Han­dels­po­li­tik à la Trump

Märkische Oderzeitung Angerm‎ünde - - Meinungen Und Hintergrund - IGOR STEINLE

Zu­erst ver­such­ten die Ame­ri­ka­ner es mit dem Ar­gu­ment, Eu­ro­pa wür­de durch Nord Stream 2 zu ab­hän­gig von rus­si­schem Gas. Ei­ner ge­naue­ren Be­trach­tung hielt dies je­doch nicht stand. Denn bei der rus­sisch-eu­ro­päi­schen Ener­gie­part­ner­schaft han­delt es sich um ei­ne Be­zie­hung ge­gen­sei­ti­ger Ab­hän­gig­keit – in der Russ­land mehr zu ver­lie­ren hat.

Nun tor­pe­die­ren die Ame­ri­ka­ner das Pro­jekt über die geo­po­li­ti­sche Schie­ne: Durch Nord Stream 2 wür­de die Ukrai­ne an si­cher­heits­po­lit­scher Be­deu­tung ver­lie­ren, was die Ge­fahr rus­si­scher In­ter­ven­tio­nen er­hö­hen wür­de. Auch die­ses Ar­gu­ment wirkt be­müht, hat der Gas-tran­sit die Rus­sen nicht da­von ab­ge­hal­ten, Tei­le der Ukrai­ne de fac­to ab­zu­spal­ten.

Bei­de Ar­gu­men­te sind vor­ge­scho­ben. Us-bot­schaf­ter Gren­ell geht es um Markt­an­tei­le ame­ri­ka­ni­scher Un­ter­neh­men. Sein Ver­hal­ten ist Aus­druck ty­pisch trum­pis­ti­scher Han­dels­po­li­tik. Seit dem Fracking-boom sind die USA vom Ga­s­im­por­teur zum -ex­por­teur auf­ge­stie­gen und drän­gen mit ih­rem Pro­dukt nun auf den Welt­markt. Um die­ses rein wirt­schaft­li­che In­ter­es­se durch­zu­set­zen ist man of­fen­sicht­lich be­reit, jeg­li­che di­plo­ma­ti­sche Zu­rück­hal­tung auf­zu­ge­ben. Deutsch­land soll­te dem nicht nach­ge­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.