Wenn Douglas und Nor­ma­lo­pa­then zu­sam­men­tref­fen

Die Ge­win­ne­rin­nen des Schreib­wett­be­werbs la­sen in Schönei­cher Kul­tour­ka­te ih­re Tex­te vor / Markt­wirt­schaft, Krank­heit und Som­mer­ge­füh­le auf Pa­pier

Märkische Oderzeitung Erkner - - Medien Moz -

Ge­win­ne­rin­nen: Swant­je Kautz aus Frank­furt (Oder) (18), Jo­ha­net­te Kil­ger (13) aus Wol­ters­dorf und Una López-car­raós Jung­mann (18) (v.l.) aus Aa­chen Schönei­che. Die Ge­win­ne­rin­nen des Wett­be­werbs der Schreib­werk­statt tru­gen am Mitt­woch ih­re Tex­te in der Kul­tour­ka­te vor.

Je­den zwei­ten Frei­tag im Mo­nat tref­fen sich Li­te­ra­tur­schaf­fen­de im Hei­mat­haus Schönei­che, le­sen und dis­ku­tie­ren selbst­ver­fass­te Tex­te. „Wir woll­ten neue Mit­strei­ter für un­se­re Schreib­werk­statt ge­win­nen“, er­klär­te Klaus Wer­ner Hen­nig den Sinn des Wett­be­werbs. Von den sechs Fi­na­lis­ten ka­men nur drei zur Le­sung – da­für wa­ren Wol­ters­dorf, Frank­furt (Oder) und so­gar Aa­chen ver­tre­ten.

Mit ih­rem Text „Douglas – Die Ge­schich­te“er­reich­te Jo­ha­net­te Kil­ger den ers­ten Platz. Dar­in be­schreibt die Drei­zehn­jäh­ri­ge auf un­ter­halt­sa­me Wei­se, wie die Par­füm­ket­te „Douglas“zu ih­rem Na­men kam. Se­hen sich die bei­den Fa­b­ri­kan­ten „Dou“und „Glas“am An­fang der fik­ti­ven Ge­schich­te noch als Kon­kur­ren­ten, ist das En­de ver­söhn- lich: „‚Dou’ und ‚Glas’ ar­bei­ten zu­sam­men“. Was der An­lass der Zei­len war? „Ich brauch­te noch ein Ge­schenk für mei­ne Schwes­ter“, ant­wor­te­te Jo­ha­net­te Kil­ger.

Da auch die bei­den an­de­ren Tex­te „von ho­her Qua­li­tät“sei­en, ent­schied sich die Ju­ry für zwei zwei­te Plät­ze.

Als nächs­tes las Una Lópe­zCar­raós Jung­mann – kein Künst­ler­na­me – ih­re Ge­schich­te „Nor­ma­lo­path“vor. Dar­in be­schreibt die Aa­che­ne­rin auf ein­fühl­sa­me Art, wie ein Kind mit dem The­ma Krank­heit und Tod kon­fron­tiert wird. Der Ich-er­zäh­ler nimmt die Zu­hö­rer mit zu sei­nem Freund Ader und sei­ner net­ten Mut­ter. Sie le­sen sich ge­gen­sei­tig vor, Stri­cken ge­mein­sam – viel bes­ser „als mei­ne stren­ge Mut­ter“. Lang­sam kommt raus, war­um Aders Ma­ma so lieb ist und stets Har­mo­nie herrscht. Plötz­lich kommt der Freund nicht mehr zur Schu­le. Der Ich-er­zäh­ler macht sich ei­nen Reim dar­auf, war­um Ader oft schwach da­her kam: Er ist schwer krank. Am En­de stirbt Ader.

Nach die­ser schwe­ren Kost bot „End­lo­ser Som­mer“von Swant­je Kautz ge­ra­de­zu er­fri­schen­de Leich­tig­keit. Es geht um den Him­mel und das Ele­ment Was­ser. Mit „Mein Blut ist blau und fließt di­rekt aus mei­nen Adern aufs Pa­pier“, en­det ihr kurz­wei­li­ges Stück.

„Wer weiß, ob nicht mal ein Buch von euch in un­se­rem Schau­fens­ter ste­hen wird“, sag­te Bi­b­lio­theks­lei­te­rin Alex­an­dra Hom­ei­er zum Schluss. Zu­min­dest Swant­je Kautz schreibt be­reits an ih­rem Erst-ro­man.(jhh)

„Mein Blut ist blau und fließt di­rekt aus mei­nen Adern aufs Pa­pier“

Fo­to: Jan-hen­rik Hn­i­da

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