41 Mal fal­sche Al­ters­an­ga­ben nach­ge­wie­sen

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - BRANDENBURG -

Pots­dam (thi) Mit Stich­tag 12. März leb­ten in Bran­den­burg 1263 un­be­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge. Ei­ne Ab­fra­ge des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums zur Al­ters­be­stim­mung in den Ju­gend­äm­tern der Krei­se und kreis­frei­en Städ­te er­gab, dass zwi­schen 2015 und 2017 ei­ne me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung zur Al­ters­be­stim­mung 49 Mal vor­ge­nom­men wur­de. 2015 er­folg­te dies nur in zwei Fäl­len, 2017 wa­ren es 30 ent­spre­chen­de Un­ter­su­chun­gen.

Bei 41 der Un­ter­such­ten wur­de die Voll­jäh­rig­keit fest­ge­stellt. Fünf Ju­gend­äm­ter, dar­un­ter die in Pots­dam und in der Ucker­mark, las­sen die fo­ren­si­sche Al­ters­dia­gnos­tik an der Ber­li­ner Cha­rité durch­füh­ren, das Frank­fur­ter Ju­gend­amt stützt sich auf die Ex­per­ti­se des ört­li­chen Kli­ni­kums. Zu Ra­te ge­zo­gen wer­den zahn­ärzt­li­che Gut­ach­ten, ei­ne ra­dio­lo­gi­sche Un­ter­su­chung der Hand­wur­zel­kno­chen, der Schlüs­sel­bei­ne und der Kie­fer. Das Ju­gend­amt El­be-Els­ter gibt an, dass aus ethi­schen Ge­sichts­punk­ten auf ei­ne Un­ter­su­chung der Ge­schlechts­or­ga­ne ver­zich­tet wird.

In dem Pa­pier des Mi­nis­te­ri­ums, das dem zu­stän­di­gen Land­tags­aus­schuss zu­ge­sandt wur­de, wird dar­auf ver­wie­sen, dass zu­nächst er­fah­re­ne Ju­gend­amts­mit­ar­bei­ter in den Clea­ring­stel­len Ge­sprä­che zur Fest­stel­lung der Per­so­na­li­en und des Al­ters durch­füh­ren. Per­sön­li­che An­ga­ben wer­den über­prüft, in El­beEls­ter zum Teil durch Te­le­fo­na­te bis in die Her­kunfts­län­der.

Bei Zwei­feln am Al­ter wird auf die Kon­se­quen­zen hin­ge­wie­sen. Me­di­zi­ni­sche Gut­ach­ten zur Al­ters­be­stim­mung sind nur mit dem Ein­ver­ständ­nis der Be­trof­fe­nen mög­lich. Wird die­ses ver­wei­gert, ent­schei­det das Ju­gend­amt auf­grund sei­ner Ein­drü­cke über die Voll­jäh­rig­keit. Es wird je­doch von ei­ner Ver­let­zung der Mit­wir­kungs­pflicht aus­ge­gan­gen, was Kon­se­quen­zen im Asyl­ver­fah­ren hat. Geht das Ju­gend­amt da­von aus, dass kei­ne Min­der­jäh­rig­keit vor­liegt, wird das Inob­hut­nah­me­ver­fah­ren aus­ge­setzt oder ein­ge­stellt. Es gel­ten dann die Asyl­ver­fah­ren für Er­wach­se­ne.

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