tun. So hal­ten sie auch ihr Per­so­nal.

Pots­dam. Auch der Win­ter tut dem Ge­schäft vie­ler Gas­tro­no­men in Bran­den­burg kei­nen Ab­bruch. Wäh­rend ei­ni­ge die Zeit für ih­ren Jah­res­ur­laub nut­zen, lo­cken an­de­re mit at­trak­ti­ven An­ge­bo­ten auch in der kal­ten Jah­res­zeit. Das er­gab ei­ne dpa-Um­fra­ge.

„Bran­den­burg ist kei­ne klas­si­sche Win­ter-Des­ti­na­ti­on, bie­tet je­doch auch zu die­ser Jah­res­zeit ei­ne Men­ge an Out­door-, Ge­sund­heits­und Well­ness­an­ge­bo­ten“, sagt der Spre­cher der Tou­rist Mar­ke­ting Bran­den­burg (TMB), Patrick Kast­ner. Die Nach­fra­ge im Win­ter – im so­ge­nann­ten Ne­ben­sai­son­ge­schäft von Ok­to­ber bis März – ha­be sich in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren po­si­tiv ent­wi­ckelt.

Zu­dem ha­ben die für die Bran­che tra­di­tio­nell schwie­ri­gen Mo­na­te Ja­nu­ar und Fe­bru­ar in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren je­weils leicht zu­ge­legt. „Durch zahl­rei­che Initia­ti­ven in den Re­gio­nen hat sich viel ge­tan und die Be­mü­hun­gen, Bran­den­burg als ganz­jäh­ri­ges Reiseziel zu po­si­tio­nie­ren, sind auf ei­nem gu­ten Weg“, sagt der Spre­cher. Da­zu ge­hör­ten auch An­ge­bo­te wie Glüh­wein­kahn­fahr­ten im Spree­wald oder Well­ness­ur­laub in Pri­gnitz und Rup­pin.

Das be­stä­tigt auch der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ho­tel- und Gast­stät­ten­ver­bands (De­ho­ga) in Bran­den­burg, Olaf Lü­cke. „Es gibt Häu­ser, die ma­chen von No­vem­ber bis Ja­nu­ar den meis­ten Um­satz“, be­rich­tet er. Nach dem gu­ten Weih- nachts­ge­schäft lau­fe nun vie­ler­orts das Ta­gungs- und Well­ness­ge­schäft an. „Ja­nu­ar und Fe­bru­ar sind kei­ne to­ten Mo­na­te mehr“, be­tont Olaf Lü­cke. Ent­spre­chend kön­ne es sich die Bran­che kaum noch leis­ten, auf Fach­kräf­te, die auch in der Sai­son in den Häu­sern tä­tig sei­en, zu ver­zich­ten. „Das Per­so­nal muss ge­hal­ten wer­den, sonst ist es weg“, sagt Lü­cke. Auf der an­de­ren Sei­te sei der Win­ter tra­di­tio­nell die Zeit, in der die Mit­ar­bei­ter ih­re Über­stun­den ab­fei­ern und Kraft für die nächs­te Sai­son tan­ken kön­nen.

In Ichlim bei Se­we­kow (Ost­p­ri­gnitz-Rup­pin) an der Gren­ze zu Meck­len­burg be­treibt Ver­lan­do Konschak seit fast 28 Jah­ren sein See­ho­tel. Ei­ni­ge sei­ner der­zeit zwölf Mit­ar­bei­ter nut­zen den Win­ter für ih­ren Re­s­t­ur­laub, an­de­re da­für, das Ho­tel noch bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. „Wenn gera­de Zeit ist, kommt der Kell­ner auch mal im Hou­se­ke­eping zum Ein­satz“, er­klärt der Ho­tel­in­ha­ber.

