Der Deut­sche in Russ­lands Team

Ser­gej Gor­pis­hin spielt in der Bun­des­li­ga für den HC Er­lan­gen und heu­te ge­gen das Gast­ge­ber-team

Märkische Oderzeitung Erkner - - Kultur Regional Moz - Hans Mo-

Mit Russ­land war­tet heu­te ein di­cker Bro­cken auf die deut­schen Hand­bal­ler.

sprach mit dem 21-jäh­ri­gen Ser­gej Gor­pis­hin, der in der Bun­des­li­ga für den HC Er­lan­gen spielt. Herr Gor­pis­hin, Ihr Team ist mit 3:1 Punk­ten in die WM ge­star­tet. Ist das Tref­fen mit Deutsch­land ein Schlüs­sel­spiel?

Nein. Wir sind mit un­se­rem Start zu­frie­den. Wir sind je­den­falls gut ins Tur­nier ge­kom­men. Nun wol­len wir Deutsch­land är­gern, so gut es geht. Muss sich Ih­re Mann­schaft da­für stei­gern?

Auf al­le Fäl­le. Wir müs­sen na­he­zu per­fekt spie­len, um da et­was aus­rich­ten zu kön­nen, viel fre­cher und aus­ge­fuchs­ter als ge­gen Ko­rea. Sind Sie mit Ih­ren ei­ge­nen Auf­trit­ten zu­frie­den?

Bin ich nie. Vor al­lem in der De­ckung fehlt mir noch der rich­ti­ge Zu­griff. Kommt Ihr gu­tes Deutsch von der Bun­des­li­ga?

Nein. Das kommt vom Kin­der­gar­ten. Ich bin in Deutsch­land ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen. Wie kommt das?

Mein Va­ter Wjat­sches­law war auch Hand­bal­ler. Er kam vor mehr als 20 Jah­ren aus Russ­land nach Er­lan­gen. Und dort wur­de ich ge­bo­ren. Und des­we­gen spie­len Sie heu­te dort in der Bun­des­li­ga?

Nicht des­we­gen. Das ist ein schö­ner Zu­fall. Ich bin in Hildesheim auf­ge­wach­sen, ha­be dort auch in der Ju­gend ge­spielt. Und vor die­ser Sai­son, da ha­be ich in Sprin­ge ge­spielt, frag­te der HC Er­lan­gen an. So kam das. Sie tre­ten in Va­ters Spur, der 270 Län­der­spie­le be­stritt und zwei­mal Olym­pia­gold ge­wann?

Das hof­fe ich. Jetzt le­be ich mei­nen Traum, Hand­ball­pro­fi zu sein. Aber mei­ne Mut­ter ach­tet dar­auf, dass ich mich nicht nur auf den Handball kon­zen­trie­re. Was ma­chen Sie denn noch?

Ich bin Stu­dent. Ma­schi­nen­bau in Er­lan­gen. Da muss ich dem­nächst in den Klau­su­ren ran, sonst sieht es nicht gut aus. Aber der­zeit schleift das Stu­di­um et­was. Ich hof­fe, die Tu­to­ren drü­cken mir trotz­dem die Dau­men . Sie sind der ein­zi­ge Bun­des­li­ga­pro­fi im Team. Bringt das Vor­tei­le?

Eher Nach­tei­le. Ich muss im Ho­tel al­le Be­stel­lun­gen ma­chen, weil ich Deutsch spre­che. Aber das ma­che ich ganz gern für die Jungs.

Foto: Imago

Ser­gej Gor­pis­hin

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