Kn­öll­chen gibt es jetzt auch nachts

Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­am­tes kon­trol­lie­ren seit Sep­tem­ber zu un­ge­wöhn­li­chen Ta­ges­zei­ten und am Wo­che­n­en­de

Märkische Oderzeitung Fürstenwalde - - Medien - Von An­ne­mA­rie Diehr hniDA JAn-hen­rik

Fürs­ten­wal­de. Müll­sün­der, Falsch­par­ker und lär­men­der Lie­fer­ver­kehr – Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­am­tes kon­trol­lie­ren jetzt auch nachts, ob die Stadt­ord­nung ein­ge­hal­ten wird. Die Maß­nah­me zeigt ers­te Er­fol­ge; im nächs­ten Jahr soll der Au­ßen­dienst zu­sätz­li­che Ver­stär­kung be­kom­men.

Wenn der Bä­cker am Markt mor­gens um 5 Uhr sei­ne Bröt­chen ge­lie­fert be­kommt, schla­fen die meis­ten An­woh­ner noch – wenn sie nicht vom Hin und Her des mit Back­wa­ren be­stück­ten Roll­wa­gens ge­weckt wer­den. „Nacht­ru­he gilt von 22 bis 6 Uhr, für den Lie­fer­ver­kehr ist das ei­ne Her­aus­for­de­rung“, sagt Chris­toph Mal­cher, Chef des Ord­nungs­am­tes. Bis­her hat­ten sei­ne Mit­ar­bei­ter – 14 an der Zahl, fünf da­von sind im Au­ßen­dienst tä­tig – we­nig Mög­lich­kei­ten, auf die Lie­fe­ran­ten ein­zu­wir­ken: Sie wa­ren sch­licht längst schon wie­der auf und da­von, wenn die Ord­nungs­amts­mit­ar­bei­ter ih­ren Di­enst an­tra­ten.

Seit we­ni­gen Wo­chen ist das an­ders: „Seit Mit­te Sep­tem­ber kon­trol­lie­ren wir auch zu un­ge­wöhn­li­chen Zei­ten“, so Mal­cher. Nicht täg­lich und rund um die Uhr, aber „punk­tu­ell an ver­schie­de­nen Ta­gen“sei­en in den Nacht­stun­den, am frü­hen Mor­gen oder auch am Wo­che­n­en­de je­weils zwei Mit­ar­bei­ter in der Stadt un­ter­wegs.

Vor al­lem den nächt­li­chen Lie­fer­ver­kehr, auch par­ken­de Au­tos vor Zu­fahr­ten und in Ret­tungs­we­gen so­wie il­le­ga­le Müll­ab­la­ge­run­gen hat das Ord­nungs­amt da­bei im Blick. „Müll­hau­fen wach­sen vor al­lem in der Nacht, we­ni­ger am Tag“, sagt der Ord­nungs­amt-Chef. Auf fri­scher Tat er­tappt ha­ben sei­ne Mit­ar­bei­ter in den Nacht­stun­den zwar noch nie­man­den; doch in neun Fäl­len, so Mal­cher, konn­ten die Ver­ur­sa­cher durch Zeu­gen­be­fra­gun­gen aus­fin­dig ge­macht wer­den. Die Frie­den­stra­ße in Süd, wo auch gif­ti­ger Müll wie As­best la­ge­re, sei ei­ner der Kon­troll­schwer­punk­te. Ins­ge­samt sei die Ver­schmut­zung öf­fent­li­cher Flä­chen nicht mehr so gra­vie­rend wie vor ei­ni­gen Mo­na­ten: Zu- das Ord­nungs­amt den Lie­fer­ver­kehr wäh­rend der Nacht­ru­he un­ter­sagt. Die Auf­trag­ge­ber muss­ten die An­lie­fe­rung in die Zeit nach 6 Uhr ver­le­gen. „Das bringt wie­der neue Her­aus­for­de­run­gen mit sich“, er­klärt Mal­cher. Denn durch ran­gie­ren­de Lkw wür­de nun der mor­gend­li­che Be­rufs­ver­kehr in der Rein­hei­mer Stra­ße ge­stört wer­den.

