Wert­schöp­fung im länd­li­chen Raum

Treb­nit­zer Schloss­ge­spräch zu Chan­cen des länd­li­chen Rau­mes / Bei­spie­le für bür­ger­li­chen En­thu­si­as­mus

Märkische Oderzeitung Seelow - - Vorderseite - Von Do­ris stein­kraus In­fos un­ter www.re­gio­nal­wert­ber­lin.de, www.hof-pra­edi­kow. de, www.zu­kunfts­or­te.com

Treb­nitz. Um Wert­schöp­fungs­ket­ten im länd­li­chen Raum dreh­te sich al­les beim ers­ten Schloss­ge­spräch des neu­en Jah­res. Ei­ne The­se: Die Chan­cen lie­gen in Ni­schen­pro­duk­ten.

Treb­nitz. Um Wert­schöp­fungs­ket­ten im länd­li­chen Raum dreh­te sich al­les beim ers­ten Schloss­ge­spräch des neu­en Jah­res. Die Chan­cen lie­gen in Ni­schen­pro­duk­tio­nen und auch in der Krea­ti­vi­tät von Zu­züg­lern, wur­de am Frei­tag­abend in der Al­ten Schmie­de deut­lich.

Es sind mitt­ler­wei­le 45 Er­wach­se­ne und 25 Kin­der, die als Ge­nos­sen­schaft dem al­ten Guts­hof in Prä­di­kow neu­es Le­ben ein­hau­chen wol­len. 70 Pro­zent der Ak­teu­re – al­le­samt aus Ber­lin – se­hen so­wohl ih­ren Ar­beits­als auch Le­bens­ort künf­tig auf dem Lan­de. 13 lan­ge leer ste­hen­de Ge­bäu­de sol­len auf­ge­mö­belt wer­den – als Woh­nun­gen, Werk­stät­ten und Krea­tiv­räu­me. Und dann sei doch noch die Dorf­scheu­ne, er­zählt Tho­mas Dün­ne­brink vom Netz­werk Zu­kunfts­or­te. Sie prä­ge nicht nur den Ein­gang zum Hof, son­dern soll künf­tig noch viel stär­ker auch Treff für al­le aus dem Ort wer­den. Ers­te Fes­te ha­be es be­reits ge­ge­ben, er­zählt Dün­ne­brink. Die Ide­en der Neu-Prä­di­kower ge­hen bis hin zu ei­ner Ki­ta.

„Sol­che Pro­jek­te sind ein ech­ter Ge­winn für den länd­li­chen Raum“, sieht es Grit Kör­mer, Ge­schäfts­füh­re­rin der LAG Mär­ki­sche Se­en. Das Re­gio­nal­ma­na­ge-

ment un­ter­stützt die Prä­di­kower, er­hofft sich selbst Lern­er­fah­run­gen, wie et­was von au­ßen in ein Dorf Hin­ein­ge­tra­ge­nes ent­wi­ckelt wer­den kann. Die Hof- ge­mein­schaft will auch di­gi­ta­le Ar­beits­plät­ze schaf­fen, ei­nen Hof­la­den auf­bau­en, die Werk­stät­ten als Di­enst­leis­tungs­an­ge­bo­te für je­der­mann öff­nen. „Da­mit blie­be Wert­schöp­fung

vor Ort“, sieht Grit Kör­mer ei­nen wich­ti­gen Aspekt. Treb­nitz sei be­reits ein Bei­spiel sol­cher Wert­schöp­fungs­ket­ten. Das Bil­dungs- und Be­geg­nungs­zen­trum so­wie wei­te­re Ein­rich­tun­gen auf dem Schloss-Are­al wür­den für Ar­beits­plät­ze sor­gen. Der Dor­f­la­den bie­te Pro­duk­te von Un­ter­neh­men aus der Re­gi­on.

Ti­mo Ka­phengst von der Re­gio­nal­wert AG Ber­lin-Bran­den­burg er­zählt von Bür­ger­ak­ti­en. Die Ak­tio­nä­re set­zen da­bei nicht auf Ge­win­ne, son­dern auf die Ent­wick­lung ei­ner Wert­schöp­fungs­ket­te vom Acker bis zum Tel­ler. Sie un­ter­stüt­zen Bi­o­bau­ern, sich an­schlie­ßen­de Ver­ar­bei- tungs­be­trie­be – et­wa Mol­ke­rei­en, Braue­rei­en oder Bä­cke­rei­en – und schließ­lich die Ver­mark­tung, zum Bei­spiel Hof­lä­den oder Gast­stät­ten. „Es gibt vie­le Ide­en und auch ei­nen gro­ßen Be­darf vor al­lem aus Städ­ten“, ver­si­chert Ka­phengst. Das Pro­blem: Oft sei­en es eben klei­ne Fir­men, de­ren Fi­nanz­de­cke sehr kurz ist. Die Re­gio­nal­wert prüft und un­ter­stützt. Nicht als Dar­le­hens­ge­ber, son­dern durch Un­ter­neh­mens­be­tei­li­gung. Grit Kör­mer nennt das Bei­spiel Rei­che­now mit dem Guts­hof. Dort ha­be sich zwar nicht durch die Re­gio­nal­wert AG, aber Dank star­ker An­fangs­för­de­rung viel ent­wi­ckelt. Da­von pro­fi­tie­re heu­te das ge­sam­te Dorf. Es sind Kon­zep­te, die nicht flä­chen­de­ckend in je­dem Dorf grei­fen kön­nen oder sol­len, so das Fa­zit der abend­li­che Run­de. „Es braucht auch ein ge­sun­des Maß Nai­vi­tät der Ak­teu­re, um sich sol­chen Aben­teu­ern zu stel­len“, be­kennt Tho­mas Dün­ne­brink. Wür­de man am An­fang wis­sen, wel­che Hin­der­nis­se kom­men kön­nen – von Denk­mal­schutz über Um­welt­auf­la­gen bis hin zur Fi­nan­zie­rung –, wür­de vie­les gar nicht star­ten.

Re­gio­nal­ma­nage­ment un­ter­stützt von au­ßen in die Dör­fer ge­tra­ge­ne Initia­ti­ven

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