Die Theo­rie in der Pra­xis ler­nen

Aus­stel­lung Hand­werk und Ge­wer­be in Gran­see in der Wer­ner-von-Sie­mens-Schu­le er­öff­net

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - OBERHAVEL - Von Volk­mar Ernst

Gran­see. Was kommt nach der Grund­schu­le? Ei­ne schwie­ri­ge Ent­schei­dung, die zu tref­fen ist. Vie­le wei­ter­füh­ren­de Schu­len hat­ten des­halb am Sonn­abend ih­re Tü­ren ge­öff­net, um sich neu­gie­ri­gen Ju­gend­li­chen und El­tern zu emp­feh­len.

In Gran­see herrsch­te so­wohl im Stritt­mat­ter-Gym­na­si­um als auch in der Wer­ner-von-Sie­men­sSchu­le im Foy­er, auf den Flu­ren und vor al­lem in den Fach­ka­bi­net­ten und den Un­ter­richts­räu­men ein dich­tes Ge­drän­ge. Schü­ler und Leh­rer stan­den be­reit, um über Bil­dungs­in­hal­te und Un­ter­richts­ab­läu­fe zu be­rich­ten.

Die Wer­ner-von-Sie­men­sSchu­le nut­ze den Tag zu­dem, um die Aus­stel­lung „Ges­tern, Heu­te, Mor­gen – Hand­werk und Ge­wer­be in Gran­see“zu er­öff­nen. Un­ter­stützt vom För­der­ver­ein und ver­schie­de­nen Ge­wer­be­be­trie­ben ha­ben die Ju­gend­li­chen ei­nen Ka­len­der ent­wi­ckelt, in dem sie ver­schie­de­ne orts­an­säs­si­ge Un­ter­neh­men vor­stel­len, die be­reits über meh­re­re Ge­ne­ra­tio­nen vor Ort an­säs­sig sind. Denn auch heu­te noch gel­ten die be­kann­ten Sprich­wör­ter wie „Hand­werk hat gol­de­nen Bo­den“und „Ist der La­den noch so klein, bringt er doch mehr als Ar­beit ein“. Da­bei ver­schwei­gen die Macher des Ka­len­ders kei­nes­wegs, dass es die Kon­kur­renz der „gro­ßen Ket­ten“den klei­nen Be­trie­ben im­mer schwie­ri­ger macht, vor Ort zu be­ste­hen. Das gel­te für das Bä­cker­hand­werk eben­so wie für den Flei­scher als auch die Kfz-Werk­statt, heißt es in der Be­schrei­bung. Den­noch ge­be es die­ses Hand­werk noch, und das be­nö­tig­te na­tür­lich auch Fach­kräf­te.

Ein Bei­spiel da­für ist die Flei­sche­rei „Rib­be“, die mehr als hun­dert Jah­re exis­tiert und vie­len Gran­seern ein Be­griff ist. Fe­lix Rib­be ist mitt­ler­wei­le die sieb­te Ge­ne­ra­ti­on in dem Fa­mi­li­en­be­trieb, und er hofft, dass noch wei­te­re fol­gen wer­den.

Doch sich ge­gen die Kon­kur­renz zu be­haup­ten und zu­dem Nach­wuchs­mit­ar­bei­ter zu fin­den, wer­de im­mer schwie­ri­ger, er­klär­te er die Un­ter­stüt­zung der Schu­le bei dem Pro­jekt. Denn die Bil­dungs­ein­rich­tung sei ein Ort, an dem die Ju­gend­li­chen auf den Wech­sel ins Be­rufs­le­ben vor­be­rei­tet wer­den. Da­zu ge­hör­ten eben auch ge­zielt In­for­ma­tio­nen, wel­che Fach­kräf­te vor Ort ge­braucht wer­den, um so die Ju­gend­li­chen da­für zu be­geis­tern, im Ort zu blei­ben.

Deutsch, Ma­the­ma­tik, Che­mie und Biologie so­wie Spra­chen bie­tet die Sie­men­sschu­le an. Doch es gibt auch Ju­gend­li­che, die eher prak­tisch ver­an­lagt sind, und die hier eben­so un­ter­stützt wer­den. Prak­ti­sches Ler­nen ist ei­nes die­ser An­ge­bo­te, bei dem die Schü­ler im WAT-Un­ter­richt ei­nen Ein­blick in das Ar­beits­le­ben er­hal­ten. Die Be­grif­fe Wirt­schaft, Ar­beit und Tech­nik ver­ber­gen sich hin­ter der Ab­kür­zung, und in der Pra­xis be­deu­tet das, di­rekt an ei­ner Werk­bank zu ste­hen.

Die Aus­stel­lung soll spä­ter auch an an­de­ren Or­ten ge­zeigt wer­den

Prak­ti­sches Ler­nen an der Werk­bank als Er­gän­zung zum Lehr­stoff

Für Lea kei­ne Op­ti­on, weil sie spä­ter mit Kin­dern ar­bei­ten möch­te. Doch Hen­ry aus Zeh­de­nick ist be­geis­tert, vor al­lem als ihm der 16-jäh­ri­ge Je­re­my zeigt, was er im Un­ter­richt macht. Ge­ra­de fer­tigt er für ei­ne Tru­he Me­tall­be­schlä­ge an. Mit Holz ar­bei­ten, das kann sich Hen­ry vor­stel­len, aber „auch mit Au­tos“. Si­cher ist es sich nur, dass er nicht im Bü­ro ar­bei­ten möch­te.

Mehr Bil­der aus den Schu­len un­ter www.moz.de

Foto: Volk­mar Ernst

Die Drei mit dem Ka­len­der: Im­ker Mar­kus Stef­fen vom För­der­ver­ein, Fe­lix Rib­be und Sie­mens-Schul­lei­ter Dr. Rein­hard Witz­lau (von links)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.