Ganz die Mut­ti

Es gibt kei­nen Un­ter­schied zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen

Märkische Oderzeitung Beeskow - - Vorderseite -

Du bist wie dei­ne Mut­ter“– ein Mann kann sei­ner Frau kei­nen schö­ne­ren Satz vor­spre­chen. Je­den­falls nicht, wenn er ih­re Stim­mung in Ma­se­ra­ti-Ge­schwin­dig­keit in hei­ße Wut ver­wan­deln möch­te. Klar, die al­ler­meis­ten Kin­der lie­ben und schät­zen ih­re El­tern. Doch ir­gend­wie wol­len sie auch lo­cke­rer, coo­ler, mo­der­ner, kras­ser oder net­ter sein. Die „68er“, die „Null-Bock-Ge­ne­ra­ti­on“, die „Ge­ne­ra­ti­on X“, die „Ge­ne­ra­ti­on Y“. Es gibt so vie­le Ge­ne­ra­tio­nen, dass man fürch­ten muss, uns ge­hen nach der „Ge­ne­ra­ti­on Z“die Na­men aus. Al­le sind sie falsch, ge­schickt kon­stru­ier­ter My­thos, so­zio­lo­gi­sches Pop­corn. Mar­tin Schrö­der von der Uni Mar­burg kommt zu dem Schluss, dass sich die Nach­kriegs­Men­schen nur ge­ring­fü­gig in Be­zug auf Le­bens­zie­le, Sor­gen und En­ga­ge­ment un­ter­schei­den. Et­was an­de­res zu be­haup­ten, ist to­ta­ler Quatsch – oder wie Schrö­der es for­mu­liert: „we­nig sinn­voll“. Sei­ne For­schung lässt nur ei­nen Ge­dan­ken zu: Wir sind wie un­se­re El­tern.

Das macht Angst, wes­halb es wohl für al­le das Bes­te ist, wir ver­ges­sen das Gan­ze auf der Stel­le und kau­fen schnell ein Buch über die 1990er-Jah­re und ih­re Kin­der. „Zu geil für die­se Welt“, heißt das, und das wa­ren Mut­ti und Va­ti doch ganz be­stimmt nicht. Oder? (gwb)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.