Münz­wurf – Wahl zwi­schen Kopf und Zahl

Märkische Oderzeitung Beeskow - - Blickpunkt -

Berlin (mg) Hopp oder topp, Kopf oder Zahl. Bei ei­nem Münz­wurf hat je­der die glei­chen Chan­cen – egal, ob er Vor­der- oder Rück­sei­te wählt. Ma­ni­pu­la­tio­nen sind weit­ge­hend aus­ge­schlos­sen, auch wenn es Ex­pe­ri­men­te gab, die be­le­gen, dass man mit ge­schick­ten Wür­fen die Wahr­schein­lich­keit leicht er­hö­hen kann, dass die Mün­ze auf ei­ner be­stimm­ten Sei­te zum Lie­gen kommt.

Spek­ta­ku­lä­re Ent­schei­dun­gen per Münz­wurf gab es im­mer wie­der im Fuß­ball. So zog bei­spiels­wei­se Ita­li­en bei der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft 1968 ge­gen Russ­land per Mün­zent­scheid ins Fi­na­le ein und hol­te am En­de den Eu­ro­pa­meis­terTi­tel.

Ei­ne Pan­ne pas­sier­te 1965 im Eu­ro­pa­po­kal der Lan­des­meis­ter. Im Vier­tel­fi­na­le stan­den sich der FC Li­ver­pool und der 1.FC Köln ge­gen­über. Hin­und Rück­spiel en­de­ten je­weils 0:0. Ein drit­tes Spiel auf neu­tra­lem Bo­den im nie­der­län­di­schen Rot­ter­dam en­de­te nach Ver­län­ge­rung 2:2. Elf­me­ter­schie­ßen gab es noch nicht – es ge­hört erst seit 1970 zum in­ter­na­tio­na­len Re­gel­werk.

Vor­ge­se­hen war ein Münz­wurf, doch der bel­gi­sche Schieds­rich­ter Ro­bert Schaut be­nutz­te lie­ber ei­ne klei­ne Holz­schei­be mit ei­ner ro­ten und ei­ner wei­ßen Sei­te. Li­ver­pool wähl­te Rot. Der Un­par­tei­ische warf die Schei­be in die Hö­he. Aber als sie zu Bo­den fiel, steck­te sie senk­recht im mat­schi­gen Grund fest. Beim zwei­ten Wurf lag dann die ro­te Sei­te oben – und der FC Li­ver­pool war wei­ter.

Die Bri­ten hat­ten ihr Glück da­mit aber auf­ge­braucht. Im Halb­fi­na­le kam das Aus ge­gen In­ter Mai­land.

Fo­to: Wi­ki­pe­dia

Li­ver­pool wei­ter – Köln im Pech. Die „Mün­ze“war al­ler­dings aus Holz.

Ein-Eu­ro-Mün­ze: Wird sie ge­wor­fen, kann sie über Schick­sa­le ent­schei­den.

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