Po­len will grö­ße­re Oder-buh­nen

BUND kri­ti­siert von EU und Welt­bank fi­nan­zier­tes Vor­ha­ben / Plä­ne lie­gen in Kürze bei deut­schen Be­hör­den aus

Märkische Oderzeitung Erkner - - Brandenburg Moz - Von Dietrich Schrö­der

War­schau/neu­har­den­berg. Po­len be­ginnt mit der Um­set­zung sei­ner Plä­ne, die zur Ver­bes­se­rung des Hoch­was­ser­schut­zes, aber auch zu ei­ner tie­fe­ren Fahr­rin­ne für Schif­fe auf der Oder füh­ren sol­len. In Kürze wer­den die­se bei deut­schen Be­hör­den aus­ge­legt, von Um­welt­schüt­zern kommt schon mal Kri­tik. Geht es tat­säch­lich nur um den bes­se­ren Hoch­was­ser­schutz und die Schaf­fung ei­ner sta­bi­len Fahr­rin­ne für Eis­bre­cher im Win­ter? Oder ist man im Nach­bar­land da­von über­zeugt, dass auf dem deutsch-pol­ni­schen Grenz­fluss künf­tig wie­der mehr Trans­port­schif­fe fah­ren kön­nen? Das ist seit Jah­ren ein sprin­gen­der Punkt, wenn über die Ent­wick­lung der Oder ge­strit­ten wird.

Auf je­den Fall will das Nach­bar­land nach mehr­jäh­ri­ger Dis­kus­si­on jetzt of­fen­bar zahl­rei­che Buh­nen mo­der­ni­sie­ren oder gänz­lich neu bau­en, die in der Ver­gan­gen­heit sträf­lich ver­nach­läs­sigt wur­den. So se­hen es Un­ter­la­gen vor, die im Rah­men der von der EU vor­ge­schrie­be­nen grenz­über­schrei­ten­den Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung in Kürze auch in Deutsch­land vor­ge­stellt wer­den.

Ab dem 22. Ok­to­ber wer­den die­se Un­ter­la­gen beim Was­se­r­und Schiff­fahrts­amt in Ebers­wal­de so­wie den Kreis­ver­wal­tun­gen von Oder-spree bis zur Ucker­mark aus­lie­gen, da­mit auch deut­sche Stel­len da­zu Ein­wän­de er­he­ben oder Be­mer­kun­gen ma­chen kön­nen. Al­ler­dings sind da­für nur 30 Ta­ge bis zum 20. No­vem­ber vor­ge­se­hen.

Sei­nen Wi­der­stand ge­gen Tei­le die­ser Pla­nun­gen und die Nut­zung von Rechts­mit­teln kün­digt be­reits der Bund für Um­welt und Na­tur­schutz Deutsch­land (BUND) an. „Denn vie­le die­ser Buh­nen sol­len deut­lich grö­ßer sein und ei­nen an­de­ren In jäm­mer­li­chem Zu­stand: Vie­le Buh­nen am pol­ni­schen Ode­ru­fer, wie hier ge­gen­über von Frank­furt, wur­den jahr­zehn­te­lang nicht ge­pflegt. Doch jetzt be­fürch­ten Um­welt­schüt­zer, dass über­di­men­sio­nier­te An­la­gen ge­plant wer­den. Nei­gungs­win­kel ha­ben als die frü­he­ren“, sagt Sa­scha Mai­er. Er ge­hört dem Bran­den­bur­ger Lan­des­vor­stand des BUND an und ver­tritt die Or­ga­ni­sa­ti­on auch als Be­ob­ach­ter in der In­ter­na­tio­na­len Kom­mis­si­on zum Schutz der Oder.

„Die Aus­wir­kun­gen auf zahl­rei­che Tier­ar­ten, die in den Über­gangs­bio­to­pen am Fluss­ufer le­ben, wur­den nicht be­rück­sich­tigt“, kri­ti­siert er. Als Bei­spie­le nennt er die Trau­er­see­schwal­be und die Schlamm­peitz­ger.

Pol­ni­sche Um­welt­ver­bän­de hat­ten kürz­lich mit Un­ter­stüt- zung deut­scher Kol­le­gen be­reits ver­hin­dert, dass auch an der Westo­der nörd­lich von Schwedt – wo sich Moo­re ent­wi­ckelt ha­ben – ur­al­te deut­sche Dei­che und Schöpf­wer­ke er­neu­ert wer­den. Ein auf ihr Be­trei­ben hin ge­fer­tig­tes Gut­ach­ten be­stä­tig­te, dass dies für den Hoch­was­ser­schutz der Groß­stadt Stet­tin kei­nen Nut­zen brin­gen wür­de.

Be­für­wor­ter der Oder­schiff­fahrt dürf­ten da­ge­gen er­freut sein, dass sich nach Jah­ren end­lich wie­der et­was an den ver­nach­läs­sig­ten Buh­nen tut. Am Słu­bi­cer Ode­ru­fer ge­gen­über von Frank­furt ist das Ter­ri­to­ri­um zwi­schen meh­re­ren Buh­nen in­zwi­schen to­tal ver­san­det.

Von den 1,2 Mil­li­ar­den Eu­ro, die Po­len bei der EU und der Welt­bank an För­der­mit­teln und Kre­di­ten be­an­tragt hat, sol­len 365 Mil­lio­nen im Be­reich der Gren­zo­der ein­ge­setzt wer­den. Ih­re Ver­wen­dung ist bis 2022 ge­plant, so­dass im nächs­ten oder über­nächs­ten Jahr mit dem Bau be­gon­nen wer­den müss­te. Ein Teil des Gel­des ist auch für den Bau hö­he­rer und neu­er Dei­che zum Hoch­was­ser­schutz vor­ge­se­hen, der be­reits be­gann.

Auf der Ta­gung des Deut­schPol­ni­schen Um­welt­ra­tes am Mitt­woch und Don­ners­tag in Neu­har­den­berg (Märkisch-oder­land) spiel­te das The­ma nur am Ran­de ei­ne Rol­le. Der Grund ist, dass für den Hoch­was­ser­schutz in Po­len nicht der Um­welt­mi­nis­ter, son­dern sein Kol­le­ge für Bin­nen­schiff­fahrt zu­stän­dig ist. Aus die­ser Auf­ga­ben­ver­tei­lung er­gibt sich auch der be­reits er­wähn­te Kon­flikt zwi­schen den Pla­nun­gen. Im­mer­hin wur­de ein Ab­kom­men un­ter­zeich­net, das künf­ti­ge ge­mein­sa­me Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen re­gelt. Pots­dam. Die Feu­er­weh­ren in Bees­kow (Oder-spree) und Lüb­ben­au (Ober­spree­wald-lau­sitz) er­hal­ten För­der­mit­tel aus dem Kom­mu­na­len In­fra­struk­tur­pro­gramm (KIP). In­nen­staats­se­kre­tä­rin Ka­trin Lan­ge hat am Don­ners­tag in Lüb­ben­au ei­nen Zu­wen­dungs­be­scheid in Hö­he von rund 254 000 Eu­ro für den Neu­bau ei­nes Feu­er­wehr­hau­ses im Orts­teil Kitt­litz über­ge­ben. Bees­kow er­hielt für den Neu­bau ei­nes Feu­er­wehr­ge­rä­te­hau­ses im Orts­teil Neu­en­dorf fast 318 000 Eu­ro. Ein neu­es Ge­rä­te­haus im Orts­teil Ra­din­ken­dorf wird mit rund 290 000 Eu­ro un­ter­stützt. (has)

Fo­to: dpa/patrick Pleul

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