Pre­mie­re „1984“: Big Bro­ther sieht wie­der al­les

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Wo? Hin! - Bühne -

Cott­bus. Das Schau­spiel „1984“nach dem Ro­man von Ge­or­ge Or­well kommt am Sonn­abend im Staats­thea­ter zur Pre­mie­re. Der Su­per­staat Ozea­ni­en wird be­herrscht von ei­ner dik­ta­to­ri­schen Staats­par­tei, die sich um ei­nen un­sicht­ba­ren „Big Bro­ther“for­miert. Ih­re Macht stützt sich auf Hass, Angst und stän­di­ge Über­wa­chung. Wins­ton Smith ar­bei­tet als ein­fa­ches Mit­glied die­ser Par­tei im Mi­nis­te­ri­um für Wahr­heit, wo er do­ku­men­tier­te Ge­schich­te an die Par­tei­li­nie an­passt. Je­doch wächst zu­neh­mend sein In­ter­es­se an der nicht re­di­gier­ten Ver­gan­gen­heit so­wie ei­ne Sehn­sucht nach (Ge­dan­ken-)Frei­heit und Ant­wor­ten auf sei­ne un­be­que­men Fra­gen. Schließ­lich geht Wins­ton ei­ne in­ti­me und da­mit ver­bo­te­ne Lie­bes­be­zie­hung zu der jun­gen, le­bens­fro­hen Par­tei­ge­nos­sin Ju­lia ein. Da­durch be­stärkt, ver­traut er sich O’Bri­en, ei­nem Mit­glied der herr­schen­den Par­tei, an und tritt so hoff­nungs­voll mit ei­ner ge­hei­men Un­ter­grund­be­we­gung in Kon­takt. Doch „Big Bro­ther“ent­geht nichts.

Die Cott­bu­ser Ins­ze­nie­rung un­ter­sucht den Stoff auf Ak­tua­li­tät und fo­kus­siert da­bei auf die Fra­ge, wie weit wir in Zei­ten von per­ma­nen­ter Da­ten­er­fas­sung und Be­re­chen­bar­keit durch Al­go­rith­men von Or­wells Dys­to­pie ent­fernt sind. Und wie so oft stellt sich auch hier die Fra­ge nach der Ge­wich­tung der Ver­ant­wort­lich­kei­ten von Staat, ein­zel­nem Men­schen und den Me­dienPlatt­for­men.

Re­gie bei „1984“führt Andre­as Na­thu­si­us. Es spie­len Li­sa Schüt­zen­ber­ger, Rolf-Jür­gen Ge­bert, Gun­nar Gol­kow­ski, Ama­de­us Goll­ner und Bo­ris Schwie­bert. Neu da­bei ist der Vi­deo­künst­ler Tho­mas Lip­pick.

Pre­mie­re: Sonn­abend (19.1.), 19.30 Uhr, Staats­thea­ter, Cott­bus, Rest­kar­ten

Foto: Mar­lies Kross

Das Au­ge der Par­tei: aus dem Büh­nen­bild von „1984“im Staats­thea­ter

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