Schwie­ri­ge Ter­ror-au­f­ar­bei­tung

Frank Hen­kel im Un­ter­su­chungs­aus­schuss: Na­me Am­ri vor Ter­ror­an­schlag nicht ge­hört

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - Nachrichten -

Von Ma­ria neu­en­dorff

Ber­lin. Ob­wohl der At­ten­tä­ter des Ter­ror­an­schla­ges auf den Ber­li­ner Weih­nachts­markt den Si­cher­heits­be­hör­den schon vor dem Weih­nachts­markt­an­schlag be­kannt war, kann sich der frü­he­re Ber­li­ner In­nen­se­na­tor Frank Hen­kel (CDU) nicht an des­sen Na­men er­in­nern. „Der Na­me Am­ri ist als of­fi­zi­el­ler Fall nicht über mei­nen Schreib­tisch ge­gan­gen“, sag­te Hen­kel am Frei­tag im Ber­li­ner Un­ter­su­chungs­aus­schuss.

Er be­stä­tig­te je­doch, dass is­la­mis­ti­sche Ge­fähr­der in wö­chent­li­chen Si­cher­heits­sit­zun­gen mit Po­li­zei und Ver­fas­sungs­schutz The­ma wa­ren. „Si­cher wur­de auch hier und da mal über Na­men ge­spro­chen. Ich er­in­ne­re mich aber we­der an ge­nann­te ech­te Na­men von Is­la­mis­ten noch an Ali­as-na­men“, so Hen­kel.

Zu den be­sag­ten Run­den ge­hör­te auch der da­ma­li­ge LKACHEF Chris­ti­an Stei­of. Kürz­lich hat­te die­ser im Un­ter­su­chungs­aus­schuss nach Ak­ten­stu­di­um aus­ge­sagt, dass der Na­me Am­ri in ei­ner Sit­zun­gen am 24. Fe­bru­ar 2016 The­ma war. Zu­vor soll der Tu­ne­si­er auch schon vier­mal im Ter­ro­ris­mus-ab­wehr­zen­trum von Bund und Län­dern auf der Ta­ges­ord­nung ge­stan­den ha­ben.

Am 19. De­zem­ber 2016 ras­te Am­ri mit ei­nem Last­wa­gen in die Men­schen­men­ge auf dem Weih­nachts­markt an der Ge­dächt­nis­kir­che. Er tö­te­te zwölf Menschen und ver­letz­te mehr als 70. Hen­kel, des­sen Amts­zeit nur we­ni­ge Tage vor der Tat en­de­te, sprach am Frei­tag über die da­ma­li­ge Über­las­tung der Kri­mi­nal­po­li­zei, be­son­ders beim Staats­schutz. „Mir war voll­kom­men klar, dass die Po­li­zei un­ter Voll­last ge­fah­ren ist.“Durch die wach­sen­de Zahl der is­la­mis­ti­schen Ge­fähr­der ha­be der Druck zu­ge­nom­men. Um die da­mals rund 70 Per­so­nen in Ber­lin rund um die Uhr zu be­wa­chen, hät­te man 1500 bis 2000 Be­am­te ge­braucht, „die wir nicht hat­ten.“

An­ge­spannt war die Per­so­nal­la­ge auch bei den bei­den Lkasach­be­ar­bei­tern, die im Som­mer 2016 das Ver­bots­ver­fah­ren ge­gen die Fus­si­let-mo­schee be­ar­bei­te­ten, in der Am­ri vor der Tat ver­kehr­te. Nach­dem der Ver­fas­sungs­schutz Hen­kel im Som­mer 2016 ge­be­ten hat­te, ein Ver­bot zu prü­fen, ha­be er die Bit­te vom LKA er­hal­ten, erst ent­spre­chen­de Straf­ver­fah­ren ge­gen Mit­glie­der der Mo­schee ab­zu­war­ten, „um das Ver­bot rechts­si­cher zu ma­chen“, be­rich­te­te der Ex-se­na­tor. Er be­stä­tig­te, dass ei­ner der bei­den Lka-mit­ar­bei­ter län­ger krank ge­we­sen ist. Die um­strit­te­ne Mo­schee wur­de erst nach dem An­schlag ge­schlos­sen.

Fo­to: dpa/klaus-diet­mar Gab­bert

Im Zeu­gen­stand: Frank Hen­kel (CDU) wur­de am Frei­tag vor dem Un­ter­su­chungs­aus­schuss be­fragt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.