Ap­plaus für die Feu­er­wehr

Schönei­cher ge­ben sich beim Neu­jahrs­emp­fang der Ge­mein­de ein Stell­dich­ein

Märkische Oderzeitung Erkner - - Vorderseite - Von an­net­te he­rold

Schönei­che. Rück­blick und Aus­blick, die Eh­rung en­ga­gier­ter Bür­ger und vie­le Ge­sprä­che: Im gut ge­füll­ten Schönei­cher Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus wur­de der Neu­jahrs­emp­fang ge­fei­ert.

Schönei­che. Rück­blick und Aus­blick, die Eh­rung en­ga­gier­ter Bür­ger und vie­le Ge­sprä­che: Mit dem Neu­jahrs­emp­fang sind die Schönei­cher am Frei­tag­abend ins ge­sell­schaft­li­che Le­ben 2019 ge­star­tet. Ort des Ge­sche­hens war das Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus in der Bran­den­bur­gi­schen Stra­ße. Dass der Emp­fang die­ses Mal bei der Feu­er­wehr aus­ge­rich­tet wur­de, hat­te ei­nen gu­ten Grund. Erst kurz vor Weih­nach­ten war der An­bau des Hau­ses über­ge­ben wor­den. Dass er nach deut­li­cher Ver­zö­ge­rung zu die­sem Termin über­haupt fer­tig wur­de, ist zu gro­ßen Tei­len der frei­wil­li­gen Feu­er­wehr zu ver­dan­ken. 750 St­un­den ha­ben die Frau­en und Män­ner an dem Bau mit­ge­ar­bei­tet, und als Bür­ger­meis­ter Ralf St­ein­brück (SPD) das in sei­ner Re­de er­wähn­te, gab es reich­lich Ap­plaus aus dem Pu­bli­kum.

Na­tür­lich ge­hör­ten Feu­er­wehr­leu­te dann zu den Schönei­chern, die für ihr be­son­de­res En­ga­ge­ment für das Ge­mein­de­le­ben ge­ehrt wur­den. Blu­men gab es aber auch für Hans-jürgen Gu­se von der Fir­ma ADS Au­to-di­enst & Ser­vice Gm­bh, der den bei ihm an­ge­stell­ten Feu­er­wehr­mann je­der­zeit frei­stellt, wenn eh­ren­amt­li­cher Ein­satz in der Wehr not­wen­dig ist. „Das ist lei­der nicht in al­len Be­trie­ben selbst­ver­ständ­lich“, sag­te St­ein­brück. „Ich möch­te da­her da­zu auf­ru­fen, die­sem gu­ten Bei­spiel zu fol­gen.“Für pri­va­ten Bei­stand wur­den stell­ver­tre­tend Ni­co­le Mi­rus und Andre­as Bach­hof­fer ge­ehrt, de­ren Part­ner und Part­ne­rin bei der Feu­er­wehr ak­tiv sind. Oh­ne das Ver­ständ­nis zu Hau­se sei das Eh­ren­amt nicht mög­lich, un­ter­strich der Bür­ger­meis­ter.

Ne­ben dem eh­ren­amt­li­chen Wahl­aus­schuss wur­de auch ein Haupt­be­ruf­li­cher aus­ge­zeich­net: Det­lef Schmol­ling konn­te mit dem Jah­res­be­ginn sein 20-jäh­ri­ges Di­enst­ju­bi­lä­um als Schönei­cher Re­vier­po­li­zist be­ge­hen. St­ein­brück kom­men­tier­te das so: „Er hängt jetzt hof­fent­lich noch ein paar Jah­re dran, er kennt hier ja al­le Bö­se­wich­te und al­le dunk­len Ecken.“Als An­er­ken­nung gab es für den Po­li­zis- ten ei­nen Wild­schwein-ka­len­der fürs Bü­ro, wie St­ein­brück sag­te, „die Wild­schwei­ne ge­hö­ren ja auch zu den Schönei­cher Bö­se­wich­ten.“

Zu­vor hat­te der Bür­ger­meis­ter ge­mein­sam mit den Gäs­ten des Neu­jahrs­emp­fangs auf das al­te Jahr zu­rück- und ins neue vor­aus­ge­blickt. Er er­in­ner­te un­ter an­de­rem an die Er­öff­nung des El­tern-kind-zen­trums, das neue Stra­ßen­bahn-fahr­zeug, die Kom­plet­tie­rung des Orts­zen­trums, ab­ge­schlos­se­ne Geh­weg- und Stra­ßen­bau­pro­jek­te und nicht zu­letzt an die Pre­mie­re des Weih­nachts­sin­gens im Rat­haus.

