Po­len will grö­ße­re Oder-Buh­nen

BUND kri­ti­siert von EU und Welt­bank fi­nan­zier­tes Vor­ha­ben / Plä­ne lie­gen in Kür­ze bei deut­schen Be­hör­den aus

Märkische Oderzeitung Fürstenwalde - - Brandenburg - Von Dietrich Schrö­Der

Nau­en-Pro­zess soll mit Deal be­en­det wer­den

Pots­dam. Der Re­vi­si­ons­pro­zess um den Brand­an­schlag auf ei­ne ge­plan­te Flücht­lings­un­ter­kunft in Nau­en könn­te mit ei­nem so­ge­nann­ten Deal schnell be­en­det wer­den. Das teil­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Klaus Feld­mann am Don­ners­tag nach Be­ra­tun­gen mit der Ver­tei­di­gung und der Staats­an­walt­schaft mit. Die Ver­stän­di­gung könn­te dem an­ge­klag­ten Ex-NPD-Po­li­ti­ker Ma­ik Schnei­der im Fal­le ei­nes reui­gen Ge­ständ­nis­ses ei­nen deut­li­chen Straf­nach­lass brin­gen. (dpa)

Schö­ner­lin­der Stra­ße voll ge­sperrt

Ber­lin. Im Zu­ge der In­stand­set­zung der Schö­ner­lin­der Stra­ße (B109) in Ber­lin-Pan­kow müs­sen sich Au­to­fah­rer auf ei­ne mehr­mo­na­ti­ge Voll­sper­rung ein­stel­len. Vom 22. Ok­to­ber bis 10. März 2019 wer­de ein 1300 Me­ter lan­ger Ab­schnitt zwi­schen der Stra­ße Am Vor­werk und der Lan­des­gren­ze zu Bran­den­burg (Bar­nim) in bei­de Rich­tun­gen für den Au­to­ver­kehr ge­sperrt, wie die Se­nats­ver­wal­tung für Ver­kehr mit­teil­te. Ei­ne Um­lei­tung sei aus­ge­schil­dert. Die Schö­ner­lin­der Stra­ße wird seit En­de 2017 auf ei­ner Län­ge von 3500 Me­tern er­neu­ert. Die Fer­tig­stel­lung ist für Ju­li 2019 ge­plant. (hs/has)

Wo­id­ke soll Wahl­kreis im Sü­den ho­len

Forst. Bran­den­burgs Re­gie­rungs­chef Dietmar Wo­id­ke (SPD) soll bei der Land­tags­wahl im Herbst 2019 als Di­rekt­kan­di­dat im süd­bran­den­bur­gi­schen Wahl­kreis 041 an­tre­ten. Ei­nen ent­spre­chen­den Vor­schlag leg­ten der zu­stän­di­ge SPD-Un­ter­be­zirk Spree­Nei­ße und der SPD-Orts­ver­ein von Wo­id­kes Hei­mat­stadt Forst vor. Die Ent­schei­dung über die No­mi­nie­rung des Di­rekt­kan­di­da­ten sol­len al­ler­dings die 23 De­le­gier­ten der Par­tei aus den Städ­ten des Wahl­krei­ses mor­gen in Forst tref­fen. (dpa) War­schau/Neu­har­den­berg. Po­len be­ginnt mit der Um­set­zung sei­ner Plä­ne, die zur Ver­bes­se­rung des Hoch­was­ser­schut­zes, aber auch zu ei­ner tie­fe­ren Fahr­rin­ne für Schif­fe auf der Oder füh­ren sol­len. In Kür­ze wer­den die­se bei deut­schen Be­hör­den aus­ge­legt, von Um­welt­schüt­zern kommt schon mal Kri­tik.

Geht es tat­säch­lich nur um den bes­se­ren Hoch­was­ser­schutz und die Schaf­fung ei­ner sta­bi­len Fahr­rin­ne für Eis­bre­cher im Win­ter? Oder ist man im Nach­bar­land da­von über­zeugt, dass auf dem deutsch-pol­ni­schen Grenz­fluss künf­tig wie­der mehr Trans­port­schif­fe fah­ren kön­nen? Das ist seit Jah­ren ein sprin­gen­der Punkt, wenn über die Ent­wick­lung der Oder ge­strit­ten wird.

Auf je­den Fall will das Nach­bar­land nach mehr­jäh­ri­ger Dis­kus­si­on jetzt of­fen­bar zahl­rei­che Buh­nen mo­der­ni­sie­ren oder gänz­lich neu bau­en, die in der Ver­gan­gen­heit sträf­lich ver­nach­läs­sigt wur­den. So se­hen es Un­ter­la­gen vor, die im Rah­men der von der EU vor­ge­schrie­be­nen grenz­über­schrei­ten­den Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung in Kür­ze auch in Deutsch­land vor­ge­stellt wer­den.

