Schnäpp­chen­jagd am „Sin­gles‘ Day“

Ei­ne aus Chi­na stam­men­de In­ter­net-Ver­kaufs­ak­ti­on nimmt auch in Deutsch­land lang­sam Fahrt auf

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Wirtschaft - Von Min­go isol­de lo­ren­zen

Wir kau­fen Blu­men zum Va­len­tins­tag, be­sor­gen Kos­tü­me, Kür­bis­se und Kau­bon­bons für Hal­lo­ween und ge­hen auf Schnäpp­chen-Jagd im In­ter­net am Black Fri­day. Was aus Sicht des Han­dels so gut funk­tio­niert, bie­tet die Chan­ce auf mehr: Zahl­rei­che An­bie­ter in Deutsch­land und an­de­ren Län­dern ru­fen am 11.11. mit Ak­tio­nen und Ra­bat­ten zum Me­ga-Shop­ping im Netz auf – denn am 11. No­vem­ber ist „Sin­gles‘ Day“.

Er ist ei­ne chi­ne­si­sche Er­fin­dung. Die On­line-Händ­ler in der Volks­re­pu­blik führ­ten ihn schon 2009 als Ge­gen­stück zum Tag der Ver­lieb­ten ein. We­gen der vier Ein­sen in Fol­ge leg­ten sie ihn auf den 11.11. Mit Son­der­an­ge­bo­ten sol­len die vie­len Un­ver­hei­ra­te­ten des Lan­des über ih­re Ein­sam­keit hin­weg­ge­trös­tet wer­den, heißt es.

In Deutsch­land ken­nen den Tag erst rund 13 Pro­zent der Ver­brau­cher, wie ei­ne jüngst ver­öf­fent­lich­te Um­fra­ge des IFH Köln in Zu­sam­men­ar­beit mit Ebay Deutsch­land un­ter 500 In­ter­net­nut­zern er­gab. Doch immerhin fast 33 Pro­zent der Be­frag­ten sag­ten, dass sie Ra­bat­te und Ak­tio­nen am „Sin­gles‘ Day“in die­sem Jahr das ers­te Mal nut­zen wür­den. „Der Tag liegt gut“, sagt An­na Werth, Lei­te­rin der Markt­platz-KIX-Er­he­bung am IFH. Sechs Wo­chen vor Weih­nach­ten sei­en die Kon­su­men­ten aus­ga­be­freu­di­ger. Die Händ­ler, die beim „Sin­gles‘ Day“mit­ma­chen, tä­ten dies aber auch, um Neu­kun­den zu ge­win­nen – zu­min­dest die klei­ne­ren, un­be­kann­te­ren. Ein Drit­tel der vom IFH be­frag­ten rund 200 On­li­ne­markt­platz-Händ­ler ga­ben an, ih­rer Mei­nung nach wer­de die Be­deu­tung des „Sin­gles‘ Day“in den kom­men­den fünf Jah­ren zu­neh­men.

Ver­brau­cher­schüt­zer ra­ten – wie im­mer bei sol­chen Ak­tio­nen – da­zu, sich nicht blen­den und nicht hin­rei­ßen zu las­sen. „Wir emp­feh­len Preis­such­ma­schi­nen, min­des­tens zwei, zum Preis­ver­gleich“, sagt der Spre­cher der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len, Ge­org Try­ba. Bei Stich­pro­ben zei­ge sich im­mer wie­der, dass Ra­bat­te nicht so hoch sei­en wie an­ge­nom­men. Sie wür­den et­wa auf die Un­ver­bind­li­che Preis­emp­feh­lung (UVP) ge­ge­ben, an die sich kaum ein Händ­ler hal­te.

Von „psy­cho­lo­gi­schen Werk­zeu­gen“wie ei­ner ab­lau­fen­den Uhr oder An­ga­ben zu ei­ne be­grenz­ten Men­ge des ge­wünsch­ten Ar­ti­kels soll­ten sich Ver­brau­cher nicht un­ter Druck set­zen las­sen. Wer aber meint, so­fort zu­schla­gen zu müs­sen, hat ein Wi­der­rufs­recht, von min­des­tens 14 Ta­gen. Vie­le Händ­ler bie­ten auch ei­ne Stor­nie­rung Mi­nu­ten oder auch noch Stun­den nach dem Kauf an, sagt Try­ba. (AFP)

Fo­to: dpa/Jens Ka­la­enee

„Sin­gles Day“: Das Shop­ping-Event im In­ter­net soll die höchs­ten Preis­nach­läs­se des Jah­res brin­gen.

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