Kreis­ka­len­der vor­ge­stellt

Ju­bi­lä­ums­aus­ga­be des Kreis­ka­len­ders prä­sen­tiert Le­bens­ge­schich­ten vol­ler Zu­ver­sicht und Ver­lus­te

Märkische Oderzeitung Erkner - - Vorderseite - Von La­ris­sa Benz

Bees­kow. Der Kreis­ka­len­der 2019 stellt Menschen in den Vor­der­grund, die den Wan­del mit­er­lebt und mit­ge­prägt ha­ben. An­lass ist das 25-jäh­ri­ge Be­ste­hen des Land­krei­ses Oder-spree.

Bees­kow. Der Kreis­ka­len­der 2019 stellt Menschen in den Vor­der­grund, die den Wan­del in der Re­gi­on mit­er­lebt und mit­ge­prägt ha­ben. An­lass ist das 25-jäh­ri­ge Be­ste­hen des Land­krei­ses Oder-spree. Der Kreis­ka­len­der für das Jahr 2019 ist 120 Sei­ten stark und stellt Le­bens­ge­schich­ten von 25 Menschen vor, die von 24 Au­to­ren ge­schrie­ben wur­den. Mit dem Kon­zept ver­ließ das Team um And­reas Bat­ke, Ar­nold Bi­schin­ger und Wolf­gang de Bruyn das ge­wöhn­li­che Ter­rain: „Wir woll­ten das ur­sprüng­li­che Kon­zept auf den Kopf stel­len und die­ses Mal Hel­den des All­tags prä­sen­tie­ren“, sag­te Kul­tur­amts­lei­ter Ar­nold Bi­schin­ger bei der Prä­sen­ta­ti­on des Ka­len­ders.

Das be­währ­te Kon­zept mit ver­schie­de­nen Ka­te­go­ri­en wie „Kunst und Kul­tur“oder „Na­tur und Tou­ris­mus“wurde die­ses Mal durch­bro­chen zu­guns­ten von aus­drucks­star­ken Schwarz-Weiß Fo­tos und Por­träts, die in vie­len Fäl­len von Au­to­ren ge­schrie­ben wur­den, die ih­re Por­trä­tier­ten schon recht gut kann­ten. Und so war die Auf­takt­prä­sen­ta­ti­on auf der Burg Bees­kow auch ei­ne Art Fa­mi­li­en­tref­fen all der­je­ni­ger, die im Ka­len­der ver­ewigt sind. „Ich bin ei­gent­lich der Ein­zi­ge, der al­le 25 Menschen ge­trof­fen hat“, stell­te Fo­to­graf And­reas Bat­ke fest.

Teil­wei­se ha­be er drei oder vier Mal die Por­trä­tier­ten auf­ge­sucht, bis er mit dem Er­geb­nis zu­frie­den war. „Die Fo­tos soll­ten ja auch zu den Ge­schich­ten pas­sen“, be­ton­te er.

Es sind vie­le Ge­schich­ten vom Hin­fal­len und Wie­der­auf­ste­hen, wie sie wohl vie­le Menschen, die An­fang der 1990er-jah­re im neu ent­stan­de­nen Land­kreis leb­ten, nach­emp­fin­den kön­nen. Ar­beits­lo­sig­keit, Woh­nungs­lo­sig­keit, Ver­lust­ängs­te aber auch Zuf­rie­den­heit, die­se Si­tua­tio­nen ge­meis­tert zu ha­ben, da­von er­zählt et­wa das Por­trät von Theo­dor Kunst­mann aus Bees­kow. „Als selbst­stän­di­ger Hand­werks­meis­ter muss­te ich mich öf­ter neu er­fin­den“, er­zähl­te er im Ge­spräch mit Mo­de­ra­tor Frank Schü­rerBehr­mann.

Fo­to­graf And­reas Bat­ke er­in­ner­te bei der Prä­sen­ta­ti­on auch an den im Ok­to­ber ver­stor­be­nen Fi­scher Jür­gen Zschim­mer vom Schwie­loch­see: „Ich konn­te nicht ah­nen, dass mein Aus- flug mit ihm ei­ner sei­ner letz­ten Fisch-aus­fahr­ten sein soll­te.“Schon lan­ge vor der Nach­richt sei­nes To­des ha­be man sich da­zu ent­schie­den, das Por­trät­fo­to von Zschim­mer auf die Ti­tel­sei­te zu neh­men.

Fünf Por­trä­tier­te aus der Bees­kower Um­ge­bung wur­den zum Auf­takt auf der Burg vor­ge­stellt. Die Au­to­ren, dar­un­ter so nam­haf­te wie der letz­te Kul­tur­mi­nis­ter der DDR, Her­bert Schir­mer, durf­ten sich ih­re Por­trä­tier­ten selbst aus­su­chen. „Für mich war das gar nicht so ein­fach, da es so vie­le tol­le Land­frau­en gibt“, be­ton­te El­len Ru­ßig vom Tou­ris­mus­ver­band Se­en­land Oder-spree, die im Ka­len­der die Mitt­wei­der Land­frau Sieg­lin­de Kupsch vor­stellt. Bei den fol­gen­den Prä­sen­ta­tio­nen, un­ter an­de­rem in Fürs­ten­wal­de oder Neu­zel­le, sol­len dann Por­träts aus der je­wei­li­gen Re­gi­on in den Fo­kus rü­cken.

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