Pol­ni­scher Bot­schaf­ter kri­ti­siert Voß­kuh­le

Märkische Oderzeitung Erkner - - Nachrichte­n -

Ber­lin (stoj) Erst seit ei­ni­gen Wo­chen ist der pol­ni­sche Bot­schaf­ter An­drzej Pr­zy­leb­ski im Amt. Mit sei­ner Kri­tik am Prä­si­den­ten des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes, Andre­as Voß­kuh­le, sorgt er nun bun­des­weit für Auf­se­hen. Die Vor­wür­fe, die der Po­le äu­ßer­te, be­zie­hen sich auf ein In­ter­view Voß­kuh­les und sei­nes fran­zö­si­schen Amts­kol­le­gen Lau­rent Fa­bi­us in der „Süd­deut­schen Zei­tung“. In die­sem Ge­spräch nann­te Voß­kuh­le die teil­wei­se Ent­mach­tung des pol­ni­schen Ver­fas­sungs­tri­bu­nals ei­nen „Irr­weg für Eu­ro­pa und da­mit auch für Po­len“. Pr­zy­leb­ski be­zeich­ne­te dar­auf­hin Voß­kuh­les Äu­ße­run­gen als „un­ver­ant­wort­li­che Kri­tik“und „Ein­mi­schung“in die An­ge­le­gen­hei­ten ei­nes „sou­ve­rä­nen Vol­kes“.

Der Bot­schaf­ter lud Voß­kuh­le nach Ber­lin zu ei­nem Tref­fen mit „an­ge­se­he­nen pol­ni­schen Ver­fas­sungs­recht­lern“am Sonn­tag ein. „Wenn je­mand wis­sens­re­sis­tent ist, kann man nicht viel ma­chen. Ich ha­be aber die Hoff­nung, dass das bei Prä­si­dent Voß­kuh­le nicht der Fall ist, und des­halb ha­be ich ihn ein­ge­la­den“, wird der Bot­schaf­ter in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung“zi­tiert. Pr­zy­leb­ski ist mit der Ar­beit des pol­ni­schen Ver­fas­sungs­ge­richts nicht nur durch die po­li­ti­schen De­bat­ten ver­traut. Son­dern auch durch sei­ne Frau: Ju­lia Pr­zy­lebs­ka ist ei­ne der Rich­te­rin­nen, die von der neu­en na­tio­nal­kon­ser­va­ti­ven Re­gie­rung er­nannt wur­den. Aus Fach­krei­sen ver­lau­tet nun, dass sie Nach­fol­ge­rin des im De­zem­ber schei­den­den Prä­si­den­ten des Tri­bu­nals, wer­den soll­te.

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