Re­la­tiv glück­lich

Märkische Oderzeitung Erkner - - Meinungen Und Hintergrund - Dietrich Schrö­der

Ver­flixt, wie­der nur auf dem letz­ten Platz! Seit die Deut­sche Post vor ei­nem Jahr­zehnt den ers­ten deut­schen Glücks­at­las in Auf­trag gab, lan­de­ten wir Bran­den­bur­ger meis­tens ganz hin­ten. Er­staun­li­cher­wei­se füh­len sich aber nicht die Süd- oder West­deut­schen am glück­lichs­ten, son­dern die Schles­wi­gHol­stei­ner und Ham­bur­ger. Viel­leicht wis­sen die Men­schen im Nor­den ihr Glück ja ein­fach nur des­halb bes­ser zu schät­zen, weil es dort nicht im­mer son­nig und warm, son­dern manch­mal auch ganz schön rau und stür­misch ist. Wie gut es ist, ei­ne war­me Woh­nung zu ha­ben, emp­fin­det man ja auch erst, wenn es drau­ßen kalt ist. Selbst in der Eu­ro­pa-glücks­sta­tis­tik lie­gen nicht die Ita­lie­ner oder Fran­zo­sen vorn (die sind an­geb­lich so­gar un­glück­li­cher als die Deut­schen), son­dern Fin­nen, Nor­we­ger und Dä­nen. Und selbst für uns Bran­den­bur­ger gibt es ei­nen Trost: 2009 be­trug der Ab­stand zu den glück­lichs­ten Bun­des­län­dern noch über ei­nen Punkt auf der Zehn-punk­te-ska­la. Ak­tu­ell sind da­von 0,6 Punk­te ge­blie­ben. Al­so sind wir Mär­ker auch schon re­la­tiv glück­lich. Viel­leicht fehlt uns ja nur eins: Die Cool­ness, un­ser ei­ge­nes Glück zu ge­nie­ßen, an­statt uns mit an­de­ren zu ver­glei­chen.

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