Kri­tik zielt vor­bei

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Meinungen Und Hintergrund - Micha­el Ga­bel

So­zi­al un­aus­ge­wo­gen“, „ar­muts­po­li­tisch ver­fehlt“– die Kri­tik des Kin­der­hilfs­werks an den von der Ko­ali­ti­on ge­plan­ten Ent­las­tun­gen für Fa­mi­li­en ist deut­lich. Aber sie geht an der Sa­che vor­bei. Denn zu­nächst ein­mal ist es ei­ne gu­te Nach­richt, dass das Kin­der­geld an­ge­ho­ben wer­den soll und die Steu­er­last für El­tern bald sin­ken könn­te. Denn Kin­der groß­zu­zie­hen geht ins Geld – das wis­sen nicht nur El­tern, die un­ter­halb der Hartz-IV-Gren­ze le­ben, son­dern auch Men­schen mit mitt­le­ren Ein­kom­men.

In ei­nem ha­ben die Kri­ti­ker je­doch recht: Dass Hartz-IV-Emp­fän­ger leer aus­ge­hen, ist un­ge­recht. Wenn, wie es der­zeit ge­re­gelt ist, zu­sätz­li­che Leis­tun­gen mit der Grund­si­che­rung ver­rech­net wer­den, soll­te der Staat die Hartz-IV-Sät­ze an­he­ben. Dass die Ko­ali­ti­on dies nicht auf der Agen­da hat, ist ein schwe­res Ver­säum­nis.

Nur soll­te die­ser Man­gel nicht den Blick da­für ver­stel­len, dass die gro­ße Mehr­heit sehr wohl von der nun ge­plan­ten Re­form pro­fi­tie­ren wür­de. Die Fort­schrit­te für Fa­mi­li­en sind un­ver­kenn­bar: Bun­des­weit gibt es bes­se­re Be­treu­ungs­mög­lich­kei­ten, mehr Vä­ter ge­hen in El­tern­zeit. Al­les zu­sam­men trägt da­zu bei, dass in Deutsch­land wie­der mehr Ba­bys zur Welt kom­men. Ei­ne er­freu­li­che Ent­wick­lung.

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