Vol­ley­ball-Teams ge­win­nen Spit­zen­spie­le

2. Vol­ley­ball-Bun­des­li­ga: SV Lin­dow-Gran­see – CV Mit­tel­deutsch­land 3:1 (26:24, 25:20, 21:25, 25:22)

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - VORDERSEITE - Von Gun­nar reb­lin

Ober­ha­vel.

Die Vol­ley­ball-Top­teams des Krei­ses Ober­ha­vel sind er­folg­reich in das neue Ka­len­der­jahr ge­star­tet. Der SV Lin­do­wGran­see lie­fer­te am Sonn­abend in der 2. Bun­des­li­ga ei­ne Ga­la­vor­stel­lung ab und be­zwang als ers­tes Team in die­ser Sai­son den Ta­bel­len­füh­rer CV Mit­tel­deutsch­land (3:1). Mehr als 400 Zu­schau­er wa­ren be­geis­tert. Der Rück­stand auf die An­hal­ti­ner be­trägt nun vier Punk­te. Auch die Frau­en des VSV Ha­vel Ora­ni­en­burg hat­ten den Spit­zen­rei­ter zu Gast. Ge­gen die SG Ro­ta­ti­on Prenz­lau­er Berg ge­lang am Sonn­tag ein 3:2-Er­folg. Ein Sieg in vier Sät­zen hät­te den Sprung an die Spit­ze be­deu­tet. (sz)

Gran­see. Spit­zen­spiel, Spit­zen­leis­tung, Spit­zen­stim­mung – der SV Lin­dow-Gran­see hat mit ei­ner Heim-Ga­la als ers­tes Team in die­ser Sai­son Ta­bel­len­füh­rer CV Mit­tel­deutsch­land be­zwun­gen. Über 400 be­geis­ter­te Zu­schau­er sa­hen gran­di­os auf­spie­len­de Haus­her­ren, die 3:1 ge­wan­nen.

Ein­zi­ger Wer­muts­trop­fen in der all­ge­mei­nen Glück­se­lig­keit: die Ver­let­zung von Mit­tel­blo­cker Ro­mu­lo Ga­liao, Spitz­na­me „Rom“. Der Deutsch-Bra­si­lia­ner war im vier­ten Satz um­ge­knickt und zog sich ei­ne bis­lang noch nicht ge­nau dia­gnos­ti­zier­te Knö­chel­b­les­sur am lin­ken Fuß zu. Von Phy­sio­the­ra­peut Ma­rio See­ger ban­da­giert, woll­te Ga­liao zu­rück aufs Feld, „doch da war nichts zu ma­chen“, so See­ger.

Bä­ren­star­ker Ro­mu­lo Ga­liao hum­pelt ver­letzt vom Par­kett

„Was ei­ne Dia­gno­se be­trifft, wä­re jetzt al­les spe­ku­la­tiv“, be­tont der Fach­mann. Ga­liao ha­be zwar kein Kna­cken ge­hört, „den­noch dürf­te wohl et­was ka­putt­ge­gan­gen sein“. Der Ver­letz­te will nun ei­nen „Spe­zia­lis­ten mei­nes Ver­trau­ens“in Ber­lin auf­su­chen. Bis zu die­ser Schreck­se­kun­de (Lin­dow-Gran­see führ­te 10:8) war der 1,90-Me­ter-Hü­ne mit ein Ga­rant für den bä­ren­star­ken Auf­tritt der Grün-Wei­ßen. Denn ein Schlüs­sel zum Er­folg war am Sonn­abend si­cher die fa­mo­se Block­ar­beit. Und dies­be­züg­lich schwang sich Ga­liao oft­mals als un­über­wind­ba­rer Fels am Netz hoch.

Das wohl ent­schei­den­de Faust­pfand stand je­doch nicht auf dem Feld, es wa­ren die an­peit­schen­den Lin­dow-Gran­se­er Fans. „Wir ha­ben hier mit Ab­stand die bes­te Stim­mung in der gan­zen Zwei­ten Li­ga“, froh­lock­te ein sicht­lich zu­frie­de­ner Heim­coach JanPhil­ipp Marks. „Die In­ten­si­tät war enorm, das pusht na­tür­lich.“Auch Gäs­te-Trai­ner Mir­cea Du­das konn­te nur an­er­ken­nend Ni­cken. „Hier ist es im­mer schwer zu spie­len. Lin­dow-Gran­see hat ei­ne gu­te Mann­schaft, heu­te gar ei­ne sehr gu­te ge­habt“, so Du­das, der sich als fai­rer Ver­lie­rer zeig­te. Jan-Phil­ipp Marks lä­chel­te ar­tig: „Zu­spiel, An­griff, al­les lief. Es war wich­tig, kla­ren Kopf zu be­wah­ren.“

