Boo­men­des Hand­werk

Im Kam­mer­be­zirk Frank­furt läuft es für die meis­ten Be­trie­be gut

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Wirtschaft - Von Kers­tin Macht

Frank­furt (Oder). Die Be­trie­be im Be­reich der Hand­werks­kam­mer Frank­furt (Oder) rech­nen in den kom­men­den Mo­na­ten mit ei­ner sta­bi­len Ent­wick­lung der Kon­junk­tur. Stei­gen­de Um­sät­ze wer­den eben­so er­war­tet wie ei­ne Auf­sto­ckung des Per­so­nal­be­stan­des. Das zeigt ei­ne Um­fra­ge zur wirt­schaft­li­chen Si­tua­ti­on im Kam­mer­be­reich.

„Wir ver­zeich­nen der­zeit die bes­te Ge­schäfts­la­ge über­haupt, seit­dem wir sol­che Er­he­bun­gen vor­neh­men“, er­klär­te As­trid Köbsch, Lei­te­rin der Ab­tei­lung Ge­wer­be­för­de­rung der Hand­werks­kam­mer Frank­furt (Oder). Fast 77 der be­frag­ten Be­trie­be be­zeich­nen ih­re Ge­schäfts­la­ge als gut, nur bei knapp vier Pro­zent der Hand­werks­fir­men läuft es eher schlecht. Vor al­lem das Bau­haupt- und die Aus­bau­ge­wer­ke pro­fi­tie­ren von der an­hal­tend gu­ten Nach­fra­ge nach Bau­leis­tun­gen. Auch das Kfz-Ge­wer­be zei­ge ge­gen­über dem Vor- jahr ei­nen deut­li­chen An­stieg, so Köbsch.

Sie ver­wies aber auch dar­auf, dass die­se Ent­wick­lung wohl nicht ewig so wei­ter­ge­hen wer­de. „Die Achil­les­fer­se des Wachs­tums ist der Fach­kräf­te­man­gel. Der trifft nicht nur die In­dus­trie, son­dern auch die Hand­werks­fir­men.“Im­mer­hin wol­len aber 16 Pro­zent ih­ren Per­so­nal­be­stand ver­grö­ßern, bei drei Vier­tel der Be­trie­be soll er kon­stant blei­ben.

Die bes­te Aus­las­tung zeigt mit 93 Pro­zent das Bau­leis­tungs­ge­wer­be, ge­folgt von den Aus­bau­ge­wer­ken (93 Pro­zent) und dem Kfz-Hand­werk mit 87 Pro­zent. Auf­fal­lend ist, dass die Aus­las­tung be­son­ders im Land­kreis Märkisch Oder­land sehr hoch ist und bei Be­trie­ben mit mehr als fünf Mit­ar­bei­tern. Nur zehn Pro­zent der Un­ter­neh­men ver­zeich­nen we­ni­ger Auf­trä­ge. Al­ler­dings schät­zen die Un­ter­neh­men auch ein, dass die­sem Lang­zeit­hoch der kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung ir­gend­wann auch ei­ne Ein­trü­bung folgt und stel­len sich ent­spre­chend dar­auf ein.

Ge­schäfts­füh­rer Frank Ecker ver­wies in die­sem Zu­sam­men­hang dar­auf, dass die Zahl der Hand­werks­fir­men im Kam­mer­be­zirk 2018 leicht ge­sun­ken ist. Noch gibt es rund 11 600 Un­ter­neh­men, das sind 70 we­ni­ger als im Vor­jahr. „Lei­der zeigt sich zum ei­nen, dass vie­le Be­trie­be ein­fach kei­nen Nach­fol­ger fin­den, an­de­rer­seits aber auch die Be­reit­schaft, sich selbst­stän­dig zu ma­chen, bei den jun­gen Leu­ten ge­sun­ken ist.“Ecker be­grün­det dies da­mit, dass ei­ne Grün­dung frü­her ei­ne Mög­lich­keit war, aus der Ar­beits­lo­sig­keit her­aus­zu­kom­men, jetzt aber ge­nü­gend Ar­beits­plät­ze zur Aus­wahl stün­den.

Das schlägt sich auch auf die Su­che nach Lehr­lin­gen nie­der. Seit 2016 ver­zeich­net der Kam­mer­be­zirk wie­der stei­gen­de Aus­bil­dungs­zah­len, auch weil die Fir­men neue We­ge ge­hen, um Ju­gend­li­che für Hand­werks­be­ru­fe zu in­ter­es­sie­ren. In die­sem Jahr konn­ten 917 Lehr­ver­trä­ge ge­schlos­sen wer­den, das sind 47 Ver­trä­ge mehr als 2017.

Fo­to: dpa/Ni­co­las Ar­mer

Zim­mer­manns­ge­sel­le auf dem Bau: Von der an­hal­ten­den Nach­fra­ge nach Bau­leis­tun­gen pro­fi­tie­ren vor al­lem Be­trie­be des Bau­haupt- und Aus­bau­ge­wer­bes.

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