Tem­po­an­zei­gen vor Ki­tas und Schu­len

Ge­dan­ken zum Wo­che­n­en­de

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - VORDERSEITE - Frie­de­mann Hum­burg

Ober­krä­mer. Seit Mo­na­ten wird in Ober­krä­mer über Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zun­gen vor Ki­tas und Schu­le dis­ku­tiert. Die BfO konn­te sich nun mit der For­de­rung nach acht neu­en Ra­dar­an­zei­gen durch­set­zen.

OHei­land, reiß die Him­mel auf…“, so be­ginnt ein sehr be­kann­tes Ad­vents­lied. Fried­rich Spee hat es ge­dich­tet, 1622, in­mit­ten des für Eu­ro­pa so furcht­ba­ren 30-jäh­ri­gen Krie­ges. Sein oft ver­geb­li­cher Kampf rich­te­te sich in je­ner Zeit ge­gen üb­li­che He­xen­ver­bren­nun­gen. So drückt er gleich am An­fang sei­ne Sehn­sucht nach ei­nem Hei­land aus, der ret­tet, be­freit und neu macht. Ei­ner, der stär­ker ist, als die Feld­her­ren und Kom­man­dan­ten, die mit ih­ren Trup­pen mor­dend durch das Land zo­gen.

Brau­chen wir auch so ei­nen? Der heil macht, was zer­bro­chen ist, der Frie­den bringt in der Welt und uns? Ei­ner der tie­fer blickt, durch un­se­re Ober­fläch(lich­keit) tie­fer in uns hin­ein­schaut, um zu se­hen, was wirk­lich ist? Wie auch im­mer Sie die­se Fra­ge be­ant­wor­ten wer­den, ich brau­che ihn!

In den fol­gen­den Stro­phen nimmt Spee bi­bli­sche Ver­hei­ßun­gen und mensch­li­che Hoff­nun­gen nach dem Mes­si­as, dem er­sehn­ten Ret­ter auf. Er be­schreibt, wie er sein soll­te: kein Su­per­held, kein über den Wol­ken ste­hen­der Ober­feld­herr, son­dern ei­ner, der heilt, ge­sund macht und er­neu­ert. Und das nicht nur im Blick auf uns Men­schen per­sön­lich, son­dern im Blick auf die ge­sam­te Welt, die auch in un­se­ren Ta­gen laut un­ter ih­ren Las­ten auf­stöhnt. „Wo bleibst du, Trost der gan­zen Welt?“

Die­se Fra­ge treibt uns da­zu, Ad­vent zu fei­ern, zu war­ten, zu er­war­ten. Auf den, der ge­kom­men ist und der wie­der­kom­men wird,

um die Welt mit ih­ren Men­schen zu be­frei­en und zu er­neu­ern. Er, der trös­tet, heilt und Per­spek­ti­ve schenkt. Und das nicht weit weg, son­dern in­mit­ten un­se­res Le­bens hier und auf die­ser Welt. Es darf un­se­re Fra­ge und Er­in­ne­rung an Gott sein „Wo bleibst du, Trost der gan­zen Welt?“. Das darf in al­ler ad­vent­li­chen und weih­nacht­li­chen Ge­müt­lich­keit un­ser Ge­bet und Fle­hen zu Gott sein. Ich wün­sche Ih­nen ei­nen be­sinn­li­chen zwei­ten Ad­vent. Der Au­tor die­ser Wo­che ist Pfar­rer in Ora­ni­en­burg.

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