Neue Re­geln für Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen

Was Tie­re zu Rie­sen macht

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - VORDERSEITE - Mei­nun­gen zu nach­ge­forscht an [email protected] Ina Mat­thes Nach­ge­forscht

Berlin. Das Ver­ga­be­ver­fah­ren für Stu­di­en­plät­ze in Me­di­zin, Zahn­me­di­zin, Tier­me­di­zin und Phar­ma­zie soll neu ge­re­gelt wer­den. Das sieht der Ent­wurf für ei­nen Staats­ver­trag vor, den Bay­erns Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Bernd Si­bler (CSU) bei der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Berlin vor­ge­stellt hat. Laut Ent­wurf soll die Abitur­bes­ten­quo­te von 20 auf 30 Pro­zent er­höht wer­den. Das be­deu­tet, dass künf­tig fast je­der drit­te Stu­di­en­an­wär­ter nach sei­nem Abitur­schnitt aus­ge­wählt wird. Laut Mi­nis­te­ri­um soll da­bei ein neu­es „Pro­zen­trang­ver­fah­ren“an­ge­wen­det wer­den, das das re­la­ti­ve Ab­schnei­den im Abitur im je­wei­li­gen Bun­des­land zum Maß­stab ma­che.

Zehn Pro­zent der Stu­di­en­plät­ze sol­len zu­dem un­ab­hän­gig von Schul­no­ten ver­ge­ben wer­den.

Er sieht aus wie ein Sau­ri­er un­ter den Kü­hen: der aus­tra­li­sche Och­se Kni­ckers. Fo­tos des Rie­sen-Rind­viehs in ei­ner Her­de ver­gleichs­wei­se zier­li­cher Kü­he wa­ren in den ver­gan­ge­nen Ta­gen ein Hit im In­ter­net. War­um bloß ist das Vieh so groß? Stimmt was nicht mit ihm? Bei Men­schen gibt es ei­ne Stö­rung na­mens Hy­per­so­mie. Der Kör­per pro­du­ziert zu viel Wachs­tums­hor­mo­ne und schießt hoch auf. Al­ler­dings, sagt der Bio­lo­ge Jan Hoo­le von der Uni­ver­si­tät Kee­le, ist das bei ein­zel­nen Tie­ren äu­ßerst sel­ten. Liegt es vi­el­leicht dar­an, dass Kni­ckers kei­ne Fein­de hat? Für sei­nen po­ten­ti­el­len Feind, den Flei­scher, ist er zu groß. Nicht schlacht­hof­kom­pa­ti­bel. Von Wild­tie­ren ist be­kannt, dass die Ab­we­sen­heit von Fein­den das Wachs­tum an­kur­belt. Das wur­de zum Bei­spiel bei Ech­sen auf ab­ge­le­ge­nen In­seln be­ob­ach­tet. Fehlt der Feind, muss man sich auch nicht klein­ma­chen und ver­ste­cken. Ei­ne Theo­rie, die aber nicht im­mer passt. Ei­ne ame­ri­ka­ni­sche Hir­schart zum Bei­spiel ist auf In­seln klei­ner als auf dem Fest­land. Ei­ne Rol­le da­bei spielt das we­ni­ger üp­pi­ge Fut­ter­an­ge­bot. Über­haupt kom­men vie­le Theo­ri­en über tie­ri­sche Rie­sen auf die Fress-Fra­ge als zen­tra­len Punkt zu­rück. Zum Bei­spiel, wenn es um Wa­le geht. Gra­ham Sla­ter von der Uni Chi­ca­go hat Wal-Fos­si­li­en und heu­ti­ge Wa­le ver­gli­chen. Er­geb­nis: Die frü­he­ren Wa­le wa­ren nicht grö­ßer als zwölf Me­ter. Erst vor et­wa drei Mil­lio­nen Jah­ren er­reich­ten sie die Aus­ma­ße von drei Li­ni­en­bus­sen. Sla­ter sieht dar­in ei­ne Re­ak­ti­on auf ei­nen Kli­ma­wan­del. Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren in den Mee­ren än­der­ten sich. Nah­rung war we­ni­ger gleich­mä­ßig ver­teilt, son­dern ball­te sich eher in Ni­schen. Wer mas­sig war, hat­te mehr Re­ser­ven, um lan­ge Stre­cken von Beu­t­e­grund zu Beu­t­e­grund zu schwim­men. Ein Vor­teil in der Evo­lu­ti­on. Ähn­li­ches, neh­men For­scher an, könn­te hin­ter der Gi­gan­to­ma­nie vie­ler Di­no­sau­ri­er ste­cken. Sie hat­ten ei­ne aus­ge­klü­gel­te At­mung, ähn­lich je­ner der heu­ti­gen Vö­gel. Mit sa­ck­ar­ti­gen Lun­gen und Sau­er­stoff ge­füll­ten Hohl­räu­men in den Kno­chen. Die Di­no-At­mung ar­bei­te­te ef­fi­zi­en­ter als die des Men­schen und er­laub­te ei­nen leis­tungs­fä­hi­gen Stoff­wech­sel. Au­ßer­dem wa­ren die gro­ßen Pflan­zen­fres­ser Fast-Food-Kon­su­men­ten. Sie kau­ten die Schach­tel­hal­me nicht, sie ver­schlan­gen sie. Geht schnel­ler und spart Mahl­zäh­ne im Maul. Des­halb konn­ten sich Di­nos ei­nen klei­nen Kopf leis­ten und ei­nen lan­gen Hals. Den brauch­ten sie nur von Rie­senSchach­tel­halm zu Rie­sen-Schach­tel­halm zu schwen­ken und konn­ten sich das Lau­fen spa­ren. Wie der Di­no sein Fut­ter ver­daut hat, ist un­klar. Hat­te er MahlSt­ei­ne im Ma­gen oder meh­re­re Mä­gen wie ein Rind? Wie Kni­ckers? Der hat­te je­den­falls viel Zeit, sich 1,94 Me­ter groß zu fres­sen. Sie­ben Jah­re ist er alt. Üb­li­cher­wei­se en­det Sei­nes­glei­chen in Aus­tra­li­en mit drei Jah­ren als Steak. Au­ßer­dem ge­hört Kni­ckers zu ei­ner Ras­se, die öf­ter her­aus­ra­gen­de Ex­em­pla­re her­vor­bringt: den Hol­stein-Rin­dern, die ih­ren Ur­sprung in Hol­stein und Fries­land ha­ben. Die Kü­he, mit de­nen Kni­ckers wei­det, sind Wa­gyu aus Ja­pan. Kni­ckers ist al­so kein Di­no un­ter den Rin­dern, son­dern eher Dirk No­witz­ki in ei­ner Rie­ge ja­pa­ni­scher Tur­ne­rin­nen. Und wür­de der Och­se in ei­ner Her­de sei­ner Ah­nen ste­hen, den Au­er­och­sen vor zwei Mil­lio­nen Jah­ren, wä­re er nur Durch­schnitt.

Fo­to: Un­credi­ted/Channel 7‘s To­day To­night/AP/dpa

Er hat den Über­blick: Kni­ckers, der 1,4-Ton­nen-Och­se, ist dem Schlacht­hof ent­gan­gen.

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