Nach­ge­forscht

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Meinungen Und Hintergrund - Neu­es aus Wis­sen­schaft und Tech­nik

Er sieht aus wie ein Sau­ri­er un­ter den Kü­hen: der aus­tra­li­sche Och­se Kni­ckers. Fo­tos des Rie­sen-Rind­viehs in ei­ner Her­de ver­gleichs­wei­se zier­li­cher Kühe wa­ren in den ver­gan­ge­nen Ta­gen ein Hit im In­ter­net. War­um bloß ist das Vieh so groß? Stimmt was nicht mit ihm? Bei Men­schen gibt es ei­ne Stö­rung na­mens Hy­per­so­mie. Der Kör­per pro­du­ziert zu viel Wachs­tums­hor­mo­ne und schießt hoch auf. Al­ler­dings, sagt der Bio­lo­ge Jan Hoo­le von der Uni­ver­si­tät Kee­le, ist das bei ein­zel­nen Tie­ren äu­ßerst sel­ten.

Liegt es viel­leicht dar­an, dass Kni­ckers kei­ne Feinde hat? Für sei­nen po­ten­ti­el­len Feind, den Fleischer, ist er zu groß. Nicht schlacht­hof­kom­pa­ti­bel. Von Wild­tie­ren ist be­kannt, dass die Ab­we­sen­heit von Fein­den das Wachs­tum an­kur­belt. Das wur­de zum Bei­spiel bei Ech­sen auf ab­ge­le­ge­nen In­seln be­ob­ach­tet. Fehlt der Feind, muss man sich auch nicht klein­ma­chen und ver­ste­cken. Ei­ne Theo­rie, die aber nicht im­mer passt. Ei­ne ame­ri­ka­ni­sche Hir­schart zum Bei­spiel ist auf In­seln klei­ner als auf dem Fest­land. Ei­ne Rol­le da­bei spielt das we­ni­ger üp­pi­ge Fut­ter­an­ge­bot.

Über­haupt kom­men vie­le Theo­ri­en über tie­ri­sche Rie­sen auf die Fress-Fra­ge als zen­tra­len Punkt zu­rück. Zum Bei­spiel, wenn es um Wa­le geht. Gra­ham Sla­ter von der Uni Chi­ca­go hat Wal-Fos­si­li­en und heu­ti­ge Wa­le ver­gli­chen. Er­geb­nis: Die frü­he­ren Wa­le wa­ren nicht grö­ßer als zwölf Me­ter. Erst vor et­wa drei Mil­lio­nen Jah­ren er­reich­ten sie die Aus­ma­ße von drei Li­ni­en­bus­sen. Sla­ter sieht dar­in ei­ne Re­ak­ti­on auf ei­nen Kli­ma­wan­del.

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