Nach­den­ken über Ge­sell­schafts­haus

Dis­kus­si­on im Orts­bei­rat über För­der­mög­lich­kei­ten zur Sa­nie­rung der Sport- und Mehr­zweck­hal­le an der Haupt­stra­ße

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Vorderseite - Von Uwe Spran­ger

Herz­fel­de. Das „Ge­sell­schafts­haus“soll wie­der auf­er­ste­hen. Der Na­me des be­kann­ten Re­stau­rants steht jetzt als Ar­beits­ti­tel für die ge­plan­te Sa­nie­rung der Mehr­zweck­hal­le.

Herz­fel­de. In Herz­fel­de soll das „Ge­sell­schafts­haus“wie­der auf­er­ste­hen. Der Na­me des be­kann­ten Re­stau­rants an der Haupt­stra­ße steht jetzt als Ar­beits­ti­tel für die ge­plan­te Sa­nie­rung der Mehr­zweck­hal­le, die einst der Saal des Lo­kals war.

Seit Län­ge­rem macht die der­zeit vor al­lem für den Sport ge­nutz­te Hal­le Pro­ble­me. Im­mer wie­der gab es bei Re­gen Was­ser­schä­den durch ein un­dich­tes Dach. Und zu­letzt die Aus­sa­ge der Ver­wal­tung, dass da mit klei­nem Auf­wand nicht mehr viel zu ma­chen, das Dach viel­mehr ir­re­pa­ra­bel sei. Bür­ger­meis­ter An­dré Schal­ler blieb auch bei der jüngs­ten Orts­bei­rats­sit­zung bei die­ser Ein­schät­zung und wi­der­sprach da­mit der Mei­nung von Hand­wer­kern und Bür­gern aus dem Ort, die sich eben­falls das Dach an­ge­se­hen hat­ten. Es reg­ne an mehr Stel­len rein, als da­bei un­ter­sucht wur­den, sag­te Schal­ler. Die Fra­ge sei, wie lan­ge man das Haus so hal­ten kön­ne.

Nun tut sich zu­min­dest ein Weg auf, wie das Ge­bäu­de in Schuss ge­bracht wer­den kann. „Wir wä­ren froh, wenn wir mal was für Herz­fel­de tun könn­ten“, äu­ßer­te Grit Kör­mer von der Lo­ka­len Ak­ti­ons­grup­pe Mär­ki­sche Se­en, die über die Ver­ga­be von För­der­mit­teln aus ver­schie­de­nen Pro­gram­men mit ent­schei­det. Sie war ei­gens ein­ge­la­den wor­den, um För­der­mög­lich­kei­ten zu er­läu­tern.

Zum ei­nen ge­be es da die Ge­mein­schafts­auf­ga­be „Ver­bes­se­rung der Agrar­struk­tur und des Küs­ten­schut­zes“(GAK), in­for­mier­te sie. Der Zu­gang sei ge­ra­de er­leich­tert wor­den. Wenn al­ler­dings die Mit­tel al­le sind, wer­de das Pro­jekt ab­ge­lehnt.

Si­che­rer ge­hen kön­ne der Ort beim Pro­gramm Lea­der, das aus EU-Töp­fen ge­speist wird. Das Bud­get sei da. Um aber an die­ses Geld zu kom­men, müs­se ein Aus­wahl­ver­fah­ren durch­lau­fen und ei­ne Min­dest­punkt­zahl er­reicht wer­den, die un­ter an­de­rem durch die be­nö­tig­te Sum­me – je mehr Geld ge­braucht wird, des­to we­ni­ger Punk­te wer­den ver­an­schlagt – und durch die vor­ge­se­he­ne Nut­zung, al­so den Ef­fekt für das Dorf, be­ein­flusst wird. Als po­si­ti­ve Bei­spie­le wur­den das Bür­ger­haus Bruch­müh­le und das Pro­jekt Dorf­kon­sum Lich­te­now ge­nannt.

Jörg Zäh­ler von Glück auf Rü­ders­dorf mach­te deut­lich, dass die Sport­ler die Hal­le un­be­dingt er­hal­ten wol­len. Schließ­lich ge­be es in der Ge­mein­de mehr Be­darf als Hal­len­zei­ten. Der Kreis­sport­bund steht eben­falls hin­ter dem Vor­ha­ben. An­sons­ten wer­de das al­te Ge­bäu­de, das vor et­wa 20 Jah­ren um ei­nen Sa­ni­tärt­rakt er­gänzt wur­de, vor­mit­tags von Ki­ta-Kin­dern ge­nutzt, bis­wei­len von Ver­ei­nen für Fei­ern, so Orts­vor­ste­he­rin Ge­sa So­bal­la. Die Aus­las­tung liegt laut Bür­ger­meis­ter bei 50 bis 60 Pro­zent – für ein Ob­jekt oh­ne Schul­sport ein gu­ter Wert, be­schei­nig­te er. Al­ler­dings wer­de ei­ne nur sport­li­che Nut­zung nicht rei­chen, mach­te Grit Kör­mer deut­lich. Zum Bei­spiel könn­ten Sprech­stun­den von Pfle­ge­diens­ten oder Ähn­li­chem als Bei­trag zur „Ver­sor­gung“in­te­griert wer­den.

Ani­ta Paw­lak vom Hei­mat­ver­ein er­in­ner­te dar­an, dass die Hal­le der ein­zi­ge gro­ße Raum für Ver­an­stal­tun­gen sei. In den frü­he­ren Tanz­saal pass­ten im­mer­hin rund 200 Per­so­nen und da­mit deut­lich mehr als heu­te in die Au­la im Ge­mein­de­zen­trum. Bei Vor­trä­gen oder an­de­ren An­ge­bo­ten wür­de man gern mehr Gäs­te un­ter­brin­gen, be­rich­te­te sie und brach­te des­halb auch die al­te Be­zeich­nung „Ge­sell­schafts­haus“wie­der ins Spiel. Wei­te­re Ide­en könn­ten von den Herz­fel­dern selbst ge­sam­melt wer­den, zum Bei­spiel bei ei­nem Ter­min vor Ort. Ei­ne ent­spre­chen­de Ein­la­dung soll vor­be­rei­tet wer­den.

Schal­ler mach­te zu­dem klar, dass die Ge­mein­de­ver­tre­tung von dem Pro­jekt über­zeugt wer­den müs­se. Die in Aus­sicht ste­hen­den 75 Pro­zent sei­en zwar ei­ne „Su­per-För­de­rung“, den­noch blei­be ein Ei­gen­an­teil der Ge­mein­de. Zwar sei­en statt 80 000 Eu­ro Ab­riss­kos­ten für die Hal­le wie­der 400 000 Eu­ro als In­ves­ti­ti­on in der Haus­halts­pla­nung für 2020, aber die sei noch nicht be­schlos­sen. Er schlug vor, als Ba­sis von Fach­leu­ten ein or­dent­li­ches Pro­jekt ma­chen zu las­sen. Eins ste­he für ihn fest: nur mit ent­spre­chen­der För­de­rung sei ei­ne Sa­nie­rung auch rea­lis­tisch.

Fo­to: Hei­mat­ver­ein

Be­lieb­ter An­lauf­punkt: das Ge­sell­schafts­haus Herz­fel­de. Bür­ger wün­schen sich, dass der eins­ti­ge Saal sa­niert wird.

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