Vel­ten ver­kauft al­te Bi­blio­thek nur ein biss­chen

Um­bau zum so­zia­len Treff­punkt ab­ge­lehnt / Mehr­heit der Stadt­ver­ord­ne­ten stimmt für Erb­bau­ver­pach­tung

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - HENNIGSDORF / VELTEN -

Vel­ten.

Das bis­lang der Stadt ge­hö­ren­de Haus an der Brei­ten Stra­ße, in dem bis 2017 die Bi­blio­thek re­si­dier­te, wird nicht ver­kauft. Al­ler­dings wird es auch nicht auf städ­ti­sche Kos­ten zu ei­nem so­zia­len Treff­punkt um­ge­baut. Letz­te­res hat­ten sich Pro Vel­ten und die da­von ab­ge­spal­te­nen Frak­tio­nen ge­wünscht. Igno­riert wird auch der im Stadt­ent­wick­lungs­aus­schuss mehr­heit­lich be­für­wor­te­te Än­de­rungs­an­trag. Mit dem soll­te Bür­ger­meis­te­rin Ines Hüb­ner (SPD) auf­ge­for­dert wer­den, ein Kon­zept samt Kos­ten­schät­zung für die Um­ge­stal­tung der al­ten Bi­blio­thek in ei­nen so­zia­len Treff­punkt zu er­ar­bei­ten.

Feh­len­de Bar­rie­re­frei­heit, ho­he Brand­schutz­auf­la­gen, ei­ne gan­ze For­de­rungs­lis­te der Denk­mal­schutz­be­hör­de so­wie ein schim­meln­der Kel­ler stün­den, so ar­gu­men­tier­ten die SPD-Frak­ti­on und die Bür­ger­meis­te­rin, dem Um­bau zu ei­nem öf­fent­li­chen Treff ent­ge­gen. Für das di­rekt ne­ben der evan­ge­li­schen Kir­che ge­le­ge­ne Ge­bäu­de führ­te Chris­to­pher Gord­jy so­gar an, dass es „nicht di­rekt in der In­nen­stadt“liegt. Mar­cel Sie­gert (Pro Vel­ten) kon­ter­te: „Di­rekt am Haus gibt es ei­ne Bu­s­an­bin­dung. Und die Bi­blio­thek war auch gut be­sucht.“

Gord­jy ver­such­te, die strei­ten­den Par­tei­en mit ei­nem Kom­pro­miss zu über­zeu­gen. Das Haus sol­le nicht ver­kauft, son­dern in Erb­bau­pacht ge­ge­ben wer­den. Da­mit blie­be es im Be­sitz der Stadt. Theo­re­tisch ist das zwar kor­rekt, aber selbst die Bür­ger­meis­te­rin räum­te ein, dass sol­che Ver­trä­ge in der Re­gel auf 66 oder 99 Jah­re ge­schlos­sen wer­den. Da­mit hat die Kom­mu­ne nach der Ver­pach­tung bis zu ei­nem Jahr­hun­dert kei­ne Mög­lich­keit, dar­auf Ein­fluss zu neh­men, wie das Haus ge­nutzt wird.

Im End­ef­fekt stimm­te die Mehr­heit der Stadt­ver­ord­ne­ten – zwölf zu sie­ben bei ei­ner Ent­hal­tung – für die Ver­pach­tung. Ob die Stadt da­für ei­nen In­ter­es­sen­ten fin­det, dürf­te auf ei­nem an­de­ren Blatt ste­hen. Schließ­lich müss­ten in die Tro­cken­le­gung des Kel­lers bis zu 200 000 Eu­ro ge­steckt wer­den. Der Denk­mal­schutz ver­lan­ge zu­dem, die einst für die Nut­zung als Bü­che­rei her­aus­ge­ris­se­nen Wän­den wie­der im Ori­gi­nal­zu­stand ein­zu­zie­hen. Fin­det sich zu die­sen Be­din­gun­gen kein Päch­ter, wer­den sich die Ab­ge­ord­ne­ten er­neut dem Schick­sal des Hau­ses wid­men müs­sen. (rol)

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