Gip­fel­tref­fen in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga

FC Bay­ern muss am Sonn­abend beim Ri­va­len als BVB-Jä­ger zün­den, sonst dro­hen sie­ben Punk­te Rück­stand

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Vorderseite - Von Klaus Berg­mann und Heinz Bü­se

Dort­mund. In der Fuß­ball­Bun­des­li­ga kommt es am Sonn­abend zum mit Span­nung er­war­te­ten Gip­fel­tref­fen zwi­schen Ta­bel­len­füh­rer Bo­rus­sia Dort­mund und Ti­tel­ver­tei­di­ger Bay­ern Mün­chen.

Mün­chen/Dort­mund. Ein Punkt? Vier Punk­te? Oder so­gar sie­ben? Im Bun­des­li­ga-Gip­fel könn­te die fri­sche, en­er­gie­ge­la­de­ne Bo­rus­sia aus Dort­mund ei­ne Zei­ten­wen­de ein­lei­ten. Die Ge­ne­ra­ti­on Se­ri­en­meis­ter des FC Bay­ern wehrt sich ge­gen den Sta­tus als Aus­lauf­mo­dell.

Druck? Angst vor ei­nem Sie­benPunk­te-Rück­stand? Von we­gen. „Ich spü­re kei­nen Druck“, be­teu­ert Ni­ko Ko­vac mit ei­nem Lä­cheln auf den Lip­pen gleich mehr­fach vor sei­nem bis­lang wich­tigs­ten Spiel als Trai­ner des FC Bay­ern Mün­chen. Der 47-Jäh­ri­ge will sei­nen ers­ten deut­schen Fuß­ball-Clá­si­co am Sonn­abend beim von ihm zum Fa­vo­ri­ten er­klär­ten Ta­bel­len­füh­rer Bo­rus­sia Dort­mund so­gar ge­nie­ßen. Deutsch­land ist je­den­falls elek­tri­siert: Der 10. No­vem­ber 2018 könn­te ei­ne Zei­ten­wen­de in der Bun­des­li­ga be­schleu­ni­gen.

Das Top­spiel soll für das ge­ra­de al­ters­schwach da­her­kom­men­de En­sem­ble aus Mün­chen zum Wen­de­punkt ei­ner Sai­son wer­den, in der das vom Trai­ner­kauz Lu­ci­en Fav­re an­ge­lei­te­te jun­ge und en­er­gie­ge­la­de­ne BVB-En­sem­ble sich an­schickt, die jah­re­lan­ge Do­mi­nanz der Bay­ern in der Bun­des­li­ga zu be­en­den. Ko­vac brach­te Chan­cen und Ri­si­ken der emo­ti­ons­ge­la­de­nen 90 Mi­nu­ten am Frei­tag in ei­nem ein­zi­gen Satz auf den Punkt: „Sie­ben Punk­te wä­ren viel, ein Punkt wä­re we­nig.“

Den Sta­tus von vier Zäh­lern mit ei­nem Un­ent­schie­den zu wah­ren, ist für bei­de Mann­schaf­ten das Mi­ni­mal­ziel. „Wir dür­fen auf kei­nen Fall ver­lie­ren“, sagt Bay­ern-Ka­pi­tän Ma­nu­el Neu­er. Gleich­wohl ge­he er nie mit Angst vor ei­ner Nie­der­la­ge ins Spiel. Fav­res Dort­mun­der müs­sen kei­ne be­ängs­ti­gen­den Re­chen­spie­le ma­chen. „Cle­ver ver­tei­di­gen und in­tel­li­gent an­grei­fen“, lau­tet der Plan des Trai­ners, der sich um die zu­letzt feh­len­de Ga­la-Form des Geg­ners nicht schert. „Bay­ern bleibt Bay­ern! Wir müs­sen ei­ne Top­leis­tung brin­gen. Von Ab- wehr bis An­griff ver­fü­gen sie über ei­ne gro­ße Er­fah­rung.“

