Kramp-kar­ren­bau­er folgt Mer­kel

Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin ge­winnt Stich­wahl um Cdu-vor­sitz ge­gen Merz / Bran­den­bur­ger Po­li­ti­ker gratulieren

Märkische Oderzeitung Angerm‎ünde - - Vorderseite - Von JAN DÖR­NER

Ham­burg. An­ne­gret Kram­pkar­ren­bau­er ist neue Cduvor­sit­zen­de: Die bis­he­ri­ge Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin setz­te sich am Frei­tag auf dem Par­tei­tag in Ham­burg in der Stich­wahl knapp ge­gen den frü­he­ren Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz durch.

„Ich be­dan­ke mich für das Ver­trau­en“, sag­te Kramp-kar­ren­bau­er nach ih­rer Wahl sicht­lich be­wegt. Die als Ver­trau­te von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel gel­ten­de frü­he­re saar­län­di­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin er­hielt in der Stich­wahl 51,7 Pro­zent der Stim- men, Merz kam auf 48,2 Pro­zent. Der eben­falls ins Ren­nen um den Par­tei­vor­sitz ge­gan­ge­ne Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn war im ers­ten Wahl­gang mit 15,7 Pro­zent der Stim­men aus­ge­schie­den.

Bran­den­burgs Mi­nis­ter­prä­si­dent und Spd-lan­des­chef Diet­mar Wo­id­ke so­wie Cdu-lan­des­chef In­go Senft­le­ben gra­tu­lier­ten der 56-jäh­ri­gen Cdu-po­li­ti­ke­rin. „Ich wün­sche ihr in tur­bu­len­ten Zei­ten für ih­re ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be viel Er­folg und ei­ne or­dent­li­che Por­ti­on Steh­ver­mö­gen“, sag­te Wo­id­ke am Frei­tag. „Die Menschen in un­se­rem Land er­war­ten zu Recht, dass wich­ti­ge Zu­kunfts- fra­gen ge­löst wer­den. Da­für tra­gen wir al­le Ver­ant­wor­tung, Rück­grat und ei­ne Hal­tung der Ver­nunft.“

Cdu-lan­des­chef Senft­le­ben sag­te, dass sich die drei Kan­di­da­ten ei­nen gran­dio­sen Wahl­kampf ge­lie­fert ha­ben. Da­von pro­fi­tie­re die ge­sam­te CDU. Jetzt müss­ten al­le an ei­nem Strang zie­hen. „Den Schwung der letz­ten Wo­chen müs­sen wir jetzt mit­neh­men, die Art der Dis­kus­si­on wei­ter­füh­ren.“Bran­den­burgs Cdu-eu­ro­pa­po­li­ti­ker Chris­ti­an Eh­ler er­klär­te, dass „wir mit An­ne­gret Kramp-kar­ren­bau­er ei­ne Po­li­ti­ke­rin mit Herz, Er­fah­rung und En­ga­ge­ment an der Spit­ze un­se­rer Par­tei ha­ben“.

In den ver­gan­ge­nen Wo­chen hat­ten sich Kramp-kar­ren­bau­er, Merz und Spahn ei­nen Wett­streit um den Par­tei­vor­sitz ge­lie­fert und sich auf acht Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen der Ba­sis vor­ge­stellt. Nach der Wahl und ei­nem eu­pho­ri­schen Ap­plaus dank­te die neue Cdu-vor­sit­zen­de bei­den Kon­kur­ren­ten „für die­sen fai­ren Wett­be­werb“, die­ser ha­be der CDU „Auf­trieb“ge­ge­ben. „Die­ser Auf­bruch muss wei­ter­ge­hen“, sag­te die 56-Jäh­ri­ge und rief Merz und Spahn auf, dar­an mit­zu­ar­bei­ten. Die ers­te Gra­tu­lan­tin war Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel.

Merz gra­tu­lier­te Kramp-kar­ren­bau­er und wünsch­te ihr viel Er­folg für ih­re neue Auf­ga­be. Die Mög­lich­keit, sich in das Par­tei­prä­si­di­um wäh­len zu las­sen, nahm der in der frei­en Wirtschaft tä­ti­ge frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef je­doch nicht an. Er sei aber be­reit, die CDU zu un­ter­stüt­zen, wo es ge­wünscht wer­de. Spahn hin­ge­gen trat für ei­nen Pos­ten im Prä­si­di­um an.

Die Wahl galt auch als Rich­tungs­ent­scheid über den künf­ti­gen Kurs der Christ­de­mo­kra­ten. Wäh­rend Merz und Spahn als Ver­tre­ter des kon­ser­va­ti­ven Par­tei­flü­gels gel­ten, wird Kram­pkar­ren­bau­er als An­hän­ge­rin ei­nes Kur­ses der Mit­te an­ge­se­hen. (Afp/dpa)

Es geht al­so: End­lich ha­ben auch Be­wer­ber oh­ne Ein­ser-abitur die Chan­ce, schnell ei­nen Me­di­zin­stu­di­en­platz zu be­kom­men. Zwar wer­den sie et­was Glück brau­chen, um in der Ver­ga­be­lot­te­rie zum Zug zu kom­men. Aber die Grund­satz­ent­schei­dung ist rich­tig. Denn es gibt an­de­re Kri­te­ri­en als den No­ten­schnitt, die ei­nen Menschen zum Me­di­zin­stu­di­um be­fä­hi­gen: die Lei­den­schaft fürs Fach zum Bei­spiel oder Vor­er­fah­run­gen in ei­nem me­di­zi­ni­schen Be­ruf et­wa als Kran­ken­pfle­ger oder Ret­tungs­sa­ni­tä­ter.

Müs­sen Pa­ti­en­ten nun aber die Sor­ge ha­ben, von schlech­ter aus­ge­bil­de­ten Ärz­ten be­han­delt zu wer­den? Ge­wiss nicht. Denn das Stu­di­um selbst bleibt ei­nes der schwie­rigs­ten und lern­in­ten­sivs­ten. Wer dort die Leis­tung nicht brin­gen kann oder will, schei­tert – das wird sich auch künf­tig nicht än­dern.

Ei­nen Schön­heits­feh­ler hat die Re­form aber. Erst das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat die Kul­tus­mi­nis­ter zum Han­deln ver­an­lasst. Auf ei­nem an­de­ren, min­des­tens eben­so wich­ti­gen Feld könn­ten die Bun­des­län­der nun aber selbst die Initia­ti­ve er­grei­fen: Sie soll­ten deut­lich mehr Me­di­zin­stu­di­en­plät­ze be­reit­stel­len. Die­se sind zwar ver­gleichs­wei­se teu­er. Aber wenn Ärz­te an al­len Ecken und En­den feh­len, lohnt sich die In­ves­ti­ti­on. MICHA­EL GA­BEL

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