Mehr Pend­ler­zü­ge noch im Jahr 2018

Land kün­digt kurz­fris­ti­ge Ver­bes­se­run­gen an / Stre­cke nach Stet­tin wird bis 2023 zwei­glei­sig aus­ge­baut

Märkische Oderzeitung Angerm‎ünde - - Vorderseite - Von MA­THI­AS HAUS­DING

Neu­har­den­berg. Lan­ge schien es, als wür­de es in den nächs­ten Jah­ren kei­ne Ent­las­tun­gen für Bahn­pend­ler in Bran­den­burg ge­ben. Am Di­ens­tag ver­kün­de­te die Lan­des­re­gie­rung nun zu­min­dest ein paar kurz­fris­ti­ge Ver­bes­se­run­gen. Ei­nen Durch­bruch gibt es im Rin­gen um den Aus­bau der Stre­cke nach Stet­tin.

Die Bahn­ver­bin­dung von Ber­lin in die pol­ni­sche Me­tro­po­le soll durch­gän­gig zwei­glei­sig aus­ge­baut wer­den. Dies teil­te Bahnchef Ri­chard Lutz am Di­ens­tag nach ei­ner ge­mein­sa­men Sit­zung mit den Lan­des­re­gie­run­gen von Bran­den­burg und Ber­lin im Schloss Neu­har­den­berg (Mär­kisch-oder­land) mit. Bis­lang hat­te der Bund nur ei­nen ein­glei­si­gen Aus­bau be­zah­len wol­len, was von den Län­dern als un­zu­rei­chend ab­ge­lehnt wor­den war.

Es war das ers­te Mal, dass ho­he Bahn-ver­tre­ter Ber­linBran­den­bur­ger Ka­bi­nett­sit­zun­gen be­such­ten. Der Bahn-vor­stand für In­fra­struk­tur, Ro­nald Po­fal­la, räum­te ein, dass nun die Bau­plä­ne für die Stre­cke nach Stet­tin ver­än­dert wer­den müss­ten. Die Ver­zö­ge­rung sol­le aber nur ein Jahr dau­ern. Man wol­le das Vor­ha­ben als „Be­schleu­ni­gungs­pro­jekt“be­han­deln. Die Bahn stre­be ei­ne In­be­trieb­nah­me der Stre­cke im Jah­re 2023 an, be­ton­te Lutz.

Bran­den­burgs Mi­nis­ter­prä­si­dent Diet­mar Wo­id­ke (SPD) zeig­te sich er­freut, dass ein lan­ger Kampf und vie­le Dis­kus­sio­nen nun zu ei­nem Er­folg ge­führt hät­ten. „Das ist ein sehr gu­tes Si­gnal für die Ucker­mark“, be­ton­te er. Zu­letzt hat­ten Bran­den­burg und Ber­lin der Bahn an­ge­bo­ten, sich we­gen der gro­ßen Be­deu­tung der Ver­bin­dung mit ei­ge­nen Fi­nanz­mit­teln an der Pla­nung zu be­tei­li­gen.

An­ger­mün­des Bür­ger­meis­ter Fre­de­rik Be­wer (par­tei­los) re­agier­te am Di­ens­tag er­freut und über­rascht ob der fro­hen Kun­de aus Neu­har­den­berg. „Ich ha­be schon nicht mehr dar­an ge­glaubt. Es freut mich sehr, dass der zwei­glei­si­ge Aus­bau kommt. Das ist ein ganz wich­ti­ges Zei­chen für un­se­re Stadt“, sag­te er. An­ger­mün­de kön­ne sich „zum Dreh­kreuz zwi­schen den Me­tro­po­len Ber­lin und Stet­tin“ent­wi­ckeln. „Wir wol­len uns als Wohn­ort emp­feh­len so­wohl für Men­schen aus Ber­lin, wie auch aus Stet­tin.“

Die Bahn si­cher­te den Re­gie­run­gen von Bran­den­burg und Ber­lin am Di­ens­tag zu­dem Ver­bes­se­run­gen im Re­gio­nal­ver­kehr und bei der S-bahn zu. Vie­les wird noch dau­ern, bis es um­ge­setzt ist. Man­ches geht nun doch schnel­ler als ge­dacht, auch auf Stre­cken von Kon­kur­ren­ten der Deut­schen Bahn.

