Ga­rant für Wachs­tum

Trotz Handelskrieg der USA bleibt Asi­en wich­ti­ger Markt für deut­sche Un­ter­neh­men

Märkische Oderzeitung Eisenhüttenstadt - - Wirtschaft - Kel­ler Dieter

Chi­na und der ge­sam­te Asi­en­Pa­zi­fik-Raum ist für die deut­sche Wirt­schaft ein wich­ti­ger Markt. Um Fir­men die Ak­ti­vi­tä­ten zu er­leich­tern, grün­de­ten Wirt­schafts­ver­bän­de den Asi­en-Pa­zi­fik-Aus­schuss. Vor­sit­zen­der ist seit 2014 Hu­bert Li­en­hard, mit ihm sprach

über Exporte in Zei­ten von Trumps Han­dels­krie­gen.

Herr Li­en­hard, wie sehr hat US-Prä­si­dent Do­nald Trump durch sei­nen Handelskrieg mit Chi­na den Asi­en-Han­del durch­ein­an­der­ge­bracht?

Wir ken­nen bis­her nur sei­ne Zie­le und die Zahl von 250 Mil­li­ar­den Dol­lar an Im­por­ten, die be­trof­fen sind. Wel­che Aus­wir­kun­gen das hat, wer­den wir erst in den nächs­ten Mo­na­ten se­hen. Aber es wird deut­lich, dass die al­ten Zei­ten des un­ge­hin­der­ten Han­dels vor­bei sind. Of­fen­sicht­lich weiß Chi­na nicht, wie es da­mit um­ge­hen soll.

Wel­che Fol­gen hat das auf den deut­schen Chi­na-Han­del?

Es gibt nicht nur die Exporte aus Deutsch­land. Hie­si­ge Au­to­bau­er, die in den USA für den chi­ne­si­schen Markt pro­du­zie­ren, sind auch be­trof­fen. Au­ßer­dem ist schwer ab­zu­schät­zen, wel­che Aus­wir­kun­gen es auf die kom­pli­zier­ten in­ter­na­tio­na­len Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se hat. Es gibt ei­ni­ge hier­zu­lan­de, die er­war­ten, dass wir pro­fi­tie­ren. Da­vor war­ne ich. Chi­na wird sich ver­än­dern.

Es gibt zwei Mög­lich­kei­ten: Die ei­ne ist, dass der Plan, bis 2025 bei al­len Tech­no­lo­gi­en füh­rend zu wer­den, noch ehr­gei­zi­ger um­ge­setzt wird. Auch durch Zu­käu­fe in Eu­ro­pa wird Chi­na ver­su­chen, Tech­no­lo­gie zu ge­win­nen. Die an­de­re ist, dass Chi­na sagt: Wir öff­nen uns stär­ker, wie wir das bei den Jo­in­tVen­tures im Au­to­mo­bil­sek­tor ge­se­hen ha­ben.

Was ist wahr­schein­lich?

Ir­gend­et­was da­zwi­schen. Klar ist, dass der Han­dels­streit zwi­schen den USA und Chi­na die Rächt sich jetzt, dass der deut­sche Au­ßen­han­del recht stark von Chi­na ab­hän­gig ist?

Es gibt für die deut­sche In­dus­trie kei­ne Al­ter­na­ti­ve, als dort ak­tiv zu sein. Chi­na ist nun mal der zweit­größ­te Markt der Welt, und er wächst be­son­ders schnell. 2030 soll die Wirt­schafts­kraft so groß sein wie die der USA.

Wie sta­bil ist Chi­na?

Ich ha­be seit 30 Jah­ren mit Chi­na zu tun, und seit­her be­glei­tet mich das The­ma Bla­sen. Ich bin trotz­dem der Mei­nung, dass Chi­na sta­bil und die Re­gie­rung in der La­ge ist, da­mit um­zu­ge­hen und dass es kei­nen Crash gibt, son­dern das Wachs­tum sich nur ver­lang­samt.

Er­hält die deut­sche Wirt­schaft ge­nug Hil­fe von der Po­li­tik?

Dar­über kön­nen wir uns nicht be­kla­gen. Auf vie­len Rei­sen, ob mit der Kanz­le­rin oder den Wirt­schafts­mi­nis­tern, ha­be ich ge­se­hen, wie sie un­se­re The­men nach­hal­tig ver­tre­ten ha­ben. Auf dem Weg zu ei­nem ein­heit­li­chen Eu­ro­pa mit ho­her In­no­va­ti­ons­kraft se­he ich aber Hand­lungs­be­darf in der EU.

Län­der wie Viet­nam und Ban­gla­desch ha­ben den Ruf von Bil­lig­pro­du­zen­ten. Beu­tet der Wes­ten sie aus?

Da ver­hält sich die über­wie­gen­de Zahl der deut­schen Fir­men an­stän­dig. Es en­ga­gie­ren sich dort vie­le fa­mi­li­en­geführ­te Mit­tel­ständ­ler, die be­son­ders auf So­zi­al­stan­dards und lang­fris­ti­ge Ent­wick­lun­gen ach­ten. Sie hel­fen den Län­dern zu wach­sen. Auch Chi­na war lan­ge Jah­re die Werk­bank der Welt. Wir nut­zen den Lohn­vor­teil, aber es gibt den Be­schäf­tig­ten die Chan­ce, ih­re Kin­der in die Schu­le zu schi­cken.

Fo­to: Voith Gm­bH

Märkte: Für Hu­bert Li­en­hard bleibt der asia­ti­sche Raum wich­ti­ger Han­dels­part­ner für deut­sche Fir­men.

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