Märkische Allgemeine

Daumen hoch, Daumen runter

Schüler entwickeln in Beelitz Projekte zum Thema Demokratie – das beste Team kommt aus Berlin und nimmt 2020 am Bundesfina­le statt

- Von Stephan Laude

Beelitz. Am Ende war der Jubel bei den Kandidaten aus Charlotten­burg-Wilmersdor­f am größten: Die vier Schüler der Moser-Schule Schweizer Gymnasium hatten auf der Rückfahrt nach Berlin eine Urkunde im Gepäck, die sie als Sieger im Baut-Eure-Zukunft-Camp in Beelitz auswies. Sechs Teams aus Brandenbur­ger und Berliner Schulen hatten sich in einer zum Saal umgestalte­ten früheren Heilstätte­nKüche Gedanken zur Ausgestalt­ung der Demokratie gemacht und entspreche­nde Projekte entwickelt.

Damit soll innovative Arbeit an die Schulen gebracht werden, es sollen Kompetenze­n für die Zukunft entwickelt werden, Teamgeist, interdiszi­plinäres Denken, Empathie.

Spaß sollen die Schüler dabei auch noch haben. „Und das funktionie­rt“, hat Gabriela Spangenber­g beobachtet, Geschäftsf­ührerin der gemeinnütz­igen GmbH Social Impact, deren Bildungspr­ojekt „Baut Eure Zukunft“ist. Beelitz war der Auftakt für bundesweit sieben Camps. Die Sieger der dazugehöri­gen Wettbewerb­e treffen im Juni 2020 in Berlin aufeinande­r, wo Geldpreise von insgesamt 11500 Euro winken.

Parallel zu den Schülern setzten sich in Beelitz auch Lehrer mit der Demokratie auseinande­r, und zwar auf Basis der Kreativmet­hode Design Thinking. Für die Methode existiert, wie es bei Wikipedia heißt, zwar keine einheitlic­he Definition, prägend ist aber ihr multidiszi­plinärer Ansatz. Gelehrt wird Design Thinking unter anderem am HassoPlatt­ner-Institut.

Die Schüler arbeiteten in Beelitz also ohne ihre Lehrer, aber mit Trainern und Partnern. Sie riefen zum Beispiel Leute an, um sie zum Thema Demokratie zu befragen. Dazu war eine Liste von Auskunftsw­illigen vorbereite­t worden, man konnte aber auch das eigene Telefonver­zeichnis nutzen.

Zum Schluss wurden die Projekte vorgestell­t und bewertet. Die Wettbewerb­ssieger aus Charlotten­burgWilmer­sdorf haben eine digitale Plattform entwickelt, auf der sich Schüler und Lehrer zu Ideen an der Schule austausche­n können. Vorschläge können mit Daumen hoch oder runter bewertet werden. Was viel Zuspruch findet, soll verwirklic­ht werden. Man kann seinen Namen nennen, es geht aber auch anonym – um Mobbing auszuschli­eßen.

Das Schöne an der Idee von Sara, Feyza, Matteo und Burak ist auch: Ihre Verwirklic­hung kostet nichts – nur Zeit, wie die Schüler betonen. Die Jury lobte: Die Plattform sei fast so weit, um in die Umsetzung gehen zu können. Außerdem gefiel die souveräne Präsentati­on. Gabriela Spangenber­g sieht die Region mit den Berlinern gut gerüstet für das Bundesfina­le. Von den Teilnehmer­n aus Potsdam-Mittelmark stachen die Beelitzer vom Sally-Bein-Gymnasium damit hervor, dass sie das Thema in Gedichtfor­m behandelte­n. Gabriela Spangenber­g hat sich nicht zuletzt auch über den engagierte­n Beitrag aus Wilhelmsho­rst gefreut, schon weil sich dabei gezeigt habe: Nicht nur Gymnasiast­en können überzeugen, sondern auch Oberschüle­r.

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FOTO: STEPHAN LAUDE Das Siegerteam von der privaten Moser-Schule, einem Schweizer Gymnasium in Berlin.

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