Dau­er­streit um den Was­ser­an­schluss

Ju­ris­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Al­t­an­schlie­ßer­pro­ble­ma­tik geht wei­ter

Märkische Oderzeitung Eisenhüttenstadt - - Vorderseite - Von ste­fan Lötsch

Ei­sen­hüt­ten­stadt. Der Rechts­streit der Al­t­an­schlie­ßer wird den Trink­was­se­r­und Ab­was­ser­zweck­ver­band Oder­aue noch ei­ne Wei­le be­schäf­ti­gen. Noch im­mer sind Kla­gen of­fen.

Ei­sen­hüt­ten­stadt. Das The­ma Al­t­an­schlie­ßer wird den Trink­was­se­r­und Ab­was­ser­zweck­ver­band Oder­aue (TAZV) auch noch in den nächs­ten Jah­ren be­schäf­ti­gen. Mo­men­tan spre­chen Ge­rich­te zu­guns­ten des Ver­ban­des. Trotz­dem sind wei­ter Kla­gen an­hän­gig.

Nach wie vor sind beim Trink­was­se­r­und Ab­was­ser­zweck­ver­band Oder­aue (TAZV) Kla­gen ge­gen Al­t­an­schlie­ßer­be­schei­de an­hän­gig und es ist nicht ab­zu­se­hen, wann es zu ei­ner end­gül­ti­gen ju­ris­ti­schen Ent­schei­dung kommt. „Fakt ist, dass die Al­t­an­schlie­ßer­pro­ble­ma­tik un­se­ren Ver­band wei­ter­hin be­schäf­ti­gen wird“, sag­te Ver­bands­vor­ste­her Mat­thi­as Vo­gel jüngst bei der Ver­bands­ver­samm­lung. „Wir al­le ken­nen es aus an­de­ren Ge­bie­ten. Die Lauf­zeit der Ver­fah­ren sind nicht die schnells­ten“, er­klär­te Vo­gel. Es wer­de wohl noch viel Zeit ins Land ge­hen, bis der Ver­band und da­mit auch die Kun­den ei­ne ver­bind­li­che Rechts­klar­heit er­hal­ten.

Die ak­tu­el­len Recht­spre­chun­gen zu der The­ma­tik sind zu­guns­ten des Ver­ban­des. So hat­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Kla­gen zu­rück­ge­wie­sen, die sich auf die Staats­haf­tung be­ru­fen. Grund­stück­ei­gen­tü­mer, die schon zu DDR-Zei­ten an das zen­tra­le Ab­was­ser­netz an­ge­schlos­sen wa­ren und nun nach­träg­lich Ab­was­ser­an­schluss­bei­trä­ge zah­len muss­ten, hat­ten ge­hofft, auf die­sem Weg ihr Geld zu­rück­zu­be­kom­men. Nun soll der Bun­des­ge­richts­hof ent­schei­den. 18 Kla­gen gab es, ei­ni­ge wur­den in­zwi­schen zu­rück­ge­zo­gen, der Rest ruht bis zu ei­ner end­gül­ti­gen Ent­schei­dung.

In der un­ters­ten In­stanz, dem Ver­wal­tungs­ge­richt in Frankfurt, konn­te der Ver­band eben­falls ei­nen ju­ris­ti­schen Er­folg ver­bu­chen. Dort ging es dar­um, ob be­stands­kräf­ti­ge Be­schei­de wie­der auf­ge­ho­ben wer­den kön­nen. Mat­thi­as Vo­gel fass­te das Ur­teil, das im April er­ging, so zu­sam­men: „Es gibt kei­nen An­spruch,

be­stands­kräf­ti­ge Be­schei­de auf­zu­he­ben.“Zwei der 43 an­hän­gi­gen Kla­gen sei­en in­zwi­schen zu­rück­ge­zo­gen wor­den.

Mat­thi­as Vo­gel re­sü­mier­te, dass es nur we­nig ju­ris­ti­schen Wi­der­stand von Be­trof­fe­nen gibt. „Wenn wir uns mit an­de­ren Ver­bän­den ver­glei­chen, kön­nen wir fest­stel­len, dass wir re­la­tiv we­nig Kla­gen ge­gen den Ver­band vor­zu­lie­gen ha­ben.“Man wer­den den ein­ge­schrit­te­nen Rechts­weg des TAZV wei­ter ver­fol­gen, be­kräf­tig­te Vo­gel.

Der­weil wur­de auch be­stä­tigt, dass das Ab­stim­mungs­ver­hal­ten von Bür­ger­meis­te­rin Dag­mar Pü­schel in der da­ma­li­gen Ver­bands­sit­zung, als es um die Fra­ge ging, ob der Zweck­ver­band Bei­trä­ge zu­rück­zahlt und wel­che, recht­mä­ßig war. Der Ver­band hat­te da­mals ent­schie­den, nur nicht be­stands­kräf­ti­ge Be­schei­de zu­rück­zu­zah­len. Das ist in­zwi­schen auch ge­sche­hen, um mög­li­che Zins­zah­lun­gen zu ver­mei­den. Die Ab­was­ser­kun­den, die kei­ne Bei­trä­ge ge­zahlt ha­ben, wer­den nun mit ei­nem Zu­schlag von 0,91 Eu­ro pro Ku­bik­me­ter bei der Men­gen­ge­bühr be­langt. Die Mehr­ein­nah­men für den TAZV aus die­sem Zu­schlag lie­gen bei meh­re­ren Zehn­tau­send Eu­ro, wie jüngst bei der Vor­stel­lung des Jah­res­er­geb­nis­ses 2017 ge­sagt wur­de.

Fo­to: Ger­rit Frei­tag

Ver­bands­vor­ste­her: Mat­thi­as Vo­gel.

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