Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

„Wir stehen nicht auf seinem Speiseplan“

Blauhai vor Mallorca gesichtet / Experten geben Entwarnung

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Palma de Mallorca (stoj) „Und der Haifisch, der hat Zähne“, muss wohl manch ein Tourist am Wochenende an der mallorquin­ischen Küste gedacht haben. Denn was er da sah, war keine optische Täuschung. Drei Mal zeigte sich dort ein Hai. Am Sonntagnac­hmittag fing die spanische Küstenwach­e das Tier am Strand von Can Pastilla ein, in unmittelba­rer Nähe zum Ballermann. Weil der knapp eineinhalb Meter lange Blauhai verletzt war, wohl von einem am Maul festsitzen­den Angelhaken, wurde er eingeschlä­fert.

Haie, vor allem Blauhaie, sind keine Seltenheit im Mittelmeer. Neben ihnen kommen weitere 45 Arten, darunter auch Weiße Haie und Tigerhaie dort vor. Gefährlich sind die Tiere an sich nicht. Es sind aber wilde Tiere, und dementspre­chend sollte der Umgang mit ihnen sein. „Sie würden sich in Afrika auch keinem Löwen nähern“, gibt Claudio Barria, Haiexperte von Instituto de Ciencias del Mar in Barcelona zu bedenken. „So ist es auch mit einem Hai.“Man solle keine Angst haben, aber Respekt, Abstand zu ihm halten und das Wasser verlassen, wenn er kommt. Auffressen möchte er uns nicht, versichert die Hamburger Meeresbiol­ogin Heike Zidowitz. „Der Hai sieht uns nicht als Nahrung, wir stehen nicht auf seinem Speiseplan.“

„Nicht die Haie sind eine Gefahr für uns Menschen, sondern umgekehrt. Wir töten jährlich etwa 100 Millionen – wer soll hier vor wem Angst haben“, sagt Barria. Viele Menschen denken beim Hai sofort an den Horrorfilm „Der Weisse Hai“von Steven Spielberg aus dem Jahre 1975, der das Tier als menschenfr­essendes Monster darstellte. Doch es sei wesentlich wahrschein­licher, „dass wir bei einem Unfall in der Badewanne ums Leben kommen, als von einem Hai gebissen zu werden“, sagt Barria.

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Foto: dpa Haialarm vor Magaluf: Nach der Sichtung eines Raubfischs wird der Strand geräumt

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