Die­se be­wahr­te Cool­ness be­fand spä­ter auch Li­be­ro Mar­tin Po­me­ren­ke als „mit spiel­ent­schei­dend“. Das Ur­ge­stein, seit 2007 für Lin­dow-Gran­see ak­tiv, hob her­vor: „Wir ha­ben im­mer wei­ter un­se­ren Stie­fel ge­spielt. Dass wir den ers­ten Satz noch ge­win­nen, war nicht selbst­ver­ständ­lich.“

Den ers­ten Satz, den der Li­be­ro an­sprach, dik­tier­te zu­nächst der haus­ho­he Fa­vo­rit aus Sper­gau (Sach­sen-An­halt). Lin­dow-Gran­see ver­schlug vie­le Bäl­le, zu­dem setz­te der ka­na­di­sche CVM-Mit­tel­blo­cker Uchen­na Ofo­ha ei­nen Block nach dem an­de­ren. Stark. Beim Stand von 10:16 aus Sicht der Gast­ge­ber schien die Vor­ent­schei­dung in die­sem Durch­gang be­reits ge­fal­len zu sein. Doch dann gab es bei den Grün-Wei­ßen rich­tig Dampf auf den Kes­sel. Peu à peu schmet­ter­ten sie sich bis auf 20:22 her­an. Die An­nah­me pass­te per­fekt. Fu­ri­os war dann der Ball­wech­sel zum 24:23. Satz­ball Lin­dow-Gran­see. Die Hal­le beb­te schließ­lich beim 26:24. Hüp­fen­de Lin­do- wer Er­satz­spie­ler, auch Trai­ner Marks sprang vor Freu­de wie ein Flum­mi.

Im zwei­ten Satz be­geg­ne­ten sich bei­de Teams auf Au­gen­hö­he. Doch Lin­dow-Gran­see war im Flow, es lief ein­fach. Ei­ne klei­ne Füh­rung wuchs zu ei­nem statt­li­chen Vor­sprung an. Über die Sta­tio­nen 8:7, 16:14 und 24:18 ge­lang der Satz­sieg (25:20).

Ei­nen klas­si­schen Fehl­start gab es je­doch im fol­gen­den Ab­schnitt (0:4). Bis die Num­mer 13 auf Gast­ge­ber­sei­te auf­dreh­te: Ro­mu­lo Ga­liao. Ei­ne Au­gen­wei­de als Blo­cker. Die Fans aus dem Häu­schen. Lin­dow-Gran­see schnapp­te sich beim Stand von 13:12 erst­mals die Füh­rung. Es folg­te ein ner­ven­auf­rei­ben­des Auf und Ab (13:16, 20:19). Die Gäs­te wirk­ten ge­nervt, das ver­rie­ten Mi­mik und Ges­tik. Das He­im­pu­bli­kum, bes­tens ani­miert von Hal­len­spre­cher Mar­kus As­se­ma­cher, trieb an. Doch in die­ser Pha­se zeig­ten die CVMVol­ley­bal­ler ih­re Spit­zen­klas­se. Ru­hig und ab­ge­zockt wur­de der Satz ge­zo­gen (25:21).

Doch dem vier­ten Satz drück­ten die Grün-Wei­ßen wie­der ih­ren Stem­pel auf. Auch, weil die ein­ge­wech­sel­ten Ni­co­las Marks und Paul Boock (kam für den ver­letz­ten Ga­liao) auf An­hieb voll da wa­ren. Nach ei­ner 16:12-Füh­rung schwamn das Heim­team auf ei­ner Eu­pho­rie­wel­le zur Sen­sa­ti­on. 3:1-Sieg ge­gen den bis da­to un­ge­schla­ge­nen Ta­bel­len­füh­rer CV Mit­tel­deutsch­land. Ei­ne von den Lin­dow-Gran­seern um­ju­bel­te Stern­stun­de.

„Zu­spiel, An­griff, al­les lief. Es war wich­tig, kla­ren Kopf zu be­wah­ren“

Trai­ner Jan-Phil­ipp Marks

„Hier ist es im­mer schwer zu spie­len. Lin­dow-Gran­see hat ei­ne gu­te Mann­schaft“

CVM-Coach Mir­cea Du­das

Foto: Gun­nar Reb­lin

Aus­ge­las­se­ne Fei­er­stim­mung: Die Vol­ley­bal­ler des SV Lin­dow-Gran­see ha­ben ih­re Fans zum Auf­takt der Rück­run­de ver­zückt. Spit­zen­rei­ter Mit­tel­deutsch­land wur­de am Sonn­abend mit 3:1 Sät­zen be­zwun­gen. Mehr als 400 Zu­schau­er wa­ren be­geis­tert..

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