USA dro­hen deut­schen Fir­men

Bot­schaf­ter pro­vo­ziert im Streit um die Ost­se­e­pipe­line Nord Stream 2

Märkische Oderzeitung Angerm‎ünde - - Nachrichten - VON IGOR STEINLE

Ber­lin. Die ers­ten Roh­re wur­den be­reits ver­legt, ab 2020 soll die Ost­se­e­pipe­line Nord Stream 2 rus­si­sches Gas di­rekt nach Deutsch­land trans­por­tie­ren. Ob es so­weit kom­men wird, ist al­ler­dings noch nicht si­cher. Denn die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­su­chen ve­he­ment, das Pro­jekt zu ver­hin­dern. So set­zen sie der­zeit ge­zielt deut­sche Un­ter­neh­men un­ter Druck, die am Bau der Gas­lei­tung be­tei­ligt sind.

„Wir be­to­nen wei­ter­hin, dass sich Fir­men, die sich im rus­si­schen Ener­gie­ex­port-sek­tor en­ga­gie­ren, an et­was be­tei­li­gen, das mit ei­nem er­heb­li­chen Sank­ti­ons­ri­si­ko ver­bun­den ist“, heißt es in ei­nem Brief des USBot­schaf­ters Richard Gren­ell an meh­re­re Un­ter­neh­men, der der „Bild am Sonn­tag“vor­liegt. „Im Er­geb­nis un­ter­gra­ben Fir­men, die den Bau un­ter­stüt­zen, ak­tiv die Si­cher­heit der Ukrai­ne und Eu­ro­pas“, schreibt der Us-bot­schaf­ter.

Deut­sche Un­ter­neh­men ge­ra­ten da­mit nicht zum ers­ten Mal ins Vi­sier des Bot­schaf­ters. Be­reits En­de ver­gan­ge­nen Jah­res droh­te er of­fen mit Sank­tio­nen. Nun warn­te er die Fir­men er­neut vor Re­pu­ta­ti­ons­ver­lust, Sank­tio­nen und Ge­fah­ren für die Ener­gie­si­cher­heit. „Der Brief ist nicht als Dro­hung auf­zu­fas­sen, son­dern als kla­re Bot­schaft der Uspo­li­tik“, sag­te ein Spre­cher.

Au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas woll­te auf die Pro­vo­ka­ti­on nicht re­agie­ren. Al­ler­dings hat­te er be­reits ver­gan­ge­ne Wo­che die schär­fer wer­den­de Kri­tik der Usre­gie­rung an Nord Stream 2 zu­rück­ge­wie­sen. „Fra­gen der eu­ro­päi­schen Ener­gie­po­li­tik müs­sen in Eu­ro­pa ent­schie­den wer­den, nicht in den USA“, sag­te er.

Doch stößt die Pi­pe­line auch in der EU auf Wi­der­stand. Vor al­lem ost­eu­ro­päi­sche Staa­ten wie Po­len wol­len das Pro­jekt stop­pen. Sie ar­gu­men­tie­ren mit der Be­dro­hung, die von Russ­land aus­ge­he. Auch Dä­ne­mark hat si­cher­heits­po­li­ti­sche Be­den­ken.

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