Ma­gi­sche Mo­men­te

„Schau­bu­denZau­berVa­rie­té“im Thea­ter „Tiefs­te Pro­vinz“ver­zau­bert das Pu­bli­kum / Viel Ap­plaus in Krem­men

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Krem­men.

Auf der Büh­ne der „Tiefs­ten Pro­vinz“in Krem­men lös­te das „Schau­bu­denZau­berVa­rie­té“beim Pu­bli­kum erst Stau­nen, dann stür­mi­schen Ap­plaus aus. Ehe­ma­li­ge Stra­ßen­künst­ler be­wie­sen als Trio, dass sie mü­he­los fast zwei St­un­den ma­gi­sche Mo­men­te pro­du­zie­ren kön­nen.

Krem­men.

Das „Schau­bu­denZau­berVa­rie­té“zog sein Pu­bli­kum am Sams­tag­abend auf der Büh­ne der „Tiefs­ten Pro­vinz“in Krem­men mit ei­nem rund zwei­stün­di­gen Pro­gramm mü­he­los in sei­nen Bann.

„Jahr­markt“meint hier al­ler­dings nicht die reiz­über­flu­ten­den Rummel mit leuch­ten­den Fahr­ge­schäf­ten und lau­ter Mu­sik. Die Show der drei Künst­ler ist ei­ne Re­mi­nis­zenz an die his­to­ri­schen Jahr­märk­te, auf de­nen Gauk­ler und Schau­stel­ler die Be­su­cher mit klei­nen, aber raf­fi­nier­ten Tricks und Il­lu­sio­nen be­geis­tern.

So wird zu Be­ginn des Pro­gramms erst ein­mal – ge­rech­net. „Mathe­ma­ti­ker be­kom­men sel­ten Ap­plaus“, gibt Thomas Thomp­son zu, der ne­ben sei­nen ei­ge­nen Tricks als Mo­de­ra­tor char­mant durch den Abend führt. Er weiß das aus ei­ge­ner Er­fah­rung, im­mer­hin hat er er­folg­reich sein Ma­the­ma­tik­stu­di­um ab­ge­bro­chen, be­vor er über das Stra­ßen­thea­ter zum Va­rie­té ge­kom­men ist. Die kur­zen, cle­ve­ren Zah­len­spie­le, die sei­ne Kol­le­gin Sia Thomp­son auf ei­ne Ta­fel bringt, we­cken rasch das In­ter­es­se der Zu­schau­er. Schnell wird klar: Es braucht kei­ne ef­fekt­hei­schen­den Zau­be­rei­en. Auch op­ti­sche Täu­schun­gen und Kar­tent­ricks si­chern den Künst­lern schnell die Sym­pa­thie des Pu­bli­kums.

Das Schau­bu­denZau­berVa­rie­té – das sind Sia Thomp­son, Thomas Thomp­son und Eck­art Tag­lin­ger. Ken­nen­ge­lernt hat sich das Trio auf ei­nem Stra­ßen­thea­ter-Fes­ti­val. Die Künst­ler ta­ten sich kur­zer­hand zu­sam­men und tra­ten ge­mein­sam auf. „Da­bei stell­ten wir fest, dass un­se­re Pro­gram­me sehr gut zu­sam­men­pas­sen“, er­in­nert sich Thomas Thomp­son. Die Show bie­tet auch Raum für Stil­le und Stau­nen. Au­ßer­dem lebt sie vor al­lem von der In­ter­ak­ti­on mit den Zu­schau­ern. Für fast je­den Trick wird ein „Frei­wil­li­ger“aus dem Pu­bli­kum zur Hil­fe ge­holt.

Aria­ne Kreis aus Rei­ni­cken­dorf und Uta Po­frehm aus Schwan­te ge­hör­ten zu den Aus­er­wähl­ten, die be­reits zu Be­ginn des Pro­gramms auf die Büh­ne durf­ten. Sie sa­ßen zu­fäl­lig im Pu­bli­kum ne­ben­ein­an­der, die Er­fah­rung im Ram­pen­licht schweiß­te die bei­den Frau­en zu­sam­men. „Es war ein ko­mi­sches Ge­fühl, aber es hat auch Spaß ge­macht. Man wird ja nicht bloß­ge­stellt“, so ih­re Ein­drü­cke. Das Schau­bu­denZau­berVa­rie­té be­schrei­ben sie als „ku­ri­os, fan­tas­tisch und sehr un­ter­halt­sam.“Auch Andre­as Da­li­bor, der Chef der „Tiefs­ten Pro­vinz“, ist zu­frie­den mit dem Abend. „Das ist an­ders als die Va­rie­téthea­ter, die ich bis­her ge­se­hen ha­be und sehr er­fri­schend.“

Die Hö­he­punk­te ha­ben sich die drei Künst­ler für die zwei­te Hälf­te ih­res Pro­gramms auf­ge­ho­ben. Ei­ne Zu­schaue­rin wird zur le­ben­di­gen Steh­flä­che für Sia Thomp­son al­lein dank Gleich­ge­wicht und Kör­per­span­nung. Schließ­lich wird es heiß auf der Büh­ne: Eck­art Tag­lin­ger wagt in bes­ter Fa­kir-Ma­nier das Spiel mit dem Feu­er. Die Luft war zum Zer­rei­ßen ge­spannt, als er die Brenn­stä­be schließ­lich in den Mund nimmt, es war to­ten­still. Um­so to­sen­der war der Ap­plaus nach die­sem Auf­tritt. (so)

Die Künst­ler lern­ten sich beim Stra­ßen­thea­ter ken­nen

Fotos (2): So­phie Scha­de

Zau­ber-Su­do­ku: In der Tiefs­ten Pro­vinz zei­gen Sia und Thomas Thomp­son „Schau­bu­denZau­berVa­rie­té“.

Hei­ße Sa­che: Feu­er­schlu­cker Eck­art Tag­lin­ger

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