Ab April soll es zum Bei­spiel auf den Stre­cken von Ora­ni­en­burg und von Wer­neu­chen je­weils nach Ber­lin-ost­kreuz mehr Sitz­plät­ze ge­ben. Auch zwi­schen Ber­lin und Mün­che­berg sol­len noch in die­sem Jahr mehr Zü­ge fah­ren, eben­so zwi­schen Ber­lin und Wus­ter­mark. Auf ei­ni­gen an­de­ren Stre­cken soll es ab 2019 bes­ser wer­den.

Cott­bus (dpa) Die Zahl der re­gis­trier­ten Ge­walt­ta­ten in Bran­den­burgs zweit­größ­ter Stadt Cott­bus ist leicht ge­stie­gen. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den 368 Fäl­le er­fasst, wie aus ei­ner Ant­wort des In­nen­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne An­fra­ge der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Iris Schülz­ke (frak­ti­ons­los) her­vor­geht. 2016 wa­ren es 359 Ge­walt­ta­ten ge­we­sen.

Bei der Mehr­heit der er­mit­tel­ten Tat­ver­däch­ti­gen han­delt es sich den An­ga­ben zu­fol­ge um Deut­sche. In 211 Fäl­len sei­en Ein­hei­mi­sche tat­ver­däch­tig (Vor­jahr: 210 Fäl­le). Zu­dem gab es 66 Ge­walt­ta­ten mit aus­län­di­schen Tat­ver­däch­ti­gen. Im Jahr 2016 wa­ren es noch 23 Fäl­le ge­we­sen. Bei ei­nem Teil der Ge­walt­ta­ten gab es laut In­nen­mi­nis­te­ri­um noch kei­ne Tat­ver­däch­ti­gen. Zum Be­griff Ge­walt­kri­mi­na­li­tät wer­den zum Bei­spiel ge­fähr­li­che und schwe­re Kör­per­ver­let­zung, Raub, Tot­schlag oder Mord ge­zählt.

Cott­bus ist in die Schlag­zei­len ge­ra­ten, weil es zu Jah­res­be­ginn ge­ballt zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Deut­schen und Aus­län­dern ge­kom­men war. Bran­den­burgs Lin­ke-frak­ti­ons­chef Ralf Christof­fers hat in­des den dor­ti­gen Ober­bür­ger­meis­ter Hol­ger Kelch (CDU) kri­ti­siert. Die­ser ha­be zu spät re­agiert und sei nicht prä­sent ge­nug ge­we­sen, sag­te Christof­fers am Di­ens­tag vor Jour­na­lis­ten. Nun hof­fe er, dass es ge­lin­ge, ei­ne „zi­vil­ge­sell­schaft­li­che Ge­gen­macht“auf­zu­bau­en. Denn: „Die Ge­fahr, dass Cott­bus zu ei­nem zwei­ten Pe­gi­da-stand­ort wird, die ist da“, warn­te Christof­fers.

Pots­dam und auch an­de­re Städ­te hät­ten es in der Ver­gan­gen­heit vor­ge­macht, sag­te der Lin­ken-po­li­ti­ker. Dort sei mit kla­ren po­li­ti­schen und par­tei­über­grei­fen­den Aus­sa­gen ei­ne Ge­gen­öf­fent­lich­keit zu frem­den­feind­li­chen Ent­wick­lun­gen or­ga­ni­siert wor­den.

Fo­to: dpa/patrick Pleul

Ta­ke off: Olaf Sched­ler vom He­li­os-kli­ni­kum bei ei­ner Un­ter­su­chung ei­ner Pa­ti­en­tin auf ei­nem Dreh­stuhl

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