Rou­ti­ne – ge­ra­de in gro­ßen Spie­len – ha­ben fast al­le Bay­ernPro­fis den vie­len BVB-Jung­stars vor­aus. Auf ei­ne spe­zi­el­le Mo­ti­va­ti­on bei Neu­er, Le­wan­dow­ski, Boateng, Ri­bé­ry und Co. setzt auch Ko­vac. „Ich ken­ne den FC Bay­ern, in sol­chen Spie­len sind sie ganz groß. Ich bin über­zeugt, dass wir un­se­ren Mann ste­hen“, sagt der Kroa­te.

So sieht das auch Ro­bert Le­wan­dow­ski, der ge­gen sei­nen Ex-Club seit 2014 in acht Spie­len zehn­mal traf. „Das ist ein Klas­si­ker, das ist ein kom­plett an­de­res Spiel.“Die Münch­ner Stars be­schwö­ren auf­fäl­lig den Te­am­geist. „Wir müs­sen hun­dert Pro­zent spie­len, ob de­fen­siv oder of­fen­siv. Das muss al­les zu­sam­men als Mann­schaft gut funk­tio­nie­ren.“

Die Tief­sta­pe­lei des Geg­ners hal­ten sie in Dort­mund für ein durch­sich­ti­ges Ma­nö­ver. „Die Bay­ern ha­ben zehn Punk­te in der Cham­pi­ons Le­ague und wur­den in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren eut­lich Deut­scher Meis­ter – das sind die Fak­ten“, kon­tert Mi­cha­el Zorc. Im­mer­hin: Erst­mals seit dem 11. April 2012 geht der BVB mit ei­nem Vor­sprung in ei­ne Li­ga-Kraft­pro­be mit dem Re­kord­meis­ter. Nicht zu­letzt des­halb sieht Hans-Joa­chim Watz­ke den grö­ße­ren Druck auf der Münch­ner Sei­te. „Auf­grund der ta­bel­la­ri­schen Si­tua­ti­on und des An­spru­ches der Bay­ern ist da si­cher­lich et­was dran“, meint der BVB-Chef. „Für Fuß­ball-Deutsch­land ist es schön, dass man jetzt mal wie­der ein Spiel un­ter ei­ner et­was an­de­ren Kon­stel­la­ti­on hat.“

In vie­len Punk­ten wirkt die Bo­rus­sia ge­ra­de in­no­va­ti­ver als der Bran­chen­füh­rer. Dank um­sich­ti­ger Per­so­nal­ent­schei­dun­gen ist es dem Re­vier­club ge­lun­gen, wie­der auf Au­gen­hö­he zu kom­men. Im Ka­der ste­hen et­li­che Aus­nah­me­ta­len­te mit gro­ßer Per­spek­ti­ve. Das Spiel wirkt kla­rer struk­tu­riert. Und die Hier­ar­chie im Team scheint aus­ge­präg­ter als beim Geg­ner. Mit Mar­co Reus und Axel Witsel ver­fü­gen die Dort­mun­der über ech­te Füh­rungs­spie­ler.

Die Bay­ern zei­gen sich be­ein­druckt wie sel­ten. „Dort­mund hat ei­ne dy­na­mi­sche Mann­schaft. Der BVB hat im Mo­ment sehr vie­le Stär­ken und ganz we­nig Schwä­chen“, be­merkt Ko­vac. Und die­se müs­se man „mit der Lu­pe“su­chen. „Wir sind im Mo­ment die, die sie ja­gen müs­sen.“Am Sonn­abend ist al­so vie­les ganz an­ders als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. (dpa)

Fo­to: Ima­go/Frank Hör­mann

Ener­gi­scher Zwei­kampf: Dort­munds Ma­nu­el Akan­ji klärt mit ei­ner Grät­sche ge­gen Ro­bert Le­wan­dow­ski.

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