Kein Son­der­recht für Ge­schwis­ter

Auch Haupt­aus­schuss stimmt für neue Schul­be­zirks­sat­zung

Märkische Oderzeitung Fürstenwalde - - Medien -

Fürs­ten­wal­de. Die neue Sat­zung über die Be­zir­ke für die staat­li­chen Grund­schu­len in Fürs­ten­wal­de fand am Mitt­woch­abend im Haupt­aus­schuss – wie vor ein­ein­halb Wo­chen im So­zi­al­aus­schuss – brei­te Zu­stim­mung. Zu Be­ginn der Dis­kus­si­on warf Wolf­gang Pe­te­na­ti (CDU) die Fra­ge auf, wel­che Aus­wir­kung die Ent­schei­dung der Raue­ner ha­be. Im Nach­bar­ort hat­te die Ge­mein­de­ver­tre­ter­sit­zung jüngst ent­schie­den, sich vom bis­he­ri­gen, kirch­lich ge­präg­ten Trä­ger zu tren­nen und „zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt“ei­nen An­trag zur Grün­dung ei­ner Grund­schu­le in der Trä­ger­schaft der Ge­mein­de zu stel­len. Klar ist je­doch, dass Rau­en die­se nicht al­lein mit Kin­dern aus dem Ort fül­len kann. Des­halb will man mit Fürs­ten­wal­de ei­nen Ver­trag dar­über schlie­ßen, dass die Stadt die an Rau­en an­gren­zen­den Stra­ßen­zü­ge ab­gibt. Bis­lang gibt es ei­nen ent­ge­gen­ge­setz­ten Ver­trag: Kin­der aus Rau­en ge­hö­ren zum Be­zirk der Fürs­ten­wal­der Fon­ta­ne­schu­le.

Man kön­ne im Mo­ment nicht ab­se­hen, wie sich die Ent­schei­dung der Raue­ner aus­wir­ke, sag­te Bür­ger­meis­ter Mat­thi­as Ru­dolph (BFZ). Dort lau­fe ja noch ei­ne Kla­ge des bis­he­ri­gen Trä­gers. „Wir hof­fen, das ha­ben wir in Ge­sprä­chen mit Amt und Ge­mein­de kom­mu­ni­ziert, dass man sich güt­lich ei­nigt. Viel­leicht bis 2020.“

Ste­phan Wen­de (Lin­ke) sprach in der wei­te­ren Dis­kus­si­on die For­de­rung des Stadt­el­tern­ra­tes an, dass sich die Gren­ze der Schul­be­zir­ke über­lap­pen, El­tern in die­sen Be­rei­chen zwi­schen Schu­len wäh­len kön­nen. Ru­dolph ver­wies auf Da­ten­schutz­pro­ble­me. Je­der kön­ne dann zu­rück­ver­fol­gen, wo ein Kind wohnt, da man für ein­zel­ne Kin­der den Schul­weg aus­rech­nen müs­se. Au­ßer­dem ge­be es bei der Über­lap­pung wie­der ver­mehrt An­trä­ge von El­tern. Das ge­fähr­de die Pla­nungs­si­cher­heit der Schu­len, er­gänz­te Ja­nett Sei­ler (BFZ).

Schließ­lich wur­de noch dis­ku­tiert, ob man für Ge­schwis­ter­kin­der in der Sat­zung des Recht for­mu­lie­ren kann, auf die glei­che Schu­le zu ge­hen. In frü­he­ren De­bat­ten war be­haup­tet wor­den, dass an­de­re Städ­te wie Bernau sol­che Re­ge­lun­gen ha­ben. Ru­dolph räum­te nun ein, dass sich das nicht be­tä­tigt ha­be. Und weil das Lan­des­ge­setz die spe­zi­el­le Re­ge­lung für Ge­schwis­ter nicht zu­las­se, kön­ne man das nicht in die Sat­zung der Stadt schrei­ben. Es blei­be den El­ten nur, beim Schul­amt, nach § 106 des Schul­ge­set­zes, aus wich­ti­gem Grund den Be­such ei­ner an­de­ren Schu­le zu be­an­tra­gen. (us)

Bür­ger­meis­ter Ru­dolph: Aus­wir­kung der Be­schlüs­se in Rau­en noch nicht ab­seh­bar

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