Ver­stärkt ge­gen Wald­brän­de

Lan­des­forst­be­trieb er­hält mehr Per­so­nal für Prä­ven­ti­on / Ka­me­ras wer­den mo­der­ni­siert

Märkische Oderzeitung Erkner - - Vorderseite - Von Jörg Kühl

Peitz. Der Lan­des­forst re­agiert auf das ex­tre­me Wald­brand­ge­sche­hen in die­sem Jahr mit ei­nem Zehn-punk­te-plan. Zu den Maß­nah­men ge­hört die Ein­stel­lung von 36 Mit­ar­bei­tern, die Wald­be­sit­zer zum vor­beu­gen­den Wald­brand­schutz be­ra­ten. Wä­re der Hin­ter­grund nicht so ernst, könn­te man sich glatt in ei­ne Sa­fa­ri-sze­ne­rie hin­ein­ver­set­zen: Ei­ne Ko­lon­ne all­rad­ge­trie­be­ner Forst­fahr­zeu­ge wühlt sich durch die Sand­wüs­te der Lie­be­ro­ser Hei­de. Hier und da hält der Kon­voy an, Män­ner im zünf­ti­gen Förs­ter-grün und ein Herr mit An­zug­ho­se und wei­ßem Hemd ent­stei­gen den Au­tos. Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Jörg Vo­gel­sän­ger (SPD), in des­sen Res­sort auch der Lan­des­forst­be­trieb an­ge­sie­delt, ist, macht sich per­sön­lich ein Bild von den Wald­brän­den, die in die­sem Jahr in der Lie­be­ro­ser Hei­de, Im Wald bei Treu­en­briet­zen, und vie­len an­de­ren Or­ten in Bran­den­burg ge­wü­tet ha­ben. Zu­vor hat­te der Mi­nis­ter in Peitz ein ZehnPunk­te-pro­gramm zur Be­kämp­fung und Vor­beu­gung von Wald­brän­den vor­ge­stellt.

Mit 1630 Hekt­ar aus 470 Brän­den ist in die­sem Jahr ei­ne Re­kord­mar­ke er­reicht wor­den. Im bis­her schlimms­ten Jahr 1992 war ei­ne Flä­che von ins­ge­samt rund 1300 Hekt­ar ver­brannt. Zu dem nun vor­ge­stell­ten Maß­nah­men­pa­ket zählt die Ein­stel­lung von 36 Mit­ar­bei­tern im Lan­des­be­trieb Forst. Sie ha­ben die Auf­ga­be, vor al­lem pri­va­te Wald­be­sit­zer zum vor­beu­gen­den Wald­brand­schutz und zu ge­eig­ne­ten För­de­run­gen zu be­ra­ten. Laut dem Mi­nis­ter kön­nen Maß­nah­men, wie der Bau von Wald­brand­schutz­we­gen oder Lösch­was­ser­ent­nah­me­stel­len bis zu 100 Pro­zent ge­för­dert wer­den. Ziel sei, die „wei­ßen Fle­cken“, al­so die Ge­bie­te, in de­nen es kei­ne oder zu we­ni­ge Lösch­was­ser­ent­nah­me­stel­len gibt, zu be­sei­ti­gen. Auch der Wal­d­um- bau mit Laub­ge­höl­zen, die we­ni­ger an­fäl­lig für Wald­brän­de sind, kön­ne ge­för­dert wer­den. Au­ßer­dem kün­dig­te der Mi­nis­ter an, das Netz der Wald­brand­über­wa­chungs­ka­me­ras zu mo­der­ni­sie­ren. Hier­für stellt das Land 3,8 Mil­lio­nen Eu­ro zu Ver­fü­gung. Das Land will zu­dem die Netz­ab­de­ckung der Di­enst­han­dys der Forst­mit­ar­bei­ter ver­bes­sern.

Wei­te­re Maß­nah­men sind ei­ne ver­stärk­te Auf­klä­rung der Öf­fent­lich­keit und die Be­schil­de­rung brand­ge­fähr­de­ter Wald­ge­bie­te so­wie häu­fi­ge­re Kon­troll­gän­ge in den Wäl­dern.

Dass Lie­be­ro­se ei­ner der Wald­brand­schwer­punk­te ist, wird auch da­durch deut­lich, dass zeit- gleich In­nen­mi­nis­ter Karl-heinz Schrö­ter (SPD) sich in der Lie­be­ro­ser Ober­förs­te­rei über die La­ge vor Ort er­kun­dig­te. Und die ist seit Mitt­woch wie­der au­ßer Kon­trol­le. Erst brann­ten et­wa zwei Hekt­ar Wald am west­li­chen Rand der Lie­be­ro­ser Hei­de, seit Don­ners­tag wü­tet ein Brand in der so­ge­nann­ten „ro­ten Zo­ne“, ein stark mu­ni­ti­ons­be­las­te­tes Ge­biet. Die Flä­che wur­de Don­ners­tag­abend von der Ober­förs­te­rei Lie­be­ro­se auf vier bis sechs Hekt­ar ge­schätzt. Ein Lösch­hub­schrau­ber der Bun­des­po­li­zei wur­de an­ge­for­dert. Mehr zum The­ma un­ter www.moz.de/wald­brand Ber­lin. Die Op­po­si­ti­on im Bun­des­tag hat das ge­plan­te Mil­li­ar­den­pa­ket zur Ent­las­tung von Fa­mi­li­en als Mo­gel­pa­ckung und Mar­ke­ting-gag kri­ti­siert. Die Er­hö­hung von Kin­der­geld und Kin­der­frei­be­trag rei­che nicht aus und kom­me bei den wirk­lich Be­dürf­ti­gen nicht an, kri­ti­sier­ten Ab­ge­ord­ne­te der Lin­ken, FDP, Grü­nen und AFD am Don­ners­tag bei der ers­ten Le­sung des Ge­setz­ent­wur­fes. Nach den Plä­nen der Re­gie­rung soll es ab Mit­te 2019 mo­nat­lich zehn Eu­ro mehr Kin­der­geld ge­ben, 2021 sol­len noch ein­mal 15 Eu­ro nach­ge­legt wer­den. (dpa)

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