Kramp-Kar­ren­bau­er löst Mer­kel ab

Ober­ha­ve­ler De­le­gier­te stim­men für Ge­gen­kan­di­da­ten Fried­rich Merz als CDU-Par­tei­vor­sit­zen­den

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - VORDERSEITE - Von Jan Dör­ner, Burk­harD kee­Ve unD oDin TieT­sche

Ham­burg. An­ne­gret Kramp­Kar­ren­bau­er ist neue CDUVor­sit­zen­de: Die bis­he­ri­ge Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin setz­te sich am Frei­tag auf dem Par­tei­tag in Ham­burg in der Stich­wahl knapp ge­gen den frü­he­ren Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz durch.

Ober­ha­vels CDU-Chef Frank Bom­mert war als De­le­gier­ter in der Han­se­stadt. Er hat­te Merz sei­ne Stim­me ge­ge­ben, zeigt sich aber als gu­ter Ver­lie­rer. „Klar ist das scha­de, aber Kramp-Kar­ren­bau­er ist ei­ne äu­ßerst klu­ge Frau, die viel auf die Bei­ne stel­len kann. Auch wenn ich glau­be, dass Merz die Rän­der der Par­tei bes­ser hät­te be­spie­len und der AfD ei­ni­ge Pro­zent­punk­te ab­schöp­fen kön­nen.“

Die Re­de von Jens Spahn zur Kan­di­da­tur hat­te Bom­mert „am bes­ten ge­fal­len“. Wäh­rend Merz sehr ana­ly­tisch ge­we­sen sei, ha­be Spahn „die Emo­tio­nen an­ge­spro­chen“. Bom­mert sieht Spahn nicht als Ver­lie­rer auf Par­tei­e­be­ne. „Er ist erst 38 Jah­re alt und hat al­le Zeit der Welt, sich in Stel­lung zu brin­gen.“

Ähn­lich sieht es Ober­ha­vels Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter Uwe Fei­ler (CDU). „Jens Spahn hat ein re­spek­ta­bles Er­geb­nis er­zielt, er braucht den Kopf nicht hän­gen las­sen“, sag­te er am Frei­tag­abend in Ham­burg. Fei­ler selbst stimm­te für Merz, will Wahl­sie­ge­rin Kramp-Kar­ren­bau­er aber den­noch „mit gan­zer Kraft un­ter­stüt­zen“. Dar­über hin­aus hofft er, dass „al­le drei auch in Zu­kunft in der CDU ver­ant­wor­tungs­vol­le Po­si­tio­nen ein­neh­men“wer­den.

Die als Ver­trau­te von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel gel­ten­de frü­he­re saar­län­di­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Kramp-Kar­ren­bau­er er­hielt in der Stich­wahl 51,7 Pro­zent der Stim­men, Merz kam auf 48,2 Pro­zent. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn war im ers­ten Wahl­gang mit 15,7 Pro­zent der Stim­men aus­ge­schie­den.

In den ver­gan­ge­nen Wo­chen hat­ten sich Kramp-Kar­ren­bau­er, Merz und Spahn ei­nen Wett­streit um den Par­tei­vor­sitz ge­lie­fert und sich auf acht Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen der Ba­sis vor­ge­stellt. Nach der Wahl und ei­nem eu­pho­ri­schen Ap­plaus dank­te die neue CDU-Vor­sit­zen­de bei­den Kon­kur­ren­ten „für die­sen fai­ren Wett­be­werb“, die­ser ha­be der CDU „Auf­trieb“ge­ge­ben. „Die­ser Auf­bruch muss wei­ter­ge­hen“, sag­te die 56-Jäh­ri­ge und rief Merz und Spahn auf, dar­an mit­zu­ar­bei­ten. Die ers­te Gra­tu­lan­tin war Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel.

Merz gra­tu­lier­te Kramp-Kar­ren­bau­er und wünsch­te ihr viel Er­folg für ih­re neue Auf­ga­be. Die Mög­lich­keit, sich in das Par­tei­prä­si­di­um wäh­len zu las­sen, nahm der in der frei­en Wirt­schaft tä­ti­ge frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef je­doch nicht an. Er sei aber be­reit, die CDU zu un­ter­stüt­zen, wo es ge­wünscht wer­de. Spahn hin­ge­gen trat für ei­nen Pos­ten im Prä­si­di­um an.

Die Wahl für den CDU-Vor­sitz galt auch als Rich­tungs­ent­scheid über den künf­ti­gen Kurs der Christ­de­mo­kra­ten. Wäh­rend Merz und Spahn als Ver­tre­ter des kon­ser­va­ti­ven Par­tei­flü­gels gel­ten, wird Kramp-Kar­ren­bau­er als An­hän­ge­rin ei­nes Kur­ses der Mit­te an­ge­se­hen. „Ich be­dan­ke mich für das Ver­trau­en“, sag­te die neue CDU-Par­tei­che­fin nach ih­rer Wahl sicht­lich be­wegt. (AFP/OGA)

Fo­to: Micha­el Kap­peler/dpa

Wunsch-Nach­fol­ge­rin setzt sich durch: Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel gra­tu­liert der neu­en CDU-Par­tei­vor­sit­zen­den An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er auf dem Bun­des­par­tei­tag in Ham­burg zur Wahl.

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