Ko­mi­tee weist Kri­tik an Morsch zu­rück

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - ORANIENBURG / LEEGEBRUCH -

Ora­ni­en­burg (kd) Das In­ter­na­tio­na­le Sach­sen­hau­sen Ko­mi­tee, das sich als Stim­me der ehe­ma­li­gen KZ-Häft­lin­ge ver­steht, weist die von der An­woh­ner­initia­ti­ve (AWI) an Stif­tungs­di­rek­tor Gün­ter Morsch ge­äu­ßer­te Kri­tik zu­rück. „Mit gro­ßer Ver­wun­de­rung ha­ben wir den jüngs­ten Ver­such der AWI zur Kennt­nis ge­nom­men, den Kon­flikt um die Zu­we­gung zur Ge­denk­stät­te Sach­sen­hau­sen zu per­so­na­li­sie­ren“, sag­te Dik de Boef, Ge­ne­ral­se­kre­tär des Ko­mi­tees. Die AWI ver­ken­ne of­fen­bar, dass es sich bei den von Morsch ge­mach­ten Äu­ße­run­gen nicht um ei­ne Pri­vat­mei­nung hand­le, son­dern um ei­nen in­halt­li­chen Streit. In des­sen Mit­tel­punkt ste­he das fun­da­men­ta­le An­lie­gen der Ge­denk­stät­te als his­to­ri­scher Lern­ort, so de Boef. Die AWI hat­te Morsch „un­er­träg­li­che Igno­ranz“vor­ge­wor­fen, weil er nicht auf ih­re For­de­run­gen ein­ge­he. Wie be­rich­tet, wol­len die An­woh­ner un­ter an­de­rem ei­ne Ver­le­gung des Park­plat­zes für Be­su­cher­bus­se so­wie wei­te­re Zu­we­gun­gen für die Be­su­cher er­rei­chen. Morsch be­harrt auf der jet­zi­gen Be­su­ch­er­füh­rung. Er for­dert zu­dem ei­ne As­phal­tie­rung der Stra­ße der Na­tio­nen, um die Lärm­be­las­tung für An­woh­ner durch Bus­ver­kehr zu mi­ni­mie­ren. Der Stadt hat­te Morsch dies­be­züg­lich Un­tä­tig­keit vor­ge­wor­fen.

„Das In­ter­na­tio­na­le Sach­sen­hau­sen Ko­mi­tee un­ter­stützt in dem Streit die Ge­denk­stät­te auf gan­zer Li­nie zu­sam­men mit dem in­ter­na­tio­na­len Bei­rat so­wie der Fach­kom­mis­si­on der Stif­tung, dem För­der­ver­ein der Ge­denk­stät­te und vie­len an­de­ren“sag­te Dik de Boef. Der von der AWI er­ho­be­ne Vor­wurf der „Igno­ranz“fal­le auf sie selbst zu­rück. „Auch ih­re jüngs­te Stel­lung­nah­me zeigt deut­lich, dass es ihr dar­um geht, ih­re Ma­xi­mal­for­de­rung durch­zu­set­zen und dass ihr da­bei die für den Er­folg des Lern­or­tes Ge­denk­stät­te grund­le­gen­de Be­su­ch­er­füh­rung letzt­lich gleich­gül­tig ist“, so de Boef. Die AWI wol­le kein „Stück­werk“, sie wol­le „end­lich ih­re Ru­he“ha­ben. Da­bei in­ter­es­sie­re es sie nicht, dass die Ver­le­gung des Bus­ver­kehrs le­dig­lich zur Ver­la­ge­rung der Be­las­tun­gen zu an­de­ren Ora­ni­en­bur­gern füh­ren wür­de, zum Bei­spiel an der Bernau­er Stra­ße. Dik de Boef mach­te zu­gleich ei­nen Vor­schlag: „Die Lö­sung kann aber nur – und das ist das Fun­da­ment der De­mo­kra­tie – in ei­nem Kom­pro­miss lie­gen.“

Bus­ver­kehr wür­de ver­la­gert

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