Ab­ge­taucht im Se­en­land

In ei­ner Sommerserie stel­len wir Ih­nen das Le­ben in Bran­den­burgs Se­en und Flüs­sen vor

Märkische Oderzeitung Eisenhüttenstadt - - Vorderseite - Von Ma­rio Mer­kel

Rü­ders­dorf. Das „un­ent­deck­te Bran­den­burg“ist The­ma ei­ner neu­en, zwölf­tei­li­gen Sommerserie, die mit die­ser Aus­ga­be star­tet und sich mit Bran­den­burg als ge­wäs­ser­reichs­tem Bun­des­land Deutsch­lands be­schäf­tigt. In den kom­men­den Wo­chen gibt die­se Zei­tung ih­ren Le­sern ei­nen Ein­blick in die Un­ter­was­ser­welt Bran­den­burgs. „Ab­ge­taucht in Bran­den­burg“heißt die neue Se­rie, die Be­geg­nun­gen mit Räu­bern, Ge­pan­zer­ten und Nacht­ak­ti­ven ver­spricht – ei­ne über­aus bun­te Welt, an der sich sonst nur Tau­cher er­freu­en kön­nen. (ndt)

Rü­ders­dorf. Mit über 3000 na­tür­li­chen Se­en ist Bran­den­burg das se­en­reichs­te deut­sche Bun­des­land. Aber wie sieht ei­gent­lich das Le­ben un­ter der Was­ser­ober­flä­che aus? Un­se­re Sommerserie lüf­tet ei­ni­ge Ge­heim­nis­se. Teil 1: Ein Über­blick

Die letz­te Eis­zeit hat es wahr­lich gut mit Bran­den­burg ge­meint. Zahl­lo­se Rin­nen-, To­t­eis- und Glet­scher­rand­se­en als Er­geb­nis der Eis­schmel­ze durch­zie­hen den Mär­ki­schen Sand. Der größ­te na­tür­li­che See – der Schwie­loch­see, süd­lich von Bees­kow – weist ei­ne statt­li­che Was­ser­flä­che von über 13 Qua­drat­ki­lo­me­tern auf. Der weit­hin be­kann­te Stech­lin­see bei Rheins­berg darf sich mit bei­na­he 70 Me­tern Was­ser­tie­fe der tiefs­te See in un­se­rem schö­nen Bun­des­land nen­nen.

Doch das er­fri­schen­de Blau ist nicht al­ler­orts eis­zeit­li­chen Ur­sprungs. Bag­ger­se­en und Ta­ge­bau­rest­lö­cher als Re­lik­te mensch­li­chen Schaf­fens la­den heu­te Er­ho­lungs­su­chen­de zum Ver­wei­len ein. Der Helen­se­see bei Frankfurt (Oder) und das Lau­sit­zer Se­en­land im Sü­den er­freu­en sich bei Mensch und Tier gro­ßer Be­liebt­heit. Präch­ti­ge

Fluss­läu­fe von Oder, El­be, Ha­vel und Spree krö­nen das Was­ser­land.

Frei­zeit­ka­pi­tä­ne, Was­ser­sport­ler, Ba­de­gäs­te und Ang­ler von Nah und Fern ha­ben schon längst die Bran­den­bur­ger Was­ser­land­schaf­ten für sich ent­deckt. Ge­säumt von Bu­chen, Er­len und Kie­fern sind es wah­re Per­len der Na­tur. Klei­ne und gro­ße Was­ser­vö­gel,

Rep­ti­le, Lur­che und In­sek­ten, aber auch Säu­ger wie Bi­ber und Ot­ter ha­ben auf den Ge­wäs­sern oder in de­ren na­tur­be­las­se­nen Ufer­be­rei­chen ihr Zu­hau­se.

Doch es gibt auch ei­nen Le­bens­raum un­ter­halb der Was­ser­ober­flä­che. Ei­ne atem­be­rau­ben­de, viel­fäl­ti­ge und wahr­lich bun­te Welt er­öff­net sich dort. Die­ses Pri­vi­leg bleibt in der Re- gel Tau­chern vor­be­hal­ten. Ei­ner die­ser Tau­cher bin ich, Ma­rio Mer­kel. Und ich möch­te Sie mit­neh­men. Tau­chen Sie ein in ei­ne fas­zi­nie­ren­de Welt vor Ih­rer Haus­tür. Ler­nen Sie die Be­woh­ner un­se­rer Flüs­se und Se­en ken­nen, de­ren Schön­heit, Be­son­der­hei­ten und ih­re wich­ti­ge Rol­le für ge­sun­de Se­en.

Mit über 1000 Tauch­gän­gen in un­se­ren hei­mi­schen Ge­wäs­sern kann ich auf span­nen­de und über­ra­schen­de Be­geg­nun­gen mit der Un­ter­was­ser-Flo­ra und –Fau­na zu­rück­bli­cken. Die­ser Fas­zi­na­ti­on kann ich mich nicht mehr ent­zie­hen und ich möch­te Sie mit Ih­nen tei­len.

Denn si­cher ken­nen Sie al­le Hecht, Kar­p­fen und Aal, die klas­si­schen Ver­tre­ter un­se­rer hei­mi­schen Fisch­fau­na. Doch wie steht es um den St­ein­bei­ßer? Und ja, es le­ben auch Dor­sch­ar­ti­ge im Bran­den­bur­ger Süß­was­ser. Ha­ben Sie schon ein­mal Süß­was­ser­schwäm­me ge­se­hen? Oder Po­ly­pen? Las­sen Sie sich auf die­se 12-tei­li­ge Rei­se mit­neh­men und für die zer­brech­li­che Schön­heit be­geis­tern.

Denn es steht nicht nur gut um die­se Le­bens­räu­me. Laut ak­tu­el­ler bun­des­wei­ter Sta­tis­tik be­fin­den sich nur sechs Pro­zent der Se­en und Flüs­se in ei­nem öko­lo­gisch gu­ten Zu­stand. Der Druck aus Be­bau­ung, Land­wirt­schaft, In­dus­trie und Er­ho­lung setzt auch den Bran­den­bur­ger Ge­wäs­sern zu. Die Bil­der­buchi­dyl­le am Ufer trügt des öf­te­ren. Un­ter der Was­ser­ober­flä­che be­geg­nen ei­nem auch pflan­zen­lo­se Tris­tesse und reich­lich Zi­vi­li­sa­ti­ons­müll. Aus vie­len einst nähr­stoff­ar­men Klar­was­ser­se­en sind längst grü­ne Al­gen­tüm­pel ge­wor­den. Ler­nen Sie die Be­woh­ner un­se­rer Un­ter­was­ser­welt ken­nen, denn nur was wir ken­nen, wer­den wir mö­gen, be­wah­ren und schüt­zen. Ge­sun­de Se­en ge­hö­ren zu Bran­den­burg wie der Mär­ki­sche Sand und die Spree­wald­gur­ke. (Mit Ad­ler­au­gen)

Fo­tos (2): pri­vat

Hat schon über 1000 Tauch­gän­ge in Bran­den­burg ab­sol­viert: Ma­rio Mer­kel be­glei­tet un­se­re Le­ser in ei­ner Se­rie in die ein­hei­mi­sche Un­ter­was­ser­welt .

Ma­rio Mer­kel be­rich­tet auch in ei­nem In­ter­net­blog über sei­ne Er­leb­nis­se: www.tauch­re­vier­deutsch­land.de

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