Pro­jek­te für 2019 sei­en der zwei­te Bau­ab­schnitt zum Neu­bau des Kie­fern­damms und der ers­te Bau­ab­schnitt der Bran­den­bur­gi­schen Stra­ße zwi­schen Schönei­cher und Ber­li­ner Stra­ße. Geh­we­ge sol­len un­ter an­de­rem in der St­ein- und der Rü­ders­dor­fer Stra­ße aus­ge­baut wer­den. Das Wohn­haus Bran­den­bur­gi­sche Stra­ße 87 wird sa­niert, und auch die Plä­ne zur Er­wei­te­rung der Bür­gel­schu­le mit­samt Turn­hal­le will die Ge­mein­de­ver­wal­tung in An­griff neh­men.

St­ein­brück hob auch die Ar­beit der Ge­mein­de­ver­tre­tung her­vor. Kein ein­zi­ges Pro­jekt kön­ne um­ge­setzt wer­den oh­ne ei­nen ent­spre­chen­den Be­schluss der Ab­ge­ord­ne­ten. Da­bei ge­be es oft wi­der­strei­ten­de In­ter­es­sen in der Bür­ger­schaft. „Trotz­dem oder ge­ra­de des­halb möch­te ich Sie al­le bit­ten, auch dar­an mit­zu­wir­ken, dass kei­ne Gren­ze zwi­schen der Ge­mein­de­ver­tre­tung und den Bür­gern ge­zo­gen wird“, sag­te der Bür­ger­meis­ter. Für die neue Le­gis­la­tur­pe­ri­ode nach den Kom­mu­nal­wah­len im Mai wün­sche er sich ei­ne Ge­mein­de­ver­tre­tung, „die nur aus Ge­mein­de­ver­tre­tern be­steht, die das Ge­mein­wohl in den Vor­der­grund stel­len. Es kann nicht dar­um ge­hen, die In­ter­es­sen ein­zel­ner zu ver­fol­gen, es muss ums gro­ße Gan­ze ge­hen.“

Bea­te Sim­merl (Lin­ke), die Vor­sit­zen­de der Ge­mein­de­ver­tre­tung, schlug in ih­rer Re­de den Bo­gen von der gro­ßen Po­li­tik nach Schönei­che. „Wir ha­ben uns 2018 von vie­len Hoff­nun­gen ver­ab­schie­det, im Fuß­ball wie in der Po­li­tik“, sag­te sie. Um so wich­ti­ger sei­en star­ke Kom­mu­nen, in de­nen Bür­ger ih­re In­ter­es­sen ar­ti­ku­lie­ren, und in de­nen trans­pa­rent und de­mo­kra­tisch Po­li­tik ge­macht wird. Es ge­he dar­um „Hoff­nung zu ver­mit­teln ge­gen das Ge­fühl, dass Kri­sen nä­her und nä­her an den hei­mi­schen Herd rü­cken.“

Mit Blick auf Bund und Land sag­te Bea­te Sim­merl, dass den Kom­mu­nen nur dann zu­sätz­li­che Auf­ga­ben über­tra­gen wer­den könn­ten, wenn es da­für auch aus­rei­chend Geld ge­be. An ei­ner aus­kömm­li­chen Fi­nan­zie­rung feh­le es aber häu­fig. Zugleich warb die Vor­sit­zen­de der Ge­mein­de­ver­tre­tung da­für, für das Le­ben in ei­ner Ge­sell­schaft ele­men­ta­re Be­rei­che in öf­fent­li­cher Hand zu be­hal­ten. Das gel­te für Woh­nen und Ge­sund­heit eben­so wie für die Müll­ent­sor­gung und den öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr.

Bür­ger­meis­ter St­ein­brück lobt Mit­ar­beit bei Bau von neu­em Ge­rä­te­haus

Fotos (2): An­net­te He­rold

Aus­ge­zeich­net: Feu­er­wehr­leu­te so­wie de­ren Part­ner und Ar­beit­ge­ber ge­hör­ten zu de­nen, die beim Schönei­cher Neu­jahrs­emp­fang ge­wür­digt wur­den.

Gut ge­füllt: Vie­le Schönei­cher woll­ten sich den Emp­fang nicht ent­ge­hen las­sen.

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