Die Waa­ge wird ge­braucht

Groß­mut­zer ge­gen Denk­mal­schutz für das Ge­bäu­de

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - KREMMEN / OBERKRÄMER / LIEBENWALDE / LÖWENBERGER L -

Ei­ne Waa­ge ist ein Teil des his­to­risch ge­wach­se­nen Er­schei­nungs­bil­des ei­ner Land­ge­mein­de. Wie bei ei­nem Sprit­zen-, Back- oder Nacht-wächt­er­haus han­delt es sich um ein ty­pi­sches Funk­ti­ons­ge­bäu­de. In­so­fern ist die Waa­ge in Groß­mutz durch­aus et­was Be­son­de­res und soll­te als Schmuck für den Ort er­hal­ten blei­ben. Wäh­rend des Orts­rund­gan­ges zur Be­wer­bung um den Ti­tel „Un­ser Dorf hat Zu­kunft“hat­te ein Ju­ror vor­ge­schla­gen, die Waa­ge in die Denk­mal­schutz­lis­te ein­tra­gen zu las­sen. Dies stell­te der Groß­mut­zer Orts­vor­ste­her Diet­mar Eu­hus wäh­rend der jüngs­ten Sit­zung des Gre­mi­ums zur Dis­kus­si­on. Doch so recht woll­te sich nie­mand mit dem Vor­schlag an­freun­den, we­der die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker noch die Gäs­te. Ei­nig­keit herrsch­te in­des da­hin­ge­hend, die Waa­ge zu er­hal­ten. Denn sie wer­de ge­braucht und auch heu­te noch von den Land­wir­ten aus dem Ort ge­nutzt.

Dass der klei­ne Bau in die Jah­re ge­kom­men ist, das ist zu se­hen. Ver­mu­tet wird, dass die ehe­ma­li­ge Land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­ons­ge­nos­sen­schaft (LPG) in den 1960er-Jah­ren die Waa­ge nebst Funk­ti­ons­ge­bäu­de er­rich­ten ließ, so Er­hard Hinz von der Agrar Gm­bH. Un­ter­la­gen da­zu ha­be er al­ler­dings kei­ne fin­den kön­nen. Un­klar sei des­halb auch, wem ge­nau die Waa­ge ge­hö­re, da sie ver­mut­lich auf Ge­mein­de­land ste­he.

Die­ser Um­stand und vor al­lem das sich seit Jah­ren hin­zie­hen­den Ger­an­gel mit dem Denk­mal­schutz um Sa­nie­rung des ehe­ma­li­gen Sprit­zen­hau­ses in Glam­beck, wa­ren dann auch der Grund da­für, von ei­ner Ein­tra­gung in die Denk­mal­schutz­lis­te ab­zu­se­hen. Wer weiß, ob wir dann die Waa­ge über­haupt noch nut­zen dür­fen? und Wer weiß, wel­che Auf­la­gen es dann gibt, um die Waa­ge in­stand zu set­zen? Das wa­ren nur zwei Grün­de für die Ab­leh­nung.

Den­noch soll die Waa­ge er­hal­ten blei­ben, eben weil sie ge­nutzt wird. Sie für den all­ge­mei­nen Be­trieb zu un­ter­hal­ten, das bot Hinz an.

Par­al­lel da­zu will sich der Orts­bei­rat mit dem Bau­amts­lei­ter des Lö­wen­ber­ger Lan­des be­ra­ten, wie not­wen­di­ge Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten, bei­spiels­wei­se am Dach oder in ab­seh­ba­rer Zeit an den Boh­len auf der Wie­ge­flä­che, aus­ge­führt wer­den kön­nen. (veb)

Fo­to: Volk­mar Ernst

Noch voll funk­ti­ons­tüch­tig: Die Waa­ge in Groß­mutz wird von ei­ni­gen Land­wir­ten auch heu­te noch ge­nutzt.

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