Trumps Ma­kel

Märkische Allgemeine - - BLICKPUNKT - Von Da­mir Fras

Nun ist al­so das Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen US-Prä­si­dent Do­nald Trump er­öff­net. Das war zu er­war­ten, weil die De­mo­kra­ten im Re­prä­sen­tan­ten­haus die Mehr­heit stel­len. Eben­so ist aber zu er­war­ten, dass im Se­nat, der obe­ren Kam­mer des US-Kon­gres­ses, Trumps Re­pu­bli­ka­ner dem­nächst für ein En­de des Ver­fah­rens stim­men wer­den. Trump wird wohl min­des­tens bis An­fang 2021 im Wei­ßen Haus in Washington sit­zen. So weit, so schlecht. Mehr ist von ei­nem po­li­ti­schen Ver­fah­ren, das ei­ne ju­ris­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung nur imi­tiert, aber auch nicht zu er­war­ten.

Da­bei wä­ren die Ver­ge­hen des Po­pu­lis­ten im Wei­ßen Haus al­le­mal ei­ne Amts­ent­he­bung wert. Trump üb­te als Prä­si­dent Druck auf die Ukrai­ne aus, weil er sich ei­nen per­sön­li­chen Vor­teil bei der Wahl im kom­men­den No­vem­ber ver­schaf­fen woll­te. Das war ein Miss­brauch der Macht. Da­mit hat Trump – wie­der ein­mal – be­legt: Er glaubt, er ste­he über dem Ge­setz. Von Ge­wal­ten­tei­lung hält der frü­he­re Bau­un­ter­neh­mer we­nig. Hät­ten ihm die De­mo­kra­ten das durch­ge­hen las­sen, hät­ten sie sich auch gleich ab­schaf­fen kön­nen. Nicht je­ne po­li­ti­schen Kräf­te, die das Im­peach­ment-Ver­fah­ren in Gang ge­bracht ha­ben, sind das Pro­blem. Es ist der Prä­si­dent.

Trump, das ist nun schon klar, wird den Ma­kel des Im­peach­ments nicht mehr los­wer­den. Der Ein­trag da­zu wird in den Ge­schichts­bü­chern nicht nur ei­ne Fuß­no­te sein. Doch ein wü­ten­der Trump ist ge­fähr­lich un­be­re­chen­bar. Der Wahl­kampf 2020 wird noch ge­mei­ner als je­ner im Jahr 2016.

Das Im­peach­ment-Ver­fah­ren ist nicht ge­eig­net, die Spal­tung in der ame­ri­ka­ni­schen Ge­sell­schaft zu hei­len. Im Ge­gen­teil: In den USA tobt ein par­tei­po­li­ti­scher Gr­a­ben­krieg, der die Wie­der­wahl Trumps zur Fol­ge ha­ben könn­te.

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