So­zia­lis­ten ge­den­ken Hel­den

Meh­re­re Tau­send Men­schen bei stil­lem Ge­den­ken an Kom­mu­nis­ten­füh­rer Ro­sa Lu­xem­burg und Karl Lieb­knecht

Märkische Oderzeitung Bernau - - Vorderseite - Von Jut­ta Schütz

Der Er­mor­dung der So­zia­lis­ten­füh­rer Ro­sa Lu­xem­burg und Karl Lieb­knecht vor 100 Jah­ren ge­dach­ten am Sonn­tag Tau­sen­de Sym­pa­thi­san­ten und Spit­zen­ver­tre­ter von Die Lin­ke.

Ber­lin. Je­des Jahr im Ja­nu­ar wird in Ber­lin an die Kom­mu­nis­ten­füh­rer Lieb­knecht und Lu­xem­burg er­in­nert. Nun jährt sich ihr To­des­tag zum 100. Mal. Es gab wie­der ei­nen gro­ßen Trau­er­zug.

Meh­re­re Tau­send Men­schen ha­ben in Ber­lin der Er­mor­dung von Ro­sa Lu­xem­burg und Karl Lieb­knecht vor 100 Jah­ren ge­dacht. An der Ge­denk­stät­te der So­zia­lis­ten am Zen­tral­fried­hof Fried­richs­fel­de wur­den am Sonn­tag Krän­ze und ro­te Nel­ken für die Kom­mu­nis­ten­füh­rer nie­der­ge­legt. Zu dem stil­len Ge­den­ken hat­te die Lin­ke auf­ge­ru­fen. Da­ne­ben gab es wei­te­re Kund­ge­bun­gen und De­mons­tra­tio­nen. Die Po­li­zei sprach von ei­nem fried­li­chen Ver­lauf.

Am Mor­gen kam die Lin­kenPar­tei­spit­ze zu dem Fried­hof im Os­ten Ber­lins. Die Bun­des­vor­sit­zen­den Kat­ja Kip­ping und Bernd Ri­ex­in­ger so­wie die Chefs der Bun­des­tags­frak­ti­on, Sah­ra Wa­genk­necht und Diet­mar Bartsch, leg­ten Krän­ze mit Nel­ken und Ger­be­ra nie­der. Auch Os­kar La­fon­tai­ne, Frak­ti­ons­chef der Lin­ken im Saar­land und Ehe­mann von Wa­genk­necht, nahm teil.

In den tra­di­tio­nel­len Trau­er­zug hat­ten sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stets Tau­sen­de Men­schen ein­ge­reiht. Auch am Sonn­tag zo­gen die Men­schen in Scha­ren zur Ge­denk­stät­te. Die Lin­ke hat­te 10 000 Teil­neh­mer an­ge­mel­det. „Es war noch vol­ler als sonst“, sag­te Ca­ro­la Bl­uhm, Lin­ken-frak­ti­ons­che­fin im Ber­li­ner Ab­ge­ord­ne­ten­haus. Auch Lin­ken-po­li­ti­ker aus dem Eu­ro­pa­par­la­ment wa­ren nach ih­ren Wor­ten da­bei.

In­des sprach sich die Bun­des­stif­tung zur Au­f­ar­bei­tung der Sed-dik­ta­tur ge­gen ei­ne Ro­man­ti­sie­rung kom­mu­nis­ti­scher Po­li­tik in der Wei­ma­rer Re­pu­blik aus. Ge­schäfts­füh­re­rin An­na Ka­mins­ky for­der­te ei­nen dif­fe­ren­zier­ten und kri­ti­schen Um­gang mit den „bei­den Sym­bol­fi­gu­ren der Re­vo­lu­ti­on“. Die

Stif­tung leg­te am Ge­denk­stein für die Op­fer kom­mu­nis­ti­scher Ge­walt­herr­schaft auf dem Fried­hof ei­nen Kranz nie­der.

Die Stif­tung be­ton­te, Lu­xem­burg und Lieb­knecht sei­en zu Ddr-zei­ten für die so­zia­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da her­an­ge­zo­gen wor­den. Auf der an­de­ren Sei­te be­rie­fen sich Op­po­si­tio­nel­le bei der De­mons­tra­ti­on 1988 auf Lu­xem­burg-zi­ta­te wie „Die Frei­heit ist auch im­mer die Frei­heit der An­ders­den­ken­den“.

Par­tei­chef Ri­ex­in­ger hat­te vor­ab ge­sagt: „Ich fin­de, Ro­sa

Lu­xem­burg ist die wich­tigs­te Theo­re­ti­ke­rin zu Be­ginn

des 20. Jahr­hun­derts bis zu ih­rem Tod.“Par­tei­kol­le­gin Wa-

genk­necht hat­te ge­sagt: „Sie war ei­ne lei­den­schaft­li­che Kämp­fe­rin für Frie­den und so­zia­le Ge­rech­tig­keit, ei­ne klu­ge und sprach­ge­wal­ti­ge Theo­re­ti­ke­rin des Ka­pi­ta­lis­mus und au­ßer­dem ei­ne ein­fühl­sa­me Frau, die das Le­ben, die Na­tur und die Men­schen sehr ge­liebt hat.“

Ro­sa Lu­xem­burg und Karl Lieb­knecht wur­den am 15. Ja­nu­ar 1919 von Frei­korps-sol­da­ten in Ber­lin er­schos­sen. Ih­rer Er­mor­dung gin­gen Re­vo­lu­ti­ons­wir­ren nach dem Ers­ten Welt­krieg vor­aus. (dpa)

Foto: imago/ste­fan Bo­ness

Zum 100. Jah­res­tag: Auch Sah­ra Wa­genk­necht, Os­kar La­fon­tai­ne und Diet­mar Bartsch (v. l.) ha­ben auf dem Zen­tral­fried­hof Fried­richs­fel­de der 1919 er­mor­de­ten Kom­mu­nis­ten­füh­rer Ro­sa Lu­xem­burg und Karl Lieb­knecht ge­dacht.

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