En­gel, die Ru­he schen­ken

Aus­stel­lun­gen in Vel­tens Kir­chen stim­men auf die Weih­nachts­zeit ein / Die Hei­li­ge Fa­mi­lie in vie­len Fa­cet­ten

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - HENNIGSDORF / VELTEN - Von Ro­land Be­ckeR

Vel­ten. Die Ad­vents­zeit mit ih­ren Weih­nachts­märk­ten steckt vol­ler Ju­bel und Tru­bel. Wem das zu hek­tisch ist, der fin­det Ru­he in Vel­tens Kir­chen. Zwei Aus­stel­lun­gen wid­men sich den Krip­pen und den En­geln.

Es gibt sie doch, die En­gel! Je­den­falls in Vel­tens evan­ge­li­scher Kir­che. Un­ter dem Mot­to „En­gel des Ad­vents“sind dort klei­ne Kunstwerke zu se­hen, mit de­nen sich Ge­mein­de­mit­glie­der auf ganz un­ter­schied­li­che Wei­se dem The­ma ge­nä­hert ha­ben. Ge­mein­de­päd­ago­gin Chris­ti­ne Has­sing hat­te zu ei­nem Wo­che­n­end­se­mi­nar ein­ge­la­den, bei dem zum Pinsel ge­grif­fen wur­de.

„War­um hast du denn ein Ge­spenst ge­malt?“, frag­te die fünf­jäh­ri­ge En­ke­lin ih­re Oma, nach­dem sie ei­nen Blick auf die wei­ße Gestalt ge­wor­fen hat­te. Andrea Sei­del nahm sich die Kri­tik zu Her­zen und schuf ein zwei­tes Werk, vor­sichts­hal­ber dies­mal ein we­nig abs­trakt ge­hal­ten. Wie ein gro­ßer Schwall trifft ei­ne gan­ze Heer­schar von En­geln auf ein Städt­chen mit Kirch­turm. In die­ser wei­ßen Wol­ke glit­zert es. Es scheint, als ste­he je­der die­ser Punk­te für ei­nen En­gel.

Die zehn­jäh­ri­ge Pau­li­ne Ba­ranj hat ihr Bild ein­fach mit kräf­ti­gen Far­ben ver­se­hen: Rot, Blau und Oran­ge. Als sie et­was ab­rupt mit dem Pinsel agier­te, lan­de­te ein oran­ge­ner Klecks auf blau­em Grund. Da der aus­sah wie ein Au­ge, „ha­be ich dar­aus ein Ge­sicht ge­macht. Wie ein En­gels­ge­sicht“, plau­dert die Schü­le­rin.

Beim Gang durch das Got­tes­haus fällt auf, dass die Bil­der kaum die her­kömm­li­che Vor­stel­lung von En­geln wie­der­ge­ben, son­dern dem The­ma viel Fan­ta­sie ge­wid­met wur­de. Die wird auch dem Be­trach­ter ab­ver­langt.

Doch was stel­len sich die Hob­by­künst­ler ei­gent­lich un­ter dem vor, was im DDR-Deutsch als Jah­res­end­fi­gur mit Flü­geln ver­ball­hornt wur­de? „En­gel be­schüt­zen“, meint Andrea Sei­del. „Sie ver­brei­ten Freu­de und Zu­ver­sicht“, er­gänzt Lia­na Rie­bau. „Sie sind Bo­ten, die im Auf­trag Got­tes un­ter­wegs sind“, meint Chris­ti­ne Has­sing. Bo­ten Got­tes. Aber wie er­klä­ren die Vel­te­ner ei­nem At­he­is­ten, was ein En­gel dar­stellt? „Men­schen kön­nen En­gel sein. Es gibt Si­tua­tio­nen im Le­ben, da sagt man: ‚Gut dass du da warst!’ “, hat Ta­ma­ra Luksch er­fah­ren.

Die En­gel-Aus­stel­lung wird die Be­su­cher bis An­fang März be­glei­ten. Ei­ne wei­te­re Aus­stel­lung, bes­ser ge­sagt ein Aus­stel­lungs­Dop­pel, wird nur bis Jah­res­en­de zu se­hen sein. Die evan­ge­li­sche Ge­mein­de klinkt sich mit ein in die Tra­di­ti­on der ka­tho­li­schen Kir­che, in der Ad­vents­zeit ei­ne Krip­pen­aus­stel­lung zu prä­sen­tie­ren. Die Weih­nachts­schau, bis­her in Hen­nigs­dorf ge­zeigt, wird nun erst­mals in Vel­tens ka­tho­li­scher Kir­che auf­ge­baut. Vel­tens Pfar­rer Mar­kus Schüt­te hat dar­auf­hin auch sei­ne Ge­mein­de ge­be­ten, ih­re pri­va­ten Krip­pen­schät­ze der Kir­che zu lei­hen. „Es sind uns 25 an­ge­kün­digt wor­den“, freut sich Schüt­te. Wer sich spon­tan ent­schließt, Ma­ria und Jo­sef samt Je­sus-Kind aus­stel­len zu wol­len, kann sei­ne Krip­pe am Sonn­abend zwi­schen 10 und 12 Uhr in der Kir­che ab­ge­ben.

Krip­pen sind in bei­den Got­tes­häu­sern zu se­hen

Die Krip­pen-Aus­stel­lun­gen sind in der evan­ge­li­schen (bis 15. De­zem­ber) und ka­tho­li­schen Kir­che (bis 6. Ja­nu­ar) von 10 bis 12 Uhr zu se­hen, mon­tags, mitt­wochs und don­ners­tags auch von 17 bis 19 Uhr.

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