Wun­der­ba­res Wachs­tum

Klein­gärt­ner er­zäh­len der Mär­ki­schen Oder­zei­tung: Tro­pi­sche Hit­ze of­fen­bar su­per für das Obst /Zeit­punkt des Gie­ßens bei vie­len Kul­tu­ren das A und O

Märkische Oderzeitung Angerm‎ünde - - Vorderseite - VON TESS ITZENPLITZ

Schwedt. Wie in die­sen hei­ßen Wo­chen die Hob­by­gärt­ner für ih­re Pflan­zen sor­gen, das er­zäh­len ei­ni­ge von ih­nen. So man­ches Obst ge­deiht bei der Son­ne be­son­ders reich­lich.

Schwedt. Un­er­träg­lich heiß! Wenn die Pflan­zen auf den Fel­dern und in den Gär­ten re­den könn­ten, wür­den sie in die­sem Ju­li und Au­gust vie­le Stro­phen zu die­ser Zei­le hin­zu dich­ten kön­nen. Doch die Hob­by­gärt­ner tun ei­ni­ges, um trotz­dem so viel wie mög­lich für den Ei­gen­ver­brauch mit nach Hau­se neh­men zu kön­nen.

Die Land­wir­te spre­chen über Ern­te­ein­brü­che von 30, 40, ja so­gar 50 und noch mehr Pro­zent. An­de­rer­seits pro­gnos­ti­zie­ren Ex­per­ten bei­spiels­wei­se bei Äp­feln in Bran­den­burg den „nach 2016 zweit­höchs­ten Ap­fel­er­trag im Land seit 1991“, hat das Lan- des­amt für Statistik in die­sen hei­ßen Ta­gen cool ver­mel­det.

Oh­ne Zwei­fel: Die­se Dau­erHit­ze kann auch im Gar­ten viel Scha­den an­rich­ten. Je nach Pflan­zen­sor­te soll­ten des­halb un­be­dingt Schutz­maß­nah­men er­grif­fen wer­den. Doch bei ei­nem sol­chen Jahr­hun­dert-som­mer, wie wir ihn seit Wo­chen er­le­ben, stellt sich auch den Klein­gärt­nern die Fra­ge: Wor­auf kon­zen­trie­re ich mich? Las­se ich den Ra­sen ein­fach Ra­sen sein und zu ver­trock­ne­tem Gras wer­den? Küm­me­re ich mich um die Zier­sträu­cher oder um die Bäu­me? Vie­le ent­schei­den sich ganz prak­tisch: Das, was Er­trä­ge bringt, be­kommt be­son­de­re Be­ach­tung!

Er­fah­re­ne Gärt­ner wis­sen na­tür­lich: Für das Gie­ßen ist der rich­ti­ge Zeit­punkt und Ort das A und O. Oft gilt, Ge­mü­se und Obst mit Schat­ten zu ver­sor­gen. Aber wo kein Schat­ten ist? Hei­ße Son­nen­strah­len und aus­blei­ben­der Re­gen brin­gen vie­le Hob­by­gärt­ner ganz ein­fach zur Ver­zweif­lung. Trotz täg­li­cher Be­wäs­se­rung lei­det das Ge­mü­se­beet un­ter Tro­cken­heit.

Aber auch in un­se­ren Brei­ten macht man in die­sen Wo­chen die­se Be­ob­ach­tung: Obst­bäu­me er­freu­en sich of­fen­bar am tro­pi­schen Kli­ma! Es scheint ein tol­les Ap­fel- und Bir­nen-jahr zu wer­den, nach­dem für Erd­bee­ren die Zahl 2018 als ei­ne schlech­te in den Bi­lanz­ka­len­der ein­geht. Die MOZ frag­te die­se Wo­che in den Schwed­ter Klein­gar­ten­ver­ei­nen „Am Ka­nal“und „Le­bens­freu­de“nach der Ern­te-aus­beu­te.

Er­folg­rei­cher Gärt­ner auf sei­ner „Schol­le“: Vik­tor Kuz­ne­cov.

Al­f­red Greif (77), Schwedt: „Die Re­gen­ton­nen und der Brun­nen sind schon leer – des­halb konn­te ich ins­ge­samt nicht viel wäs­sern. Al­les ist klein und ver­dorrt, bei­spiels­wei­se auch die Zwie­beln.“

Die­ter Wilksch (75), Schwedt: „Viel Obst, wohl we­gen der tro­pi­schen Hit­ze. Äp­fel, Trau­ben oh­ne En­de. Die Pfir­si­che ha­ben den Baum re­gel­recht zer­drückt. Al­les dank gu­ter Be­wäs­se­rung.“

Ger­hard St­re­se (78), Schwedt: „Ist al­les su­per ge­wach­sen. Ra­dies­chen, To­ma­ten, Gur­ken, Kar­tof­feln. Nur die Erd­bee­ren woll­ten nicht so rich­tig. Da­für schme­cken die Him­bee­ren fan­tas­tisch.“

Hart­mund Pat­zer (78), Schwedt: „Ei­gent­lich ist al­les so wie im­mer ge­wach­sen. Wir ha­ben ja auch gut ge­wäs­sert. Nur die Gur­ken sind klei­ner aus­ge­fal­len. Die Hit­ze tat vor al­lem dem Obst gut.“

Ire­neusz Bo­ze­je­wicz (58), Schwedt: „Wir hat­ten vor al­lem rie­sen­gro­ße Pa­pri­kas und rich­tig schö­ne So­list-kar­tof­feln. Auf die sind wir be­son­ders stolz. Al­les an­de­re ha­ben wir schon ge­ges­sen.“

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