Neu­er Re­kord im Früh­som­mer

Gu­te Wirt­schafts­la­ge bringt mehr Ar­beit / Un­ter­neh­mer be­sorgt we­gen un­be­setz­ter Lehr­stel­len

Märkische Oderzeitung Eisenhüttenstadt - - Wirtschaft Regional -

Pots­dam. Die Zahl der Ar­beits­lo­sen in Bran­den­burg ist im Ju­ni noch stär­ker ge­sun­ken als im Früh­som­mer üb­lich. Rund 80 100 Men­schen wa­ren ar­beits­los ge­mel­det – das wa­ren et­wa 2100 we­ni­ger als im Mai, wie die Bun­des­agen­tur für Ar­beit am Frei­tag mit­teil­te. Schaut man ein Jahr zu­rück, gibt es jetzt im Ver­gleich fast 9000 Er­werbs­lo­se we­ni­ger. „Die Zahl der Ar­beits­lo­sen ist – wie in Ber­lin – auf den tiefs­ten Stand seit 1991 ge­fal­len“, sag­te Di­rek­ti­ons­chef Bernd Be­cking laut Mit­tei­lung. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te liegt in Bran­den­burg nun bei 6,0 Pro­zent, das sind 0,7 Pro­zent­punk­te we­ni­ger als vor ei­nem Jahr.

Die gu­te Wirt­schafts­la­ge bringt in vie­len Bun­des­län­dern mehr Ar­beit. In Bran­den­burg sei die Ar­beits­lo­sig­keit in­ner­halb von fünf Jah­ren um ein Drit­tel zu­rück­ge­gan­gen, stell­te Be­cking fest. Gleich­zei­tig stieg die Zahl der Be­schäf­tig­ten und Fir­men su­chen auch wei­ter­hin Mit­ar­bei­ter, et­wa Klemp­ner, Hei­zungs­tech­ni­ker oder Al­ten­pfle­ger.

Meh­re­re Wo­chen vor Be­ginn des neu­en Aus­bil­dungs­jah­res sind auch noch Lehr­stel­len zu ha­ben. „Jetzt kurz vor den Som- mer­fe­ri­en soll­te sich je­der Ju­gend­li­che ei­nen Ruck ge­ben und sei­ne Lehr­stel­le klar­ma­chen“, riet Be­cking. In Bran­den­burg sei­en noch rund 7000 Aus­bil­dungs­plät­ze frei und et­wa 6040 Be­wer­ber hät­ten noch kei­nen Platz.

Auch in Ber­lin hält der po­si­ti­ve Trend an. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te in Ber­lin ist zum ers­ten Mal seit dem Mau­er­fall un­ter acht Pro­zent ge­sun­ken. Im Ju­ni lag die Er­werbs­lo­sen­quo­te bei 7,9 Pro­zent, wie die Re­gio­nal­di­rek­ti­on der Bun­des­agen­tur für Ar­beit mit­teil­te. Das sind 0,9 Pro­zent­punk­te we­ni­ger als vor ei­nem Jahr und ein Rück­gang von 0,2 Punk­ten im Ver­gleich zum Mai. Bei den Ar­beits­agen­tu­ren und Job­cen­tern wa­ren im Ju­ni 153 469 Ar­beits­lo­se ge­mel­det, 3317 Frau­en und Män­ner we­ni­ger als im Mai und 12 670 we­ni­ger als im Ju­ni 2017.

Der Ge­schäfts­füh­rer der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Bernd Be­cking sprach von sehr er­freu­li­chen Da­ten. „Lan­ge Zeit muss­te die Stadt ei­nen stei­ni­gen Weg der wirt­schaft­li­chen Er­neue­rung ge­hen, der aber nun zu Er­fol­gen führt.“Das se­he man an der Be­schäf­ti­gung. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren sei die Zahl der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­ten um rund ei­ne Vier­tel­mil­li­on ge­stie­gen. „Der­zeit ent­ste­hen in der Haupt­stadt an je­dem Ar­beits­tag im Schnitt mehr als 200 neue Stel­len“, sag­te Be­cking. Die Fach­kräf­te­si­che­rung blei­be des­halb das Top­the­ma.

Die Zahl der ge­mel­de­ten of­fe­nen Stel­len im Land Ber­lin be­trug im Ju­ni 25 399, das wa­ren 1230 mehr als im Ju­ni 2017. Auf dem Lehr­stel­len­markt sind nach Wor­ten von Be­cking „noch ei­ni­ge tau­send Aus­bil­dungs­plät­ze in der Re­gi­on un­be­setzt – vom Fach­in­for­ma­ti­ker über den Me­di­en­ge­stal­ter bis zur Fach­kraft für La­ger­lo­gis­tik“. Das Aus­bil­dungs­an­ge­bot der Ber­li­ner Wirt­schaft sei mit 14285 be­trieb­li­chen Stel­len auf Re­kord­ni­veau, teil­te die In­dus­trie-und Han­dels­kam­mer Ber­lin mit.

Un­be­setz­te Lehr­stel­len und Fach­kräf­te­man­gel ma­chen auch den Un­ter­neh­mens­ver­bän­den Ber­lin-Bran­den­burg UVB Sor­ge. Ri­si­ken se­hen die UVB auch im Han­dels­kon­flikt mit den USA. Die­ser wür­de die Haupt­stadt­re­gi­on emp­find­lich tref­fen – be­son­ders die ex­port­ori­en­tier­te In­dus­trie. Au­ßer­dem wür­den bun­des­po­li­ti­sche Maß­nah­men wie die Rück­kehr zur Pa­ri­tät in der Kran­ken­ver­si­che­rung den Fak­tor Ar­beit ver­teu­ern.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.