Be­ein­dru­ckend un­wahr­schein­lich

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Meinungen Und Hintergrund -

Zu „Ge­le­gen­heit zum Un­recht“(Aus­ga­be vom 2. Ok­to­ber):

Wie zu er­war­ten war, wur­den von Dik­ta­tur-For­schern kei­ne Fäl­le von vor­ge­täusch­tem Kinds­tod aus DDR-Zei­ten ge­fun­den. Aber den­noch wird mit im­mer neu­en Vor­stu­di­en und For­schungs­pro­jek­ten dar­an ge­ar­bei­tet, aus be­haup­te­ten Fäl­len Mus­ter da­für zu bil­den. Was im­mer das hei­ßen soll.

Am meis­ten be­ein­druckt mich die Er­kennt­nis des His­to­ri­kers Sach­se, er hal­te es nicht für un­mög­lich, dass der Tod von Neu­ge­bo­re­nen vor­ge­täuscht wur­de, wäh­rend er zu­gleich be­tont, dies aber nicht für wahr­schein­lich zu hal­ten. So könn­te man es auch nicht für un­mög­lich hal­ten, beim Spa­zier­gang von ei­nem Me­teo­ri­ten er­schla­gen zu wer­den, wenn­gleich dies nicht wahr­schein­lich ist.

Zwangsa­d­op­tio­nen, die es laut In­ter­net in der BRD üb­ri­gens eben­so gab und gibt, wur­den – ent­ge­gen der Be­haup­tung – auch in der DDR nur durch un­ab­hän­gi­ge or­dent­li­che Ge­rich­te ent­schie­den. Wenn aber aus­drück­lich durch Pots­da­mer Wis­sen­schaft­ler be­tont wird, dass sie die „Le­gi­ti­mi­tät und Kin­des­wohlori­en­tiert­heit“bei DDR-Ad­op­tio­nen „nicht in Fra­ge stel­len“, spricht das für sich. Vol­ker link frank­furt (oder)

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