Frag­men­tie­rungs­my­then

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Mac Life Wissen - - Grundlagen Festplatte Aufräumen -

Das The­ma Fest­plat­ten­frag­men­tie­rung er­hitzt im­mer wie­der die Ge­mü­ter der Mac-an­wen­der. Für die ei­nen ge­hö­ren De­frag­men­tie­rungs­tools zum Pflicht­pro­gramm, an­de­re war­nen da­vor und be­haup­ten, ma­cos de­frag­men­tie­re sei­ne Fest­plat­te oh­ne­hin selbst. Tat­säch­lich hat der Ein­satz der Uti­li­ties heu­te kaum noch Sinn, ob­wohl die Wahr­heit ir­gend­wo in der Mit­te liegt. Frag­men­tie­rung ent­steht da­durch, dass auf ei­nem Vo­lu­me stän­dig Da­tei­en ge­schrie­ben und wie­der ge­löscht wer­den. So ent­ste­hen im Lau­fe der Zeit im­mer mehr Lü­cken, der freie Spei­cher liegt nicht mehr in ei­nem gro­ßen Stück vor, son­dern in vie­len klei­nen. Er ist frag­men­tiert. Als Fol­ge da­von las­sen sich Da­tei­en ir­gend­wann nicht mehr durch­ge­hend spei­chern. Die Da­tei wird auf meh­re­re Stü­cke ver­teilt. Das nennt man dann Da­t­eifrag­men­tie­rung. Bei her­kömm­li­chen Fest­plat­ten, die ih­re Schreib­le­se­köp­fe für je­des Stück neu po­si­tio­nie­ren müs­sen, dau­ern die Zu­grif­fe län­ger. Das ist das Pro­blem. Der Vor­gang be­ginnt schlei­chend. Ist die Fest­plat­te aber erst mal stark ge­füllt, schrei­tet er im­mer schnel­ler vor­an, weil das Sys­tem kaum noch Aus­weich­mög­lich­kei­ten auf dem Vo­lu­me fin­det.

De­frag­men­tie­rungtools sor­tie­ren zu­sam­men­ge­hö­ri­ge Blö­cke wie­der zu­sam­men und ver­schie­ben sie so, dass auch der freie Spei­cher wie­der in ei­nem gro­ßen Stück vor­liegt. Die Fest­plat­te kann wie­der schnel­ler le­sen und schrei­ben. Klingt gut, hält aber nicht lan­ge vor. Au­ßer­dem wird der freie Platz durchs Um­sor­tie­ren nicht mehr.

Die Be­haup­tung, un­ter ma­cos sei das nicht nö­tig, weil es kei­ne Frag­men­tie­rung mehr gibt, stimmt aber nicht. Oder zu­min­dest nur teil­wei­se. Tat­säch­li­che hat App­le schon in das al­te Da­tei­sys­tem HFS Funk­tio­nen ein­ge­baut, um Frag­men­tie­rung zu ver­mei­den. So wer­den die Lü­cken ge­lösch­ter Da­tei­en zu­nächst nicht auf­ge­füllt und Da­tei­en be­vor­zugt in aus­rei­chend gro­ße freie Be­rei­che ge­schrie­ben. Au­ßer­dem wer­den klei­ne­re Da­tei­en bis 20 MB ver­scho­ben, wenn sie zu stark frag­men­tiert sind. Das setzt aber al­les vor­aus, dass es noch aus­rei­chend gro­ße Lü­cken gibt. Ei­ne De­frag­men­tie­rung des frei­en Spei­chers fin­det näm­lich nicht statt. Es wer­den auch häu­fig be­nutz­te Da­tei­en in ei­nem be­stimm­ten Be­reich des Vo­lu­mes ge­sam­melt und da­bei de­frag­men­tiert („Hot Fi­le Clus­te­ring“). De­ren An­zahl und Grö­ße ist je­doch eben­falls be­grenzt. Al­les zu­sam­men ar­bei­ten die­se Me­tho­den aber so gut, dass der zu­sätz­li­che Nut­zen ei­ner De­frag­men­tie­rungs-app eher ge­ring ist. Das gilt al­ler­dings nur un­ter der Vor­aus­set­zung, dass das Vo­lu­me nicht zu voll ist, wo­mit sich der Kreis zum Auf­räu­men schließt.

Für uns ist noch ein an­de­rer Aspekt wich­tig. Wird ein De­frag­men­tie­rungs­tool ge­stört, kann die ge­ra­de sor­tier­te Da­tei be­schä­digt wer­den, wenn es das In­halts­ver­zeich­nis ist, schlimms­ten­falls das gan­ze Vo­lu­me. Das kommt sel­ten vor, ist aber ein er­heb­li­ches Ri­si­ko, das man oh­ne gro­ße Not für ei­nen eher klei­nen Vor­teil ein­geht.

SSDS blei­ben bei die­sen gan­zen Be­trach­tung üb­ri­gens au­ßen vor. Ers­tens er­lau­ben Sie kei­nen di­rek­ten Zu­griff auf Spei­cher­blö­cke, so­dass man sie gar nicht mit ei­ner App de­frag­men­tie­ren könn­te. Es wä­re zu­dem völ­lig über­flüs­sig, da ih­re Zu­griffs­zei­ten nicht von me­cha­ni­schen Ele­men­ten und der Ver­tei­lung der Spei­cher­blö­cke ab­hän­gen.

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