Schloss Wul­kow bleibt bei Auk­ti­on oh­ne Ge­bot

Einst näch­tig­te hier Fried­rich der Gro­ße, nun fin­det sich für 39 000 Eu­ro kein Käu­fer für die denk­mal­ge­schütz­te Rui­ne

Märkische Oderzeitung Eisenhüttenstadt - - Aus Aller Welt - Von Ma­thi­as haus­ding

Ber­lin. Wer hat nicht schon mal da­von ge­träumt, ein Schloss zu be­sit­zen. Am Frei­tag war die Ge­le­gen­heit, zu­zu­schla­gen. Bei ei­ner Auk­ti­on in Ber­lin stand für klei­nes Geld Schloss Wul­kow zum Ver­kauf, be­zie­hungs­wei­se das, was da­von üb­rig ist. Denn ge­meint ist nicht das toll sa­nier­te Hoch­zeits­schloss Wul­kow bei Neu­har­den­berg, son­dern die Schloss­rui­ne von Wul­kow bei Frank­furt (Oder).

Und für die woll­te bei der Ver­stei­ge­rung nie­mand auch nur das Min­dest­ge­bot von 39 000 Eu­ro ab­ge­ben. Das ist vor al­lem trau­rig für vie­le Dorf­be­woh­ner, die dar­auf ge­hofft hat­ten, dass das denk­mal­ge­schütz­te Haus in tat- kräf­ti­ge Hän­de wech­selt und end­lich sa­niert wird. Schließ­lich liegt es in der Orts­mit­te und hat ei­ne be­son­de­re Ge­schich­te. Preu­ßens Kö­nig Fried­rich der Gro­ße cam­pier­te hier im Som­mer 1759 für vier Ta­ge, un­mit­tel­bar vor der Schlacht von Ku­n­ers­dorf.

Im Jah­re 1697 zu­nächst we­sent­lich klei­ner als Guts­haus er­rich­tet, wur­de es von der Fa­mi­lie Schulz-Wul­kow ab 1898 im Stil der Neo­re­nais­sance zu ei­nem Schloss mit ei­nem sehr mar­kan­ten Turm aus­ge­baut. Den gibt es schon seit dem En­de des Zwei­ten Welt­kriegs nicht mehr. Da­mals zo­gen Flücht­lings­fa­mi­li­en ein, auch die LPG nutz­te ein paar Zim­mer. Geld für die In­stand­hal­tung fehl­te. Zum En­de der DDR stand das Schloss leer.

Nach der Wen­de fand sich kein ge­eig­ne­ter Käu­fer, wohl weil der von der Treu­hand ver­lang­te Preis zu hoch war. Im Jah­re 1998 über­nahm es mit dem Ber­li­ner Im­mo­bi­li­en­händ­ler Heinz Müller der jet­zi­ge Be­sit­zer – und tat 20 Jah­re lang so gut wie nichts. Auf die Fra­ge nach dem War­um er­klär­te er am Frei­tag, dass ihn „ein Er­eig­nis der be­son­de­ren Art aus der Bahn ge­wor­fen“ha­be. Mehr woll­te er nicht sa­gen. „Ich ha­be es nicht ge­kauft, um es dann ver­fal­len zu las­sen“, ver­si­cher­te er je­doch. Wie es nun nach der ge­schei­ter­ten Ver­stei­ge­rung wei­ter­ge­hen soll, kann er nicht sa­gen. Müller hofft wei­ter auf ei­nen Käu­fer. „Wenn man ei­ne Mil­li­on Eu­ro in­ves­tiert, kann man et­was dar­aus ma­chen.“ Of­fen­bar un­ver­käuf­lich: Rui­ne des Neo­re­nais­sance-Schlos­ses Wul­kow bei Frank­furt (Oder)

Fo­to: Ina Mat­thes

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