Bei den nächt­li­chen Kon­trol­len, so Mal­cher, kom­me je­der Mit­ar­bei­ter mal zum Ein­satz. Er er­hält da­für Schicht­zu­schlä­ge und Frei­zeit­aus­gleich. „Wir sind auf ei­nem gu­ten Weg, was sich ein­ge­schlif­fen hat, zu­rück­zu­dre­hen“, drückt es Bür­ger­meis­ter Mat­thi­as Ru­dolph aus. Die zeit­lich fle­xi­blen Kon­troll­gän­ge sol­len sich ab 2019 auf noch mehr Mit­ar­bei­ter ver­tei­len: Vier zu­sätz­li­che Per­so­nal­stel­len für das Ord­nungs­amt se­he die ak­tu­el­le Haus­halts­pla­nung vor.

Der­je­ni­ge, der dem Bä­cker am Markt mor­gens die Bröt­chen bringt, er­klärt Mal­cher, be­müht sich jetzt, sei­ne Wa­gen per Hand aus­zu­la­den und zu tra­gen, statt mit dem Roll­wa­gen über das Kopf­stein­pflas­ter zu zie­hen. Wenn die kal­te Jah­res­zeit be­ginnt, ist es für Au­to­be­sit­zer wich­tig, ihr Fahr­zeug ent­spre­chend um­zu­rüs­ten. Dar­über sprach

mit Mar­tin Rau­er, ei­nem der Ge­schäfts­lei­ter des Au­to­hau­ses Rau­er in Erk­ner.

Herr Rau­er, was ist das Wich­tigs­te, auf das man beim Au­to im Win­ter ach­ten muss?

Als ers­tes soll­ten die Som­mer- auf Win­ter­rei­fen ge­wech­selt wer­den. Dann kann der Au­to­fah­rer auch gleich den Rei­fen­druck über­prü­fen, der we­gen des tie­fe­ren Pro­fils und der spe­zi­el­len Gum­mi­mi­schung im Win­ter an­ders ist.

Was ist bei der Bat­te­rie wich­tig?

Da bie­tet es sich an, in der Werk­statt ei­nen Test auf Funk­ti­ons­fä­hig­keit zu ma­chen, den Zu­stand der Bat­te­rie zu über­prü­fen. Nach sechs bis sie­ben Jah­ren in Ge­brauch soll­te man ei­ne neue ein­set­zen las­sen, da­mit auch bei Käl­te die Leis­tung er­bracht wird.

Wor­auf soll­te man als Fah­rer an­sons­ten noch ach­ten?

Auf je­den Fall muss die Kühl­flüs­sig­keit im Schei­ben­wasch­be­häl­ter über­prüft wer­den, ob ge­nü­gend Frost­schutz­mit­tel vor­han­den ist. Eben­so kann der Lack mit ei­nem Bal­sam be­ar­bei­tet wer­den. Der er­leich­tert es, das Eis zu ent­fer­nen, oh­ne Krat­zer zu ver­ur­sa­chen. In der dunk­len Jah­res­zeit ist na­tür­lich auch ei­ne in­tak­te Be­leuch­tung wich­tig, wes­halb die Licht­an­la­ge zu 100 Pro­zent in Ord­nung sein muss.

Muss man den Un­ter­bo­den­schutz vor dem Win­ter er­neu­ern las­sen?

Be­schä­dig­te Tei­le soll­ten nach­be­han­delt wer­den, so dass das ein­ge­setz­te Streu­salz kei­ne An­griffs­flä­che er­hält. Wenn Sie als Fah­rer schon ein­mal ih­ren Wa­gen durch­che­cken, kön­nen Sie auch gleich nach­se­hen, ob die Gum­mis der Schei­ben­wi­scher noch ih­ren Zweck er­fül­len. Po­rö­se Blät­ter wi­schen die Schei­be nicht mehr or­dent­lich sau­ber, und ein­ge­schränk­te Sicht kann zu Las­ten der Si­cher­heit ge­hen.

Fo­to: Bet­ti­na Wink­ler

Lei­tet das Ord­nungs­amt: Chris­toph Mal­cher

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