Ab dem 22. Ok­to­ber wer­den die­se Un­ter­la­gen beim Was­se­r­und Schiff­fahrts­amt in Ebers­wal­de so­wie den Kreis­ver­wal­tun­gen von Oder-Spree bis zur Ucker­mark aus­lie­gen, da­mit auch deut­sche Stel­len da­zu Ein­wän­de er­he­ben oder Be­mer­kun­gen ma­chen kön­nen. Al­ler­dings sind da­für nur 30 Ta­ge bis zum 20. No­vem­ber vor­ge­se­hen.

Sei­nen Wi­der­stand ge­gen Tei­le die­ser Pla­nun­gen und die Nut­zung von Rechts­mit­teln kün­digt be­reits der Bund für Um­welt und Na­tur­schutz Deutsch­land (BUND) an. „Denn vie­le die­ser Buh­nen sol­len deut­lich grö­ßer sein und ei­nen an­de­ren Nei­gungs­win­kel ha­ben als die frü­he­ren“, sagt Sa­scha Mai­er. Er ge­hört dem Bran­den­bur­ger Lan­des­vor­stand des BUND an und ver­tritt die Or­ga­ni­sa­ti­on auch als Be­ob­ach­ter in der In­ter­na­tio­na­len Kom­mis­si­on zum Schutz der Oder.

„Die Aus­wir­kun­gen auf zahl­rei­che Tier­ar­ten, die in den Über­gangs­bio­to­pen am Fluss­ufer le­ben, wur­den nicht be­rück­sich­tigt“, kri­ti­siert er. Als Bei­spie­le nennt er die Trau­er­see­schwal­be und die Schlamm­peitz­ger.

Pol­ni­sche Um­welt­ver­bän­de hat­ten kürz­lich mit Un­ter­stüt­zung deut­scher Kol­le­gen be­reits ver­hin­dert, dass auch an der Westo­der nörd­lich von Schwedt – wo sich Moo­re ent­wi­ckelt ha­ben – ur­al­te deut­sche Dei­che und Schöpf­wer­ke er­neu­ert wer­den. Ein auf ihr Be­trei­ben hin ge­fer­tig­tes Gut­ach­ten be­stä­tig­te, dass dies für den Hoch­was­ser­schutz der Groß­stadt Stet­tin kei­nen Nut­zen brin­gen wür­de.

Be­für­wor­ter der Oder­schiff­fahrt dürf­ten da­ge­gen er­freut sein, dass sich nach Jah­ren end­lich wie­der et­was an den ver­nach­läs­sig­ten Buh­nen tut. Am Słu­bi­cer Ode­ru­fer ge­gen­über von Frank­furt ist das Ter­ri­to­ri­um zwi­schen meh­re­ren Buh­nen in­zwi­schen to­tal ver­san­det.

Von den 1,2 Mil­li­ar­den Eu­ro, die Po­len bei der EU und der Welt­bank an För­der­mit­teln und Kre­di­ten be­an­tragt hat, sol­len 365 Mil­lio­nen im Be­reich der Gren­zo­der ein­ge­setzt wer­den. Ih­re Ver­wen­dung ist bis 2022 ge­plant, so­dass im nächs­ten oder über­nächs­ten Jahr mit dem Bau be­gon­nen wer­den müss­te. Ein Teil des Gel­des ist auch für den Bau hö­he­rer und neu­er Dei­che zum Hoch­was­ser­schutz vor­ge­se­hen, der be­reits be­gann.

Auf der Ta­gung des Deut­schPol­ni­schen Um­welt­ra­tes am Mitt­woch und Don­ners­tag in Neu­har­den­berg (Märkisch-Oder­land) spiel­te das The­ma nur am Ran­de ei­ne Rol­le. Der Grund ist, dass für den Hoch­was­ser­schutz in Po­len nicht der Um­welt­mi­nis­ter, son­dern sein Kol­le­ge für Bin­nen­schiff­fahrt zu­stän­dig ist. Aus die­ser Auf­ga­ben­ver­tei­lung er­gibt sich auch der be­reits er­wähn­te Kon­flikt zwi­schen den Pla­nun­gen. Im­mer­hin wur­de ein Ab­kom­men un­ter­zeich­net, das künf­ti­ge ge­mein­sa­me Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen re­gelt.

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