Konschaks Ge­schäft ge­stal­tet sich im Win­ter ganz sprung­haft. Mal ist das Haus gut ge­füllt, wenn bei­spiels­wei­se Ver­an­stal­tun­gen an­ste­hen. „Wir pla­nen im Ja­nu­ar ei­nen Aqua­rell­kurs und im März ein Din­ner mit Zau­ber­show“, kün­digt der Gas­tro­nom an. Mal sei aber auch we­nig zu tun - wenn kei­ne Stamm­gäs­te aus Ber­lin oder Ham­burg ihr Wo­che­n­en­de in dem Ho­tel ver­brin­gen, das mit­ten im Wald liegt.

Wie De­ho­ga-Chef Lü­cke for­dert auch Konschak fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten für die Gas­tro­no­mie, mit Schich­ten, die auch mal die zehn St­un­den über­schrei­ten kön­nen. „Es bringt nichts, ei­nen Kell­ner bei ei­ner Hoch­zeits­fei­er nach Hau­se zu schi­cken, nur dass ein an­de­rer die rest­li­chen zwei St­un­den ar­bei­tet“, er­klärt

Es gibt Häu­ser, die ma­chen von No­vem­ber bis Ja­nu­ar den meis­ten Um­satz. Olaf Lü­cke, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ho­tel- und Gast­stät­ten­ver­bands.

der Ho­te­lier. „Na­tür­lich wol­len wir mit ei­ner län­ge­ren Ar­beits­zeit nicht die Mög­lich­keit zur Aus­beu­tung er­öff­nen“, be­tont er. Schich­ten von bis zu zwölf St­un­den müss­ten Aus­nah­men blei­ben.

Weil auch im Win­ter hier und dort die Fach­kräf­te feh­len, sei es wich­tig, mehr Teil­zeit- und Hilfs­kräf­te zu be­schäf­ti­gen. „Sie neh­men dem Per­so­nal kei­ne Ar­beit weg, son­dern si­chern so auch fes­te Ar­beits­plät­ze“, er­klärt Lü­cke.

Die Tou­ris­mus-Mar­ke­ting Bran­den­burg Gm­bH bie­tet auch in die­sem Jahr ei­nen Klas­si­ker an, der nun schon seit 20 Jah­ren gut an­ge­nom­men wird: die Ak­ti­on „Win­ter­li­ches Bran­den­burg“. Sie geht noch bis zum 14. April. Da­bei bie­ten auch Ho­tels im hö­he­ren Preis­seg­ment un­ter an­de­rem Über­nach­tun­gen mit Früh­stück zum Schnäpp­chen­preis an. Die Gas­tro­no­men er­hof­fen sich, so mehr Be­su­cher in der dunk­len Jah­res­zeit nach Bran­den­burg zu lo­cken. Hin­zu kom­men Ar­ran­ge­ments mit spe­zi­el­len Zu­satz­leis­tun­gen.

So kön­nen zwei Per­so­nen in Ho­tels mit 3- und 4-Ster­ne-Kom­fort schon ab 79 Eu­ro pro Nacht im Dop­pel­zim­mer in­klu­si­ve Früh­stück über­nach­ten. Noch mehr spa­ren kann man beim „Preis­spe­cial“für 189 Eu­ro für drei Über­nach­tun­gen in der Wo­che bei ei­nem An­rei­se­tag zwi­schen Sonn­tag und Di­ens­tag.

Erst­ma­lig gibt es in Bran­den­burg ex­klu­si­ve An­ge­bo­te un­ter dem Ti­tel „Ster­ne-Win­ter“. Im Schloss Lüb­ben­au im Spree­wald oder im Schloss Rei­che­now im Se­en­land Oder-Spree kön­nen Be­su­cher „Schloss­be­woh­ner auf Zeit“sein. Ge­die­gen geht es aus Sicht der Tou­ris­mus-Mar­ke­ting Gm­bH auch im Gut Klos­ter­müh­le in Alt-Mad­litz, im Spree­wald­re­sort „Sei­ner­zeit“in Schlep­zig und im La­ke­si­de Burg­ho­tel in Straus­berg zu.

FO­TO: HEN­DRIK SCHMIDT/DPA

Das Per­so­nal in Bran­den­bur­ger Re­stau­rants hat auch im Win­ter gut